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Sonntag, 7. Juni 2026

Update

Habe ein neues Fahrrad. Meine Frauenärztin sagt, dass die meisten Probleme glücklicherweise lösbar sind. Habe das seitdem als Mantra verinnerlicht - egal ob es true ist oder nicht. Bisschen Naivität tut immer gut! 

Ich halte es wieder besser aus, Zeit mit mir zu verbringen. Auch mit anderen (den meisten zumindest). Jetzt ziehe ich aber in 2 Wochen aus meiner Wohnung aus und stürze mich in ein Gemeinschaftsleben mit 7 fremden Menschen. Fühle mich beim Gedanken daran allein und ängstlich. Aber immerhin bin ich diesmal nicht in Sachsen. Und hab ja einige Stützen im Leben: Sportkurse, einen fast sicheren Arbeitsplatz, tolle people um mich. Die dann nur auf der anderen Seite des Flusses wohnen. Oder irgendwo ganz anders sind, aber trotzdem da. 

Die KI hat mir life advice gegeben: Mein Nervensystem sei gleichzeitig überreizt und ausgehungert. Wer kennt es nicht? Daher lobe ich mir: kaltes Wasser, kuscheln (würde gern mehr), Langsamkeit, Lebensphase so nehmen wie sie ist, gute Bücher!!!

Ganz große Empfehlung: 

                             Produktbild: Sister Snake | Amanda Lee Koe 

https://www.hugendubel.de/de/buch_gebunden/amanda_lee_koe-sister_snake-52029214-produkt-details.html?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=21787492227&adCode=320R30K21K10U&utm_term=&gad_source=1&gad_campaignid=21787492227&gbraid=0AAAAADi36RB1CYKTmmmz2DaKeQ2KY8YiA&gclid=Cj0KCQjwrZTRBhDSARIsAHidYfdUxWqfB9DjlNugg_Kiy-DUCe-Vh9G70r0aUlTheN_22pHQxU1dzRwaAsvqEALw_wcB

Sonntag, 2. November 2025

Trotz

 Es ist so leise. Zu leise. Draußen ist es zu laut, zu viel Kälte, zu wenig Gefühl. Zu dunkel, zu hell, zu überladen, zu leer. Warte auf die Eingebung, die Rettung, die Erleuchtung, auf Perfektion, auf Erlaubnis, auf Inspiration. Treibe richtungslos vor mich hin und klammer mich an Plastikstrohhalme, anstatt selbst zu schwimmen. Liebe es, mir Gedanken zu machen, aber es sind zu viele und immer die gleichen und sie machen mir schlechte Laune. Dabei ist zur genau gleichen Zeit, zu der die Gedanken meine Chakren verstopfen, ganz vieles auch toll und wenn ich nur kurz die Frequenz wechsle, die Lautstärke hoch drehe, in einem anderen Kapitel lese, das Tempo beschleunige, mit Farbe um mich schmeiße, ist quasi alles möglich. Zum Beispiel Entschlossenheit. Und Freude. Und Dankbarkeit. Und Verbindung. Und Humor. 

Und wenn alles um mich und in mir langweilig erscheint, bewegungslos, von Angst gelähmt, sich duckt und versteckt - werde ich jetzt einfach mal zur Abwechslung laut, aber lieber erstmal alleine. Zusammen ist es manchmal noch lauter. Ein schönes, lebendiges laut. Eine Band. 

1. Hier bisschen Punkmusik (naja fast) für die Energy. Wie nice ist das Album!??!? 

2. Schriftsteller-Inspiration. Falls ihr euch gefragt habt, wie ich heute den Tag verbringe: Spiele, dass ich eine Schriftstellerin bin und werde mit Wörtern um mich werfen. Zwischendrin Spiegelei, Hula Hoop und wütend sein. Bin wütend auf meine Selbstzweifel und aufs leise sein. Aber wütend > traurig! 
 









Sonntag, 6. Oktober 2024

Sonntagmorgen in meiner Stadt

Diese Stadt ist freundlich, aufgeräumt (zumindest für eine Stadt) seitdem ich ein halb-einsames Wochenende im brutalen Berlin verbracht habe. 

Die Sonne, die warmen Farben der Blätter, die Linien die drei Möwen auf dem Wasser hinterlassen. Sie drehen gemächlich ihre Kreise und gucken ab und zu neugierig zu mir rüber, kommen näher und entfernen sich wieder, sie scheinen kein Ziel und keine Eile zu haben, sondern auch den Tag auf sich zukommen zu lassen. 

Neben mir und den Möwen tun das auch andere: Am Schachtisch neben der großen Eisenbahnbrücke sitzen ein Mann und eine Frau am Wasser zusammen, beide mittelalt, und spielen Karten, neben sich zwei 0,5l Bierdosen. Er trägt eine orange Warnweste und raucht; sie hat einen schwarzen Anorak an und eine Lederhandtasche dabei. Vielleicht kommt er von der Nachtschicht und sie trinkt mit ihm ein Feierabendbier? 

Ein Obdachloser liegt unter der nächsten Brücke und schläft noch, während ein Pärchen mit einer Brötchentüte und Coffee to go fröhlich plaudernd vorbei spaziert. Seit ein paar Nächten ist der Himmel sternenklar und die Luft schneidend kalt, wenn ich nachts von Partys nach Hause radle.

Eine Gruppe von 20 jungen Menschen (anscheinend keine Morgenmuffel) joggt lauter schnatternd als die Enten vorbei. Eine Frau steht auf dem Steg und begrüßt die Sonne, die sich im glatten Wasser vor ihr spiegelt - nur sie allein und die Sonne und die Stadt um sie herum. 

Drei Boomer absolvieren ihre Sonntags-Laufrunde und es gibt wieder nur ein Thema: "...weil Gender-Sternchen ja das größte Problem sind, das wir haben." Dabei sprechen sie das G von Gender aus wie das G in Gerhard. Ich frage mich, ob aus Spaß oder auf ernst. 

Ein weiterer (bisschen zu alt für Boomer) sitzt allein am Kanal und angelt. Eine Mutter fährt ihre zwei Kinder in einem Lastenfahrrad irgendwohin. Die Kirchenglocken läuten. Ich denke an Sachen, die ich gerne machen würde und frage mich zugleich, ob ich die wirkliche gerne machen würde, weil wenn ja würde ich sie ja tun. Zum Beispiel sonntags in die Kirche gehen, an einem Triathlon teilnehmen, mich im Hallenbad verlieben, meine Kollegin doch nochmal nach einem Date fragen oder auch vielleicht erstmal nach einem harmlosen Treffen, wieder öfter Volleyball spielen, Zeit mit Pferden oder Kindern verbringen.