Posts mit dem Label Erwachsene werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erwachsene werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 15. September 2022

there is fiction in the space between

 küssen wir beim Küssen in Wirklichkeit uns selber? 

Küssen wir, um Liebe zu geben oder weil wir geküsst sein wollen? 

Solche Fragen stellt man sich nur, wenn man selbst grad keinen zum Küssen hat. Zumindest keinen, auf den man steht. Wünschte mir mal wieder eine kleine bis große Verliebtheit, stattdessen bin ich rückwärts besessen, halluzinationsverknallt, aber mit weniger Intensität als früher. In alten Songs finde ich mein nächtliches auf verlassenen Plätzen rumhängendes sehnsüchtiges Ich und betrachte es mit nachsichtigem Blick. 

Diese neue Lebensphase bemerken ich und meine Freundinnen auch an der Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Spaß und Menschenmengen. Sind wir Lockdown-geschädigt oder ist es wirklich das Alter? Eng aneinandergedrängt sitzen wir im Seniorentheater, zugedröhnt von Zigarette und Weinschorle, Haaresbreiten entfernt von der nächsten Panikattacke. Doch bleibt uns nichts anderes übrig, als in den weichen Polstern zu versinken und die Unterhaltung auf uns rieseln zu lassen, freuen uns aber insgeheim jede auf ihr Bett danach. 

Wenn es jetzt nicht aufhört, neue Gedanken und Eindrücke und Menschen in mein Gehirn zu regnen, läuft es über. Nichts passt mehr rein. Und doch entdecke ich in den Tiefen immer wieder neues Altes. Ich tauche ein und die Begleiter verschwinden neben mir. Laufen weiter, im gleichen Wald, doch in verschiedene Richtungen. 

Zeit der Entwicklung

ist immer, aber scheint es mir, als wäre sie es jetzt ganz besonders

Sich trennen, vom Alten lösen, fühlen wie es sich ohne das Alte anfühlt, Neues finden

Sein 



Hammer die Frau 


Sonntag, 17. April 2022

Kannst du mein Monster halten?


Mein Monster: fühlt ganz viel Liebe für ganz viele Menschen und möchte sie zeigen. Das Monster möchte zurück geliebt werden und stellt sich in den Mittelpunkt meiner Gedanken. 

Meine Gedanken sind der Mittelpunkt meines Lebens und manchmal gibt es für mich nichts anderes. In meinen Gedanken erzähle ich dir alles von meinem Tag.. Frage mich, ob es dich vielleicht gar nicht juckt. Denke an dich und spiele auf allen meinen Instrumenten und stelle mir vor dass du genau so an mich denkst. Ich lese Zeitung und arbeite und spreche mit Menschen; ich weine über Geschichten und bin unterwegs und alleine und bei alldem sind meine Gedanken im hier und trotzdem irgendwie bei dir. 

Will dir meine Gedanken auf Papier schreiben und dir ins Ohr singen und dir vortanzen. Mit dir am Fenster rauchen und dir zuhören und mich von allen meinen Seiten dir zeigen. Dir nah sein und Dinge von dir lernen und dich angucken, dich im Arm halten, über dein Schnarchen lächeln. 

Und ich hänge im Vergangenen und das Vergangene hängt in mir, ist noch da und ich bin Wärme und geduldig und ungeduldig und kontrollierend. Bin ängstlich klammernd und mutig frei. Fühle mich verantwortlich und suche Halt. Fühle in mir Schmerz und bin zerissen wenn ich nicht loslasse. Hänge mich an unpersönliche Kurznachrichten und mein Herz ziept weil sie so kurz und so lieblos sind. Ich will doch mehr Platz für alles und dir mehr sagen und mehr von dir hören. Aber vielleicht ist dir der Platz zu viel und passt nicht in dein Leben!? 

Ich platze fast davon und das Monster tobt in mir. Es schreit und weint und liebt und sträubt sich, es lacht und tanzt und lebt. Kannst du das Monster halten? 

Dienstag, 12. September 2017

ME MYSELF AND I... AND OTHER PEOPLE

Wer sind nur diese süßen Bois? Zufällig letztens auf youtube gefunden, finde ich ganz chillig :)
Man ich habe eine regelrechte Schreibblockade in letzter Zeit... Immerhin Omas alte Schreibmaschine wieder aufgemöbelt und ein paar Briefe geschrieben. Außerdem alte Briefe gelesen, die zum Teil echt amüsant sind und zum Teil niemals ihren Empfänger erreichten.
Bin ein bisschen düster drauf und neige grad dazu, alles scheiße zu finden. Bietet sich allerdings auch an...
Alles fing mit den Kindern von Bahnhof Zoo an, die mir endlos abgefuckte Fieberträume bescherten. Liege für immer im Dunkeln rum und das Leben passiert da draußen einfach ohne mich. Sobald ich versuche dran teilzunehmen, gucken mich alle komisch an und ich fange an zu heulen und gehe wieder zurück in meine Höhle, weil ich einfach nicht gesellschaftsfähig bin mit den Parasiten unter meiner Haut und dem Zittern in meiner Stimme. Aber ok, vielleicht geschieht ja ein Wunder und ich bin bald wieder voller Freude sprühend und besuche so spaßige Partys wie das Kartoffelfest und den Geburtstag meines Vaters in einem Glitzerbonbonkleid. Fühlt sich nur grad an wie eine Wahnvorstellung. Genau wie der ganze TO-DO Shit, der getan werden MUSS, zu dem ich mich aber kein bisschen fähig fühle. Arztbesuche PLANEN und Krankschreibungen RECHTZEITIG abschicken und sich SELBST VERSORGEN mit Tee und Medizin und normalem Essen und Schlaf, außerdem zwischendrin Kampfansagen ans Team machen, mit zu erwachsenen und deshalb beschissenen Leuten tote Enten essen und mir das blöde Gelaber anhören, nicht nur über dringend benötigten Urlaub auf Malle und Schultütendesigns und die anstrengende Arbeit, sondern auch über die Zunahme von Depressionen und warum das wohl so ist, gefolgt von absurden Theorien und Verallgemeinerungen als hätte man Ahnung. Mir immer gleiche Fragen über das allgemeine Life anhören und wie es denn mit den Typen läuft und dann die Diskussionen über Konzerte und ob man sich die Rolling Stones in ihrem Alter noch anhören sollte, weil die ja quasi schon zum Friedhofsgemüse gehören, genau wie Patti Smith. Meine Meinung zu der guten Frau: Sollte man sich auf jeden Fall geben, auch wenn mein Vater mal wieder so tut als gäbe es keine Drogen, noch nicht mal Gras und ich soll lieber nicht erzählen, dass Patti sich beim Kacken mit einer Libelle unterhalten und sie danach verspeist hat. Dabei geht es doch um die Mukke und die Message und die ganze Erscheinung, aber Leute die anders sind und auf dem Feld Feldenkrais-Übungen vollführen mitten in einer gesitteten Menge von ordentlichen Menschen und die vielleicht zu viel reden sind immer gleich komisch und von denen soll man sich fernhalten. Der TYP LEBENSKÜNSTLER halt... Die haben doch alle ein bisschen n Rad ab und keine richtige Ausbildung usw, das kann ja alles nicht so funktionieren in unserer Gesellschaft ABER OK jeder hat doch ein Rad ab, nur die meisten können es gut genug verstecken. Dann einfach mit dem Bro Reimund abhauen auf noch einen Absacker und damit dieser mit den ungefähr 40 Jahre jüngeren Kellnerinnen flirten kann, einfach davonlaufen vor so viel Breitsein, weil ich schon allein klarkomme zum Glück und auch noch mitspiele bei dieser ganzen Realitätsflucht und jedem seine Scheißillusionen aufrecht erhalten will. Weil es alle so wollen... "Aber ICH WILL DIESES CRIME LIFE NICHT MEHR  "will ich schreien und der Immoblienhai dreht Peter Fox aggressiv lauter in seinem neuen Büro über der Stadt und will wissen, dass alle ihn hören, auch die Straßenpenner auf dem Marktplatz gegenüber. Absurde Situation, wie er auf seinem roten Teppich tanzt und meine Gedanken übertönt, ein erwachsener Mann, der doch wohl auch ziemlich ein Rad abhat, aber im Grunde doch großzügig und wunderbar ist und das merkt man nicht nur daran, dass er mir den Teppich direkt schenken will, als ich meine dass ich den GEIL finde.

Diesen ganzen oben genannten Shit kriege ich zumindest nicht in meinem Zustand auf die Reihe und fühle mich alleine auf der Welt, keiner ruft mich an oder schreibt mir naja genug mit dem Rumgeheule, gleich gibts "Die Wollnys" und da frage ich mich manchmal was eigentlich mein Peter so treibt in diesen kaltnassen Septembertagen. Hoffentlich deprimiert rumliegen und an mich denken und an die Zeiten, als es den Sommer noch gab. Um das rauszufinden, müsste ich mich öfter ins NIGHTLIFE stürzen, was aber erst nach Erreichen eines optimalen Gesundheitszustandes erfolgen kann.
War heute Nacht mit deiner Neuen und den anderen schwimmen und lustige Spiele spielen, Meerjungfrauen zum Beispiel. Verstehen uns SUPER
Achja und wollte noch ein Buch empfehlen: "Wie wir lieben" von Friedemann Karig (süßer Typ, wie ich finde ;)) hinterfragt unsere Arten zu lieben, uns zu binden; was natürlich ist und was VON DER GESELLSCHAFT gemacht und wie sich alles entwickelt hat. Ich hatte das Gefühl, es ist sehr gut recherchiert und die Bezüge auf "Sex and the City", verschiedene andere Bücher, Autoren und Songs fand ich funnyy und gut nachvollziehbar. Zwischendrin immer eher ungewöhnliche Lovestorys von echten Menschen... Am Ende vielleicht etwas langatmig, kann aber auch daran liegen dass die Schule wieder anfing und ich keine Zeit und Konzentration mehr hatte zum Lesen. Ansonsten fand ich es sehr spannend zu lesen!! Auch wenn ich mich frage, ob Liebe überhaupt existiert. Ich hab viel zu große Angst vor der ganzen Story und immer wenn man Leuten zu nahe kommt, verschwinden sie und zwar manchmal für immer. Was ich blöd finde, weil eigentlich mag ich manche ganz schrecklich gerne, so sehr dass ich sie für immer im Arm halten möchte aber das geht jetzt auch nicht mehr wegen der Parasiten.
Nun denn - vielleicht wake ich wieder up when september ends. Versprechen möchte ich aber nichts. Eventuell lade ich an Halloween mal den Kammerjäger zu einer Teeparty ein... haut rein Zimtschnecken - ich poste bald mein neustes Rezept <3

Dienstag, 1. November 2016

Halloween

feeling blind beneath a sky without light

komme nach hause und es riecht nach toten tieren


inmitten der dunkelheit sitze ich 

die weiße Katze leuchtet wie Marmor

umkreist mich 


starrt mit roten Augen 


hört mir dabei zu wie ich viel zu erwachsene Worte ins Telefon sage
 

die nicht dazu passen, wie wir heute bei McDonalds gerutscht sind
 





Du machst kein Geld - du bist NICHTS.
Bin telefoniersüchtig im ganzen ALLEINGANG, denn meine alleingäng ist verstreut in der Welt, manche gäng-ster sind nicht mehr so dicke wie wir es mal waren, weil die einfach nicht genug essen WIE KANN DAS DENN SEIN?
Und wie kann es sein, dass ich so süchtig nach dir bin?
Tja, es gibt halt Sachen, die gibt's gar nicht. you got the love

Mittwoch, 28. September 2016

PLSBRKMHRT

kränkes Video - geiler Song ♥♥

Vernebelte Sicht durch die zerkratzte Brille

wie die Narben auf meinen Beinen
vom Rennen durch trockene Einöde

dornige Sträucher
das Hecheln der Hunde im Nacken
und jetzt zieht alles unwirklich vorbei
wie auf der Autobahn
verwischte unnatürliche bunte Farben
Himmel, Gras, Sand
alles was den Sommer ausmacht

das blaugrüngelb brennt sich in mein Gedächtnis
und rinnt mir trotzdem durch die Finger und Zehen
der Sand, ich will ihn um mich werfen
euch in die Augen
ihr sollt träumen
solange ihr schlaft
meine Füße berühren den Boden

und können ihn nicht halten





Freitag, 16. Oktober 2015

a lot of people spend their time just floating

...me for example:
Heute morgen habe ich so getan, als würde ich verschlafen. Dabei hatte ich nur keine Lust, aufzustehen und hab mit Absicht und bei vollem Bewusstsein weitergeschlafen und mir dabei ins Fäustchen gelacht!! Anschließend bin ich in den Regenwald gefahren, um den Vormittag in einer kleinen dunklen, kuscheligen Hütte zu verbringen. Habe Bücher vorgelesen und den Kindern ihr Essen weggegessen :D
Gaanz wunderbar! Werde ein Volleyballprofi, außerdem ein Profi darin, möglichst viel Schokolade am Tag zu essen.. Das beides in Kombination ist irgendwie irrational, deswegen steige ich um auf Tiefkühlpizza. Keine Angst, sonst ernähre ich mich eigentlich immer biologisch korrekt und habe gestern sogar Hühner aus Freilandhaltung gestreichelt!
Manche Leute tun soooo krass auf Öko, dass sie dabei total scheinheilig und ungenießbar wie Fliegenpilze werden. Habe absolut nichts gegen Veganer, Leute denen unsere Umwelt wichtig ist usw finde ich auch total gut. Aaaaber diese komischen Erwachsenen, die uns da manchmal behandeln, als wären wir im Kindergarten und nicht im Ernst des Lebens... die kommen mir nicht in die Tüte!! Selbst wenn es eine biologisch abbaubare braune Papiertüte ist.
Manchmal schreibe ich verrückte und gefühlsgetränkte Briefe an meinen (un)heimlichen Lover und schicke sie nicht ab, was eigentlich ganz und gar nicht meine Art ist. Schon seitenlang ist das Gesülze... Weiß nichts damit anzufangen, aber es muss aus meinem Kopf... auf Papier.
Manchmal will ich es genießen, allein auf einer Brücke hoch über dem Kanal zu stehen und dann mit nem geilen Song in den Ohren auf meinem Citybike diese riesige Brücke wieder runterrasen und am besten noch laut mitsingen. Das Schlimmste, was in solchen Momenten passieren kann: Mr. Neunmalklug aus dem Nachbarwald kommt auf seinem Rennrad hochgestrampelt, trägt einen Fahrradhelm auf seinem inhaltsschwangeren Kopf und geht davon aus, dass wir unseren Weg gemeinsam bestreiten. So ein Nervlon, aber was soll man tun...
Immerhin dann mit der neuen Ghetto-Girlsgäng in Erdlöchern rumgekrochen ♥
"Genau so fühlt es sich an, ein Regenwurm zu sein"
-wertvolle Erfahrungen für mein Leben- ...

Dienstag, 1. September 2015

naked on the kitchen floor

 
Bin Sonntag Abend bei einer Mitfahrgelegenheit mitgefahren - alles Studenten. Die Fahrerin hörte gar nicht mehr auf zu meckern über die Anstrengungen ihres Studiums und ihren endlosen Lernaufwand für nichts und wieder nichts. Ihr Lieblingssatz lautete "Ich hab kein Bock mehr!" Außerdem stellte sie fest, dass die kommenden zwei Jahre die "größte Scheiße auf diesem Planeten" werden würden, und sie schien es ernst zu meinen.. Wobei ich mir dachte, da gibt es aber schlimmeres bzw. wenn du's so kacke findest, warum machst du's dann? Die drei wetteiferten, wer am meisten Stress hatte und lästerten über Bekannte, die nur am Chillen seien und das Studium deshalb nicht schafften. Hat mich traurig gemacht, dass Leute offensichtlich ein Leben führen, dass sie gar nicht führen wollen, oder ist das nur die deutsche Gewohnheit, sich über alles aufzuregen?
Will so nicht werden, aber merke gleichzeitig, wie ich mich selbst über meinen Alltag beschwere und das Gefühl habe, keine Zeit für gar nichts zu haben. Keine Zeit für Gefühle, für zur-Ruhe-kommen, dafür, anderen Gutes zu tun. Will allein sein und habe gleichzeitig immer ein zeitverschwendendes Gefühl, an einem Ort ohne die Menschen zu sein, dir mir gut tun. Finde die Tage sind zu kurz für das, was ich tun will, ich bin umgeben von fremden Menschen oder verbringe unwirkliche Zeit auf allerengstem Raum (90 cm) zu zweit. Wissen nicht, was wir wollen, bin so unsicher, dass ich es für die einzige Wahrheit halte, dass alles ganz anders ist.

Freitag, 12. Juni 2015

Des Nachts im feuchten Gras

Manchmal muss man so tun, als ware man jemand anders.
Man muss so tun, als ware man jemand anders, um Sachen zu machen, für die man normalerweise nicht genug Arsch in der Hose hätte. Die Sachen, vor denen man zurückschreckt und sich hinter Hecken versteckt, daumenlutschend und mit dem Teddy fest in der anderen Hand.
In Zeiten, in denen man denkt, nichts auf die Reihe zu kriegen und sich in Auswegen und Ausreden verläuft, die sich in den Sofaritzen festsetzen und Heimlich doch für alle Ewigkeit bleiben.
In solchen Zeiten muss man sich in den Arsch beißen, den man ja gar nicht in der Hose hat, an den man allerdings ansonsten auch nicht mit den Zähnen rankommen würde. -Egal- das muss man zumindest machen oder alternativerweise einen Vielsafttrank brauen, um sich in eine andere Person zu verwandeln.
Die Ausreden sind nämlich "Lieber nichts riskieren, dann passiert mir auch nichts" oder "Andere können das viel besser als ich" und deswegen bleib ich lieber bei dem, was ich sonst immer gemacht habe.
Vielleicht zerrt die Zukunft grad an einem, sie zieht an deinem Arm, will dich aus der Gegenwart reißen, ungeduldig, wie ein quengelndes Kind tippt sie dir immer wieder mit dem Finger von hinten auf die Schulter, will dich ablenken, von dem was du grade tust. Macht dir gleichzeitig Vorwürfe wie deine Eltern, dass du nicht vernünftiger bist, nicht zielorientierter lebst. Und deswegen wirst du zu der Person, die lieber früh schlafen geht und tagsüber die To-Do-Liste abarbeitet, was eigentlich immer so anstrengend ist, dass man abends nicht mehr viel Zeit hat, höchstens für ein Schwarzbrot mit Leberwurst und laktosefreier Margarine. Also schnell danach die Zähne putzen und ab ins Bett, um morgens wieder zu funktionieren.
Obwohl man eigentlich insgeheim lieber jemand wäre, der durch die Nacht tanzt und weich auf nach Heuherberge duftenden Wiesen landet, um neue Sternbilder zu entdecken. Wenn man die ganze Zeit nur einen einzigen Stern anguckt und nicht aus den Augen lässt, verschwinden alle Sterne um ihn herum. Und wenn man in eine schwarze Lücke zwischen den Sternen guckt, verschwinden alle Sterne und es ist plötzlich nicht einmal mehr ein einziger zu sehen. Eigentlich dürfte es gar keine schwarzen Lücken zwischen irgendwelchen Sternen geben, denn wenn es unendlich viele Sterne gibt, dann müssten überall welche sein und nirgends am Himmel wäre mehr Dunkelheit. Er würde glitzern und funkeln, der Himmel, würde strahlen wie der pailletenbesetze obere Teil meines zu engen, weinend auf dem Fußboden liegenden Ballkleids.
Ging ganz leicht, sich in die Sternenfängerin zu verwandeln. Ich habe mir Smokey Eyes gemacht, ein paar traurige Lieder gehört und bin aus der Terassentür geschlichen. Dann habe ich das mit den Sternen ausprobiert. Und mit den Sternen waren irgendwann auch alle Geräusche verschwunden: Der rauschende Wind in den Blättern. Neue Kleider tragen die Bäume, stolz und vor jugendlicher Vitalität strotzend flattern sie in der lauen Sommernacht. Und solange man ganz still da liegt und sich nicht bewegt, kann man sich vorstellen, es wäre nicht kalt. Man kann das eigene Blut in den Ohren nicht mehr unterscheiden vom Rauschen der Blätter. In diesem Zustand- blind und taub, kann man sich leicht einbilden, dass man keine Angst vor den Monstern im Gebüsch hat. Auch wenn das in echt nicht stimmt. Denn spätestens, wenn man ganz genau weiß, dass da ein Mann im Dunkeln steht, der einen einfach nur beobachtet und der vorher noch nicht da war.. und dann merkt dass es nur der Mülleimer neben der Bank ist.. da kann man sich dann selbst nichts mehr vormachen. Was im Allgemeinen fast immer eine ganz schlechte Idee ist.
Tja, der innere Teddybär entlarvt einen am Ende eigentlich meistens und dann muss man einsehen, dass man nicht so cool wie das Mädchen mit den nur im Fernsehen verrucht aussehenden Smokey Eyes und den zerissenen Klamotten ist.
So ist es genau jetzt, denn ich mache mich selbst lächerlich und zum Affen, gebe mir die Blöße, pseudophilosophische Schriften öffentlich vorzutragen anstelle eines literarisch anspruchsvollen, intellektueller klingenden Werkes. Habe verzweifelt nach einem bedeutenden THema, nach einem attraktiven lyrischen Ich gesucht, sogar im Abstellraum unter der Treppe. Aber Worte, genau so wie Tage, Momente, Leute gewinnen dadurch an Bedeutung, dass man sie ihnen schenkt. Worte zeigen Wirkung, in dem man sie schreit, sie herausschleudert anstatt zu flüstern. Hatte geplant so zu tun,  als wäre ich in der Lage, ein kontrovers diskutiertes Thema überraschend aus einem völlig neuen Blickwinkel zu beleuchten und damit alle Erwartungen zu übertreffen. War ich aber nicht, aber dann habe ich gedacht, scheiß drauf und mir vorgestellt, wie ich meinen Text mit der Stimme einer erfahrenen Autorin vorlese. Deswegen hab ichs dann einfach gemacht.
Und ich hoffe, dass es niemals so viel Licht auf der Erde geben wird, dass man keine Sterne mehr sieht. Dann gäbe es nicht mal mehr dunkle, leere Löcher zwischen den Sternen. Sondern gar nichts mehr, der Himmel wäre nicht mehr da.
Je nachdem, welche Person man dann wäre, würde die Welt mit dem Himmel verschwinden oder neu erfunden werden wollen. Für welche Rolle wir uns entscheiden und wie gut wir sie spielen, liegt an uns.




 

Samstag, 8. November 2014

Neue Bekanntschaften

Nicht, dass mein Vater nur eine unangekündigte Vorglüh-Hausparty mit seinen Kumpels, die (sehr zum Entsezen meiner Mutter) feiert, um später zu einem Rockkonzert für Oldies aufzubrechen. Nein, am nächsten Morgen (es ist Samstag) kommt er auch noch pünktlich um sieben Uhr in mein Zimmer und ruft hektisch: "Es ist schon nach sieben, müsst ihr gar nicht in die Schule!?" Im ersten Moment ergreift mich die Panik: Irgendwie kommt mir die Schulwoche ganz schön lang vor...dann die Erkenntnis. "ES IST WOCHENENDE, WILLSTE MICH VERARSCHEN?", lautet meine Gegenfrage und nach kurzem erstaunten Zögern verlässt Vati irritiert das Zimmer. "Achja, stimmt, tschuldigung."
Die Erwachsenen...immer n bisschen hinterher in der Zeit.
Aber was ich eigentlich erzählen wollte: Mein Kollege Jo und ich waren gestern (zum zweiten Mal in unserem Leben) Blut spenden im örtlichen Bürgerhaus. Eine aufregende und meist ziemlich amüsante Angelegenheit! Und fiel auf, dass die Leute beim Blut spenden alle überaus liebenswürdig sind. Vor allem zwei Personen schlossen wir besonders in Herz. Zum einen Herrn Dr. Flöterich, einen jung gebliebenen, durchaus attraktiven Arzt mit Geheimratsecken im Anfangsstadium, der mir das Blut aus den Adern zog ;) Er fragte dauernd, ob alles okay wäre und kümmerte sich ganz rührend und seine "Patienten". Echt süß!! Außerdem trafen wir eine alte Bekannte wieder, die wir schon vom ersten Mal kannten (sie uns aber offensichtlich nicht mehr, liegt vielleicht am gehobenen Alter). Auch damals hatte sie uns bereits erzählt, dass ihr Mann Krebs habe und dass sie es ganz toll fände, dass wir jungen Leute spenden gingen. Diesmal kamen neue Informationen hinzu... Sie klärte uns darüber auf, was eine Kerzenparty ist (das gleiche wie ne Tupperparty, nur mit Kerzen). "Wie, ihr wart NOCH NIE auf einer Kerzenparty?" und wollte uns zu dieser gleich einladen. Außerdem stellte sie fest, dass wir ja gar kein Unterhemd anhatten und ob wir nicht fürchterlich frieren würden... Eine sehr fürsorgliche Dame.
Auf dem Rückweg gerieten wir sofort ins Schwärmen über Dr. Flöterich, der zwar mit seinen schätzungsweise 30 Jahren ein bisschen zu alt ist, aber eine solche Erfahrung und Sympathie ausstrahlt, wie man sie selten bei einem Mann erlebt. Zwar mussten wir in Erwägung ziehen, dass er bestimmt schon eine echt coole Freundin und n kleines Kind hat, aaaber... ab jetzt stehen wir regelmäßig auf der Matte, wenn wieder Blut spenden angesagt ist! :D

Donnerstag, 10. Juli 2014

Ponyhof des Lebens

In meiner Nachbarschaft gibt es unzählige Leute, die ihren Hunden auffallend ähnlich sehen. Da sollte ich es mir wahrscheinlich nochmal überlegen, mir später einen Mops anzuschaffen.
Aber Haustiere sind sowieso scheiße. Türen sind scheiße, auch wenn oder gerade weil sie eine tragende Rolle in Kafkas "Verwandlung" spielen. Erwartungen und Gefühle sind scheiße. Krank sein im Sommer ist scheiße. Schule ist scheiße.
Was schreibt man in einer E-mail an jemanden, der höchstwahrscheinlich bald stirbt, ohne total lächerlich zu klingen? Btw, Habt ihr "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" geguckt? Ich am Montag, war auch ziemlich romantisch und traurig. Trotzdem musste ich nicht heulen (während alle um mich herum mit der Zeit in einem Berg aus benutzten Taschentüchern verschwanden), aber irgendwie kam mir alles so weit weg vor, eben nur auf einer Kinoleinwand. Selbst mein Leben kommt mir manchmal nicht mehr vor wie mein eigenes. Passiert das hier grade wirklich? Irgendwie teilnahmslos, meine Heulfreundinnen bezeichneten mich als emotionslos und wahrscheinlich bin ich genau das, denn heute nannte mich meine Mutter eine unsoziale "arrogante Kuh", der eh alles egal wäre und die alles überall rumliegen lässt. Bekomme das Gefühl, mich wirklich überwiegend beschissen zu verhalten, aber irgendwie hab ich auch keinen Bock, es zu ändern, denn was macht am Ende den Unterschied? Wir werden eh alle sterben, am Ende. Also wäre jegliche Gefühlsduselei doch nur Zeitverschwendung.
Und dann werde ich als Erdnuss wiedergeboren, was zugegebenermaßen auch nicht gerade toll wäre.
Noch ne Frage, die mich beschäftigt: Wie friendzone ich jemanden, ohne echt standartmäßig zu klingen? Tendiere dazu, einfach zu sagen: "Nö ich hab keinen Bock", alles andere erscheint mir zu kompliziert und zu unbedeutend. Aber das wäre wahrscheinlich mal wieder nicht sehr einfühlsam. Und ist es in allen Fällen immer besser, das zu sagen, was man denkt, auch wenn es gar nichts ändern würde?  Bewundere ja Leute, die das tun, wirklich. Aber...
"Und hübsch find ich dich übrigens auch", hast du gesagt, aber das ist nicht wahr, denn dadurch dass ich so böse und unsozial bin und nie wieder lache, werde ich bald echt hässlich sein.
Sommer, ich hoffe, du hast einen Plan für mich, denn ich habe keinen.

Montag, 20. Januar 2014

Innere Kältewelle



Der Strom fließt gleichmäßig und unaufhaltsam Richtung Stadt. Menschen mit leeren Gesichtern folgen einer unsichtbaren Kraft, alle unbekannt und eigentlich gar nicht da.
Kalte Winterluft, plötzlich! Sie schlägt mir ins Gesicht, riecht nach dem letzten Winter, Nacktbaden bei Minusgraden in der Ostsee, Melanchonie und fallendem Zuckerwatteschnee.
Aber die Arbeitswelt im Büro ist noch kälter. Leute in steifen Nadelstreifenanzügen erklären mir die Welt und ich verstehe kein Wort, bin den ganzen Tag mit Nichtstun und Tee trinken beschäftigt.
Komme mir unendlich klein und unbedeutend vor.
Als ich unabhängig und selbstbewusst alleine durch einen Hipsterladen schlendere und mich dann gewollt cool mit einem Buch bei Starbucks niederlasse, wird dieses Gefühl nur noch verstärkt. Allein unter tausenden Menschen.
Die Stadt steckt mich an mit ihrer Kälte, aus meinen Tränen werden Eiszapfen, die klirrend auf dem Asphalt zerspringen. Vielleicht bewirkt es immer nur das Gegenteil, wenn ich mir wünsche, ich würde dir irgendwo zufällig begegnen? Ich will nicht alleine sein, ich will nur dich und nichts anderes! Aber Wünsche gehen doch nie in Erfüllung...
Deswegen weine ich jedes Mal auch für dich.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Berufsberatungstermin? ...Nein danke

Hey frieendzZ... Muss euch von einem langweiligen Thema berichten.
Heute in der Schule wurde im Unterricht so eine Liste rumgegeben, worauf man sich für einen Termin zur Berufsberatung eintragen konnte. So ungefähr alle Leute aus meiner Klasse hatten sich schon eingetragen. Natürlich wäre es auch durchaus nützlich und hilfreich, zu so einem Gespräch zu gehen, zumal ich leider noch keine Ahnung habe, was ich nach der Schule machen will.
Aber ich schiebe das Thema auch immer von mir weg, weil ich abgeneigt bin, so weit in die Zukunft zu denken. Und außerdem dachte ich mir: "Nee, einfach mal nicht!! Ich will eigentlich gar keinen Beruf haben".. was auch total schwachsinnig ist, aber irgendwie bin ich davon abgeschreckt, erwachsen zu sein. Also gab ich die Liste, ohne meinen Namen darauf zu schreiben, mit einem angewiderten Blick weiter. Ziemlich doof von mir wahrscheinlich. Aber naja egal
Wann sind denn auch alle anderen so erwachsen geworden? Seitdem alle jeden Tag nur noch arbeiten und keine Zeit mehr für einen haben? Seitdem sie alles schrecklich wichtig nehmen und eigentlich schon jeder weiß, was er studieren will? Seit sie einen Freund haben? Kommt mir zumindest so vor. Hab ich da irgendwas verpasst?

Samstag, 19. Oktober 2013

Nimmerland



Wir werden erwachsen. Wir fangen an, das zu tun, was alle tun. Die Dinge, die getan werden müssen, wie es scheint. Wir lernen Auto fahren. Wir arbeiten und streiten uns darum, wer am meisten verdient, wer am meisten Stress hat.
Den ganzen Tag an einem Ort sitzen, an dem wir gar nicht sein wollen. Leuten gefallen wollen, die wir nicht mal mögen. Sich von Bewertungen anderer abstempeln lassen, die mit der eigenen Vorstellung nicht übereinstimmen. Jemand sein wollen, der man gar nicht ist.
Alles genau planen und danach fein säuberlich ins Fotoalbum einkleben. Alles korrekt, die Musik bloß nicht zu laut drehen, was sollen denn die Nachbarn denken?
Auf der Suche nach dem eigenen Weg an allen anderen vorbeiziehen und nur an sich denken. Immer nur frei sein wollen.
Und am Ende merken, dass man ganz alleine ist.
Ich will nicht erwachsen werden, nie!