Dienstag, 19. Mai 2026

Dis/connection part 2

Kein Ende

Wie Perlen auf einer Kette, die nie fertig geworden ist. Viele kleine Momente und Zeit wie ein Band und ein Schimmer, ein Nachglühen, weil du dich in mein Herz gebrannt hast. Das Brandmal verblasst langsam, aber irgendwas bleibt. Und ich vermisse dich dann, wenn die anderen mir mal wieder nicht genügen. Wenn ich das vermisse, was mir kein anderer geben konnte. Wenn ich merke, dass alles vorbei geht. Weil ich das mit dir so gut verdrängen und in der Für-Immer-(oder wenigstens Für-Lange-)Illusion leben konnte. Weil Zeit mir dir zwar auch vorbei gegangen ist, aber sie gefüllt war mit uns. Wenn ich auf meiner immerdauernden Suche zur Abwechslung mal kurz inne halte, vermisse ich dich und denke, vielleicht wär es schön einfach nur zu reden. Vielleicht auch nicht und es wär einfach nur leer. Manchmal war da ein Glühen und dann wieder alles nicht deep genug. Bin so müde vom Suchen. Will einfach nur zusammen liegen und sonst nichts. Vielleicht mit dir, oder wem anders. Hauptsache mich fallen lassen können. Das konnte ich irgendwann ein bisschen mit dir. 

Stören nicht sooo doll. Diese angefangenen DIY-Teile die überall rumliegen. Armbänder, Perlenketten, Häkel-Projekte.. Kann die gut weg ignorieren. Aber im Hinterkopf hab ich sie trotzdem. Und wenn mal eins fertig wird, bin ich irgendwie auch zufriedener. Als wenn ich ständig neue anfange und alte liegen lasse. An manche kann man wann anders wieder anknüpfen und dann ist irgendwie ein besserer Zeitpunkt. Manche anderen sind einfach ein Fail... dann Loslassen auch irgendwie ganz befreiend. 

Dis/connection part 1

Fühl mich erdrückt, verschwinde in mir, verschwinde in Verfügbarkeit für den anderen. Verschmelze mit dem Gegenüber, keine wirkliche connection, bin nur Zuhör-Roboter. Brauche Momente zwischen den Worten, zum Denken, zum Fühlen, doch in all deinen Worten hab ich mich selbst verloren. 

Will weinen, bin so erschöpft davon, mich selbst zurück zu halten, dabei brauche ich grad so sehr jemanden der mich hält, der mich sieht (während ich fleißig alle wegstoße die das vielleicht wollen). Ich nehme nicht teil, reagiere nur, bin dein emotionales Echo. 

Zeige mich nicht, aus Angst in Leere zu fallen und die habe ich eh schon in mir. So lange du bei mir bist, aber auch nicht, kann ich nicht fallen, aber ich hänge lässig am Abgrund, als wär nichts und lächle gequält, um dir Aufmerksamkeit zu signalisieren. Aber 3/4 meiner Aufmerksamkeit sind bei meiner eigenen Leere, bei diesem Hängen, bei Gedanken an Abgrund. Wobei da keine Leere ist. Sondern ganz viel in mir, ein Strudel, aber er wird überlagert von deinen niemals enden wollenden Worten. Ich will dir zuhören, weil ich dich mag, aber noch lieber will ich mit dir in Verbindung sein. Währenddessen am Abgrund, der keiner sein müsste: 

Einfach erschöpft sein von so viel "sozialer" Interaktion - vermutlich eher von den Disbalancen darin, die ich niemals glatt bügeln oder einfach mal aushalten kann. 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Schneekugel

Winter in der Schneekugel verbracht 
es schneit Glitzer 
alles andere bleibt draußen 
Nur das Dorf und der Berg und schrullige, aber liebenswerte Menschen
Immer draußen sein 
immer in Bewegung 
dafür Ruhe in meinem Kopf 
Gespräche plätschern dahin 
der Organismus aus Menschen verändert sich stetig 
alles andere ist fern und nicht Teil dieser Welt 
meiner Welt in einer hübschen kitschigen Glaskugel
Langsam aber sicher tauche ich daraus auf 
taut der Schnee 
kündigt grünbrauner Matsch und Regen den Frühling an 
Aufbruch 
Ein ewig dauernder Moment, der dann doch auf einmal vorbei sein wird
schneller als ich Melancholie sagen kann
War, als wäre die Zeit für einen Winter stehen geblieben in einem besonders schönen Moment
so sehr stehen geblieben, so sehr versunken 
habe fast vergessen, seine Vergänglichkeit zu betrauern

Freitag, 7. November 2025

Patchwork

Ich sammle Worte. Grabe mich durch Seiten und setze sie dann neu zusammen. 

Irgendwie geklaut und mit ein paar neuen, anderen Worten dazwischen gesteckt. 

Einzelne Abschnitte neu zusammenwürfeln und dann an andere dran kleben, nähen, heften. 

Mir meine Gedanken dazu machen und sie einfließen lassen, aber erkennen sie andere darin oder lesen sie 

etwas ganz anderes in meinem Flickenteppich? 

Später noch die Nähte versäubern, damit es trotz Patchwork halbwegs ordentlich aussieht. 

Aber erstmal weiter Worte wiederkäuen. Und sie mit der Welt verbinden. 

Hoffe Kreativität fliegt mir zwischen ihnen wieder zu. Vielleicht müsste ich dazu zwischen den Zeilen lesen. 

Habe bisschen vergessen, wie das geht. Oder mal meine Schreib-Meditations-CD aus der Bücherei hören. 


<33 


Sonntag, 2. November 2025

Safe

Tüllich. Safe. Sicher, ganz sicher 
kann ich schreiben. Kann ich Wahrheiten erkennen und benennen und beschreiben und verständlich machen und umfassend betrachten. 
Ohne Zweifel 
kann ich Worte finden und zusammenbauen und ein ganzes Gerüst an Formulierungen verweben zu einem riesigen Teppich, der ein ganzes Zimmer, eine ganze Wohnung, das ganze Haus ausfüllt. 
Auf dem ich dann herumstolzieren kann, verweilen, mich im Muster verlieren, mit meinen Händen darüber streichen, mich darauf ausruhen. 
Worte wie ein Weg. Die zu etwas hinführen, die Geschichten erzählen. Wahre Geschichten, mit wahren Zahlen und Fakten. Wobei mir Zahlen ja suspekt sind, weil sie so unbewegt aussehen. Aber ein paar Zahlen kann ich als Perlen reinweben. Ansonsten Worte, die im Raum hallen und deren Melodie nachklingt. Kunst machen aus Worten. 
Auf jeden Fall fliege ich jetzt los auf meinem Teppich aus Worten. (Bei mir) unpopular opinion: Ich kann Worte sogar sprechen und singen, nicht nur schreiben. Komme dann wieder, wenn ich genug umher geflogen bin und beweise es. Mit Schreibmaschine jetzt erstmal los auf meinem Teppich.