Posts mit dem Label märchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label märchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 4. März 2016

Niemandsland

Die kleine Seejungfrau erhob ihre verklärten Arme gegen Gottes Sonne, und zum ersten Mal fühlte sie Tränen in ihren Augen. - Auf dem Schiffe war wieder Lärm und Leben, sie sah den Prinzen mit seiner schönen Braut nach ihr suchen; wehmütig starrten sie den perlenden Schaum an, als ob sie wüßten, daß sie sich in die Fluten gestürzt habe. Unsichtbar küßte sie die Stern der Braut, lächelte ihn an und stieg mit den übrigen Kindern der Luft auf in die rosenrote Wolke hinauf, die den Äther durchschiffte.
 -Hans Christian Andersen

 
           http://41.media.tumblr.com/tumblr_lkqkuo4xop1qdp7j7o1_500.jpg
The Mermaid of Auderville by Sarah Moon


Schwindle durch die Lande
und stehe doch fest auf dem Boden
vielleicht ist es auch das Drumherum, was sich dreht
und nicht ich
irgendwie bin ich manchmal nicht 

und trotzdem doch


                               


Sonntag, 3. März 2013

Es war einmal

... ein ganz ganz kleines Dorf, welches so ganz ganz klein war, dass man es auf keiner noch so ganz ganz kleinen Landkarte zu finden vermochte. In diesem ganz ganz kleinen Dorf gab es einen ganz ganz kleinen Fluss und an der ganz ganz kleinen Quelle dieses ganz ganz kleinen Flusses lang ein ganz ganz großes Schloss und ganz ganz tief in diesem Schloss drinnen fand man einen Esel.
Naja eigentlich eine Eselin und diese Eselin hieß Hanne (jaja, kein schöner Name für eine Eselin, das dachte sich Hanne auch des öfteren). Tag ein Tag aus arbeitete Hanne nun also für ihre Gebieterin, Brigitte, Brigitte war ein so dermaßen jehzorniges, bösartiges Wesen, dass sie als feuerspeiender Drache geboren wurde und von dieser Gabe, der Gabe des Feuerspuckens, machte Brigitte täglichen Gebauch. Ein Wunder war es, dass Hanne noch all ihr flauschiges Fell besaß, auch wenn sie dieses wunderschöne flauschige Fell gar nicht wertzuschätzen wusste... "Es ist viel zu grau", dachte Hanne, "viel zu buschig, viel zu... naja, viel zu esel-haft eben!"
Es kam, so wie jede Woche, der Tag des Markes im ganz ganz kleinen Dorf und Hanne wurde von Brigitte dorthin gesand um Honig zu kaufen (Brigitte liebte nämlich Honig, da ihr Hals von dem vielen Feuergespucke immer so brannte)
. Hanne liebte und hasste den Markt. Sie liebte ihn, da sie den Prinzen des ganz ganz kleinen Dorfes beobachten konnte (ganz heimlich natürlich) und sie hasste den Markt, da sie den Prinzen des ganz ganz kleinen Dorfes beobachten konnte. Der Prinz des Dorfes trug den wunderschönen Namen Ernst und eben so wunderschön war sein Antlitz: strahlendes weißes Fell, das in der Sonne glitzerte und ein Horn, ein Horn so anmutig wie kein zweites (Ernst war ein Einhorn). Hanne war schon seit kindesbeinen in Ernst verliebt gewesen, hatte sich aber keine großen Hoffnungen gemacht - Ernst war bereits der Tochter Brigittes versprochen, Sieglinde.
Ganz in Gedanken versunken trappte Hanne zum Marktplatz und rannte plötztlich in etwas hinein. Zu ihrem Nicht-Überrschen handelte es sich um Nick, ihren besten Freund
, ein dicklicher Bär mit einem Herz aus Gold, der auf dem Markt den Honig verkaufte. "Och Mensch Hanne! Du rennst mir ja noch all meine Fässer um... Weißt du, heute ist Helden-Honig im Angebot, das ist doch bestimmt das richtige für Brigitte (höhö)", sagte Nick, worauf Hanne nichts antwortete und verträumt zu Ernst schaute, welcher über den Markt wachte. "Hanne!!!" rief Nick und Hanne wurde aus ihrem Traum gerissen. "Schlag ihn dir doch endlich mal aus dem Kopf Mädchen..." "Ich weiß, heute Abend steht das Festmahl an... Er lernt heute schon Sieglinde kennen. Und ich kann gar nichts mehr tun!" "Nimms nicht so schwer Liebes. Es gibt doch noch soo viele andere Jungs..." "Nick! Ich bin ein Esel, ein ESEL!" "Na und? Du bist mit abstand der schönste Esel, naja DIE schönst Eselin die ich je gesehen habe. Hier, ich schenk dir den Honig."
Nachdem Hanne sich bei Nick bedankte und einen letzten Blick auf Ernst warf, trottete sie mit hängendem Kopf zum Schloss zurück und rannte doch tatsächlich wieder in jemanden hinein. Ohne sich um diesen Inzident zu scheeren ging Hanne mit noch weiter gesengtem Kopf weiter ihres Weges.

Es wurde Abend im ganz ganz kleinen Dorf und Hanne wusste worauf sie sich gefasst machen musste. Die Stunden vergingen, der Prinz kam, er traf Sieglinde, sie aßen, sie unterhielten sich, sie lachten. Es wurde immer später und später und langsam wurde es Zeit für den Prinzen zu gehen. Beim hinausgehen traf sich sein Blick mit dem Hanne`s und sie beide spürten die Energie die zwischen ihnen herrschte. Hanne wusste nun in was, naja wohl eher wen, sie heute gestolpert war. Dennoch verließ Ernst das Schloss als bald.
Die beiden tarfen sich bei der Hochzeit von Sieglinde und Ernst wieder. Sie beide wussten, dass dies nicht der Wunsch ihrer war, aber so war es bestimmt und so sollte es sein. Beide lebten bis an ihr Lebensende, so wie es sein sollte. Ernst mit Sieglinde. Hanne mit dem Gewissen geliebt zu werden.

Montag, 24. September 2012

Es war einmal...

Am Wochenende bin ich einmal quer durch Deutschland gefahren, um nach langer Zeit endlich mal wieder meine Freundin Jolanda (Name von der Redaktion geändert) zu sehen. Ich fand mich in einem verzauberten Märchenwald am Rhein wieder, irgendwo im nirgendwo. Es war wunderschön und ein tolles Gefühl, einfach mal ganz alleine unterwegs zu sein!
Märchenhaft ist auch das Buch, was ich euch heute vorstellen möchte: "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis hat mich total in seinen Bann gezogen, ich konnte es gar nicht mehr weglegen.
Und darum geht's in dem Buch:

Es ist tiefster Winter und Anna steckt mitten in den Abivorbereitungen, als sie sich mit dem polnischen Kurzwarenhändler Abel anfreundet, den alle anderen meiden. Anna, die in einer perfekten Familie aufgewachsen ist, lernt nach und nach das Leben von Abel und seiner kleinen Schwester Micha in einer trostlosen Plattenbausiedlung kennen und verbringt immer mehr Zeit mit den beiden. Abel erzählt Anna und seiner kleinen Schwester ein Märchen, in dem die kleine Königin auf dem Weg zum Festland von einem schwarzen Schiff verfolgt wird. Das Buch ist also zum Teil als Märchen geschrieben, was ich sehr schön finde. Aber das Märchen wird zur Realität und das ist dann gar nicht mehr schön... Denn hinter der kleinen Königin verbirgt sich Micha und auf dem schwarzen Schiff befinden sich unter anderem ihr krimineller Vater und das Sozialamt. Als mehrere Leute aus Abels Umfeld auf brutale Art ums Leben kommen, gerät er in Verdacht und Anna weiß nicht mehr, wem sie glauben soll.
Die Geschichte ist sehr spannend, schon fast verstörend und hat mich sehr berührt. Ich empfehle es jedem, der auf Psychothriller mit poetischem Touch steht. Also es ist nicht so richtig blutig, aber dafür geheimnisvoll und einfach...anders! Und es ist eine Liebesgeschichte ohne Happy End.
Falls ihr es auch schon gelesen habt, schreib in die Kommentare wie ihr's fandet. Würde mich freuen! Bis dann, eure Märchenprinzessin :*

Dienstag, 4. September 2012

Vorstadtindianer

Diese Woche dachte ich mir, ich mache mal 'ne Handy_Pause, weil ich die ganze Zeit an dem verdammten Ding klebe. Das muss doch nicht sein, oder...? Klappt auch bis jetzt ganz gut:
Gestern sind Lu und ich einfach mal dem Alltag entflohen und durch Felder und Wiesen zu "Willy's Hof" gefahren, das ist so ein alter Trödelladen wo man die unglaublichsten Dinge findet. Auf dem Rückweg haben wir dann noch schön gepicknickt und dann an einer Bushaltestelle ein Paar Mokassins gefunden, die da einsam und verlassen standen.
Das muss Schicksal gewesen sein, denn davor hatten wir uns gerade Indianermärchen vorgelesen. Wir werden wohl nie erfahren, welch geheimnisvoller Unbekannte dahintersteckt.