Donnerstag, 12. Februar 2026

Schneekugel

Winter in der Schneekugel verbracht 
es schneit Glitzer 
alles andere bleibt draußen 
Nur das Dorf und der Berg und schrullige, aber liebenswerte Menschen
Immer draußen sein 
immer in Bewegung 
dafür Ruhe in meinem Kopf 
Gespräche plätschern dahin 
der Organismus aus Menschen verändert sich stetig 
alles andere ist fern und nicht Teil dieser Welt 
meiner Welt in einer hübschen kitschigen Glaskugel
Langsam aber sicher tauche ich daraus auf 
taut der Schnee 
kündigt grünbrauner Matsch und Regen den Frühling an 
Aufbruch 
Ein ewig dauernder Moment, der dann doch auf einmal vorbei sein wird
schneller als ich Melancholie sagen kann
War, als wäre die Zeit für einen Winter stehen geblieben in einem besonders schönen Moment
so sehr stehen geblieben, so sehr versunken 
habe fast vergessen, seine Vergänglichkeit zu betrauern

Freitag, 7. November 2025

Patchwork

Ich sammle Worte. Grabe mich durch Seiten und setze sie dann neu zusammen. 

Irgendwie geklaut und mit ein paar neuen, anderen Worten dazwischen gesteckt. 

Einzelne Abschnitte neu zusammenwürfeln und dann an andere dran kleben, nähen, heften. 

Mir meine Gedanken dazu machen und sie einfließen lassen, aber erkennen sie andere darin oder lesen sie 

etwas ganz anderes in meinem Flickenteppich? 

Später noch die Nähte versäubern, damit es trotz Patchwork halbwegs ordentlich aussieht. 

Aber erstmal weiter Worte wiederkäuen. Und sie mit der Welt verbinden. 

Hoffe Kreativität fliegt mir zwischen ihnen wieder zu. Vielleicht müsste ich dazu zwischen den Zeilen lesen. 

Habe bisschen vergessen, wie das geht. Oder mal meine Schreib-Meditations-CD aus der Bücherei hören. 


<33 


Sonntag, 2. November 2025

Safe

Tüllich. Safe. Sicher, ganz sicher 
kann ich schreiben. Kann ich Wahrheiten erkennen und benennen und beschreiben und verständlich machen und umfassend betrachten. 
Ohne Zweifel 
kann ich Worte finden und zusammenbauen und ein ganzes Gerüst an Formulierungen verweben zu einem riesigen Teppich, der ein ganzes Zimmer, eine ganze Wohnung, das ganze Haus ausfüllt. 
Auf dem ich dann herumstolzieren kann, verweilen, mich im Muster verlieren, mit meinen Händen darüber streichen, mich darauf ausruhen. 
Worte wie ein Weg. Die zu etwas hinführen, die Geschichten erzählen. Wahre Geschichten, mit wahren Zahlen und Fakten. Wobei mir Zahlen ja suspekt sind, weil sie so unbewegt aussehen. Aber ein paar Zahlen kann ich als Perlen reinweben. Ansonsten Worte, die im Raum hallen und deren Melodie nachklingt. Kunst machen aus Worten. 
Auf jeden Fall fliege ich jetzt los auf meinem Teppich aus Worten. (Bei mir) unpopular opinion: Ich kann Worte sogar sprechen und singen, nicht nur schreiben. Komme dann wieder, wenn ich genug umher geflogen bin und beweise es. Mit Schreibmaschine jetzt erstmal los auf meinem Teppich. 



Trotz

 Es ist so leise. Zu leise. Draußen ist es zu laut, zu viel Kälte, zu wenig Gefühl. Zu dunkel, zu hell, zu überladen, zu leer. Warte auf die Eingebung, die Rettung, die Erleuchtung, auf Perfektion, auf Erlaubnis, auf Inspiration. Treibe richtungslos vor mich hin und klammer mich an Plastikstrohhalme, anstatt selbst zu schwimmen. Liebe es, mir Gedanken zu machen, aber es sind zu viele und immer die gleichen und sie machen mir schlechte Laune. Dabei ist zur genau gleichen Zeit, zu der die Gedanken meine Chakren verstopfen, ganz vieles auch toll und wenn ich nur kurz die Frequenz wechsle, die Lautstärke hoch drehe, in einem anderen Kapitel lese, das Tempo beschleunige, mit Farbe um mich schmeiße, ist quasi alles möglich. Zum Beispiel Entschlossenheit. Und Freude. Und Dankbarkeit. Und Verbindung. Und Humor. 

Und wenn alles um mich und in mir langweilig erscheint, bewegungslos, von Angst gelähmt, sich duckt und versteckt - werde ich jetzt einfach mal zur Abwechslung laut, aber lieber erstmal alleine. Zusammen ist es manchmal noch lauter. Ein schönes, lebendiges laut. Eine Band. 

1. Hier bisschen Punkmusik (naja fast) für die Energy. Wie nice ist das Album!??!? 

2. Schriftsteller-Inspiration. Falls ihr euch gefragt habt, wie ich heute den Tag verbringe: Spiele, dass ich eine Schriftstellerin bin und werde mit Wörtern um mich werfen. Zwischendrin Spiegelei, Hula Hoop und wütend sein. Bin wütend auf meine Selbstzweifel und aufs leise sein. Aber wütend > traurig! 
 









Montag, 27. Oktober 2025

Selbstfürsorge laut Seneca

 "Kontrolle der eigenen Gedanken, morgendlicher Vorsatz, abendliche Prüfung, Meditation, Lektüre, Memorieren von Sentenzen, Gespräche, Briefeschreiben, um sich wechselseitig Rat zu geben, Konzentration auf nur Eines, Wissen, welche Dinge gleichgültig sind, Vorbereitung auf den Tod, Befolgung von Maximen und immer wieder als wichtigste Aufgabe die Zeiteinteilung für den Tag wie für das ganze Leben."