Posts mit dem Label hirnfick werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label hirnfick werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 30. April 2020

In a town don't taste like it used to

"Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat. 
Ich entziehe dem allgemeinen Wohl das Vertrauen, weil es Selbstbestimmtheit als untragbaren Kostenfaktor sieht. 
Ich entziehe einer Politik das Vertrauen, die ihre Popularität allein auf das Versprechen eines risikofreien Lebens stützt. 
Ich entziehe Eltern das Vertrauen, die ein Baumhaus "Verletzungsgefahr" und ein Haustier "Ansteckungsrisiko" nennen."

          -Juli Zeh in "Corpus Delicti - Ein Prozess" 

UFF - was für ein Buch! Verstörend und deprimierend zu lesen in diesen Zeiten und wohl auch sonst. 
Aber durchaus sehr gut und erwähnenswert, empfehlenswert, diskutierenswert. Cranke times sind das.

So...what to do and where to go? Ich so: Yoga praktizieren, mein Handy anstarren, Masken nähen, telefonieren und dabei nichts Neues zu erzählen haben, Möhrenkuchen backen, meine Eltern erziehen, vergeblich nach Inspiration suchen, mich um Erwachsenendinge wie die Krankenkasse kümmern, aufs Erwachsenenleben warten, Zeitung lesen, denken ich würde nicht genug Nachrichten konsumieren, mich über die Nachrichten aufregen, Fahrradtouren machen, mich unbedeutend fühlen, dem Schweigen meiner Eltern lauschen und mitmachen, durch den Regen joggen und mich über Schnecken und die feuchte freshe Frühlingsair freuen... Wow diese Alliteration ist der derzeit einzige Höhepunkt meines Schriftsteller-Daseins. 
Sitze hier unter der Käseglocke, neben mir mein Leben, verpackt in Kartons. Wir warten darauf, dass es weitergeht. Aber wohin überhaupt? Und ist das nicht eigentlich auch superegal? Wünschte ich wäre "not done yet". Ich fürchte aber ich bins. 







Dienstag, 21. November 2017

Phantomjucken

Juckt es wirklich oder bilde ich mir das nur ein? Hab ich die Krätze oder hab ich sie nicht?
Ist sie besiegt oder nicht? Habe ich irgendwelche Freunde infiziert und stecke mich durchgehend wieder an? Kann ich mit meinen Freunden knuddeln, Klamotten tauschen und im Bett rumhängen?
Sind das Mückenstiche oder Pickel vom Rasieren oder trockene Haut oder Einbildung oder DIE KRÄTZE?
Es ist ein nicht enden wollendes Dilemma, liebe Freunde. Wann gibt es endlich wieder Übernachtungspartys, körperliche Liebe und Im-Bett-Liegen ohne sich zu kratzen?
Bis es einen überfällt, kennt man (die) Krätze nur aus historischen Erzählungen, aus Lafee-Songs, als Haustier von Ronald Weasley oder Charakter von "Berlin Tag und Nacht" ;)
Doch seitdem wir hier in ständiger Isolation leben und , finde ich die ganze Sache rein gar nicht mehr zum Spaßen! Habe lange versucht, sie zu ignorieren, zu verdrängen, doch dann wurde ich von anderen gefragt, ob mein Freund mich verprügelt dabei habe ich noch nichtmal einen, wollte mir am liebsten die Haut abziehen weil es so hardcore gejuckt hat. Schließlich sah mein Zimmer aus wie eine Müllhalde und ich konnte nur noch alte Lappen anziehen, weil sie mein gesamter Kleiderschrank inklusive meines Teddys in den Tüten befand (wodurch ich noch weniger schlafen konnte). Langsam reicht es und ich entscheide mich jetzt ganz aktiv dafür, dass ich sie nicht mehr habe und werde jeden abknutschen, den ich zu Gesicht bekomme! Das gehört schließlich auch zur #aktionproaktiv !
Die Krätze hat mein Leben und meinen Ruf zerstört (1. wegen des Stylingproblems konnte ich meiner Rolle als Fashionqueen nicht mehr ausreichend nachkommen, 2. sitze ich wie ein ekliges Warzenschwein in öffentlichen Räumen und kratze mich--> keiner redet mehr mit mir) aber GUTEN TAG GUTEN TAG ICH WILL MEIN LEBEN ZURÜCK! AKTION PRO AKTIV auf allen Ebenen!
 

Weitere Entscheidungen:
-cool sein funny sein happy sein
-keine Schokolade von meinen Homies mehr klauen
-keine Plastiktüten beim Gemüse/Obst-Einkauf ;)
-mehr Leute küssen
-mein Sportskanonen-Ich ausleben #boom
-nicht rumheuln ihr Euln <3 nur wenn man traurig ist... oder dafür nen Lolli bekommt
-mich nächstes Jahr ins Arbeitsleben integrieren
-gezieltes Abzappeln in mein Leben integrieren



 Ich steh lässig an der Bar und drinke einen Drink... #VERLIEBT ♥

Mittwoch, 20. September 2017

Bierpong aufm Schreibtisch

Bin ich eigentlich in mich selbst verliebt? Den ganzen Tag lese ich meine eigenen Texte und gucke Fotos von mir an, auf denen ich lache, aber nur für die Kamera. Nebenbei frage ich dich tausendmal WARUM, als wenn du Gott wärst oder mein fucking Therapeut, den ich gar nicht brauche. WARUM denn alles so ernst auf einmal, warum gibts denn plötzlich ein Problem, warum sind Leute so, warum kann ich plötzlich nicht reden, noch nicht mal mit meiner inneren besten Freundin? Anstatt mir mütterliche Ratschläge zu geben wie früher beleidigt die Alte mich pausenlos und findet alles scheiße, was ich mache. Weshalb ich nichts mache außer Bier trinken und die Typen im Fahrradladen ganz witzig finden und wie ein Schwamm alles aufsaugen, was passiert, ohne selbst was zu erschaffen (außer Chaos).

weiß nicht nichts

Weißt du noch? Als das Leben noch ein Spiel war? Eine Traumwelt, die man sich bunt anmalen konnte... Ein Spiel, in dem alle Gewinner sind.
Man. Sitze in einem viereckigen Klotz tags und nachts und kann nicht raus. Entweder weil Anwesenheitspflicht uns beherrscht oder weil dunkle Schatten draußen lauern. Früher gab es die nicht, wenn man nicht dran geglaubt hat. Keine Angst haben, das merken die Schatten und dann kriegen sie dich. Jetzt kriegen sie dich trotzdem, obwohl du keine Angst hast, das hat mir keiner vorher gesagt.
Will Farbe gegen Wände schmeißen, will Aufmerksamkeit, aber bitte nicht zu viel, dann werde ich rot. Will die Schatten schlagen, ins Gesicht, sie zu Boden treten wie sie es mit uns machen. Aber meine Faust schlägt ins Leere und da unten im Dreck liegt nur mein Selbstwert und deine Würde und dein 18jähriges Ich .
Will ein Chaos veranstalten, in dem man schwimmen kann, durch dessen Dickicht man sich mit einem Buschmesser kämpfen muss. Durch die Kochlöffel und Zigarettenstummel und leere Flaschen und Kuscheltiere, Klamotten, Mülltüten, Bücher, Hausaufgaben und Fotos und Lippenstifte, Schmuckstücke, Topfpflanzen und nicht abgeschickte Liebesbriefe, durch alte Träume und gesammelte Kastanien und Vogelkäfige und Fensterrahmen will ich mich wühlen, bis die Welt hinter mir verschwindet. Einfach so tun, als gäbe es sie nicht mehr. Ein Gewusel und Wirrwarr, in dem ich mich verlieren kann, das möchte ich gern, einen Hundekorb, in dem ich mich zusammenrollen kann, ein Loch im Boden, das mich umschließt, einen Raum der Wünsche, eine Abstellkammer, die so vollgestopft ist, dass man mich nicht mehr erkennt zwischen all den Sachen. Eine verstaubte Statue, die nur zum Leben erwacht, wenn keiner guckt. 




Dienstag, 27. Oktober 2015

kochendes Wasser

Kennst du das, wenn...

...

man sich fühlt wie kochendes Wasser? Eingefangen im Kochtopf unter der doch so transparenten Scheibe des Deckels. Der Ausweg so nah, aber durch das glatte, harte Glas unerreichbar. Ich will so laut und lange schreien, bis ich mich selbst nicht mehr hören kann. Ich will, dass sie mich hören, die Geister, die um mich her schwirren. Gekrochen kommen sie, aus ihren Höhlen der Realitätsflucht. Alle wollen immer alles stärker, heller, größer wahrnehmen und dann, dann machen sie sich taub und später flüchten sie sich in diese Zustände - fernab ihrer eigentlichen Intuition. In meiner Brust ist ein tiefes dunkles Loch. Und wenn ich daran denke, dann fühle ich mich, als würde ich untergehen. Immer tiefer sinken, schreiend, aber diesmal hört mich niemand. Und alles wird immer dunkler.
Zugedröhnt sind wir, ob wir es wollen oder nicht. Es ist Zeit einmal tief einzuatmen und zu bemerken, dass das Leben vor unserer Nase nur auf uns wartet, dass es sich lohnt die Energie, die wir besitzen eben in die vollkommene Verbindung mit allem zu stecken. In letzter Zeit habe ich viel darüber nachgedacht. Was ist es denn für ein Leben, wenn wir nicht einmal in der Lage sind, unsere Augen aus eigener Kraft zu öffnen, wenn wir nicht einmal unsere Hand ausstrecken und nach dem greifen. der neben uns ist, wenn wir nichtmal den Mut besitzen, unseren eigenen Herzschlag zu hören.
WHO THE FUCK GIVES A SHIT ABOUT WHAT THESE IDIOTS THINK IN THEIR FUCKED UP MINDS???
Hör' mal auf dein Herz und mach' das, was es dir sagt. Mal im Ernst. Ich bin überzeugt davon, dass das Herz des Menschen ein Nervensystem besitzt, das dazu in der Lage ist, Gefühle zu empfinden und mitzuteilen. Aber genug davon. Mein Ziel ist es ja auch gar nicht hier irgendeine schlechte Stimmung zu verbreiten, wirklich nicht. Ich bin im Moment eigentlich ganz zufrieden, nur manchmal, da denk man einfach zu viel nach. Vorallem, wenn man unter den wachsamen Augen hunderter Schmetterlinge am Wasserfall der tausend Jahre alten Elfenhöhle einen Tag verbracht hat. Kann ich wirklich nur jedem empfehlen. 
Fortsetzung folgt...