Sitze auf dem Festerbrett und lackiere mir die Nägel weinrot. Draußen regnet es grau in die Pfützen.
Dazu höre ich die "Entspannungsmusik"-Playlist bei Spotify, deren Titel Namen tragen wie "All is not lost" oder "No arguments" und die sich ebenso dramatisch anhören. So wie in den Filmszenen, wo eine verlassene Frau am Fester sitzt, sich die Nägel lackiert oder und ins trübe Regennass starrt und ihre Gedanken sehnsuchtsvoll abschweifen, hin zu besseren Tagen, wild romantischen Picknicks in Sommerkleidern oder so.
Allerdings bin ich nicht verlassen worden. Höchstens von allen guten Geistern...
Kennt ihr das, wenn ihr selbst euch an Gesichter und Namen von Leuten verhältnismäßig gut erinnern könnt (ich sage verhältnismäßig, dachte aber dass es ganz normal wäre), die anderen Leute sich aber nicht an euch? Frage mich dann immer, ob es daran liegt, dass ich so langweilig und unbedeutend bin/aussehe oder daran, dass mein Gedächtnis einfach überdurchschnittlich ist und das der anderen Leute nicht. Ohne Witz, selbst nach mehreren Jahren kann ich mich an die Gesichter von Leuten erinnern, selbst wenn ich mit ihnen nicht besonders viel zu tun hatte.
Vor einiger Zeit saß mir Steven aus dem Kindergarten gegenüber (unsere Kindergartenzeit ist jetzt ca. 20 Jahre her), ich hab sein Gesicht sofort erkannt (er sah viel attraktiver aus als damals), wenig später fiel mir auch sein Name ein und dass er früher ein Unruhestifter war, vor dem alle Angst hatten... Ihn ansprechen allerdings konnte ich natürlich nicht, denn wie stalkermäßig wäre das denn gewesen?
"Hi, du bist doch Steven, kennst du mich noch? Wir waren zusammen im Kindergarten", er hätte mir wahrscheinlich n Vogel gezeigt bzw. wäre es zu einer unangenehmen Situation gekommen.
Deswegen spreche ich Leute nicht mehr an, die ich mal gekannt hab und das ist ja eigentlich auch blöd.
Merke gerade, dass die Playlist keine ist und nur die beliebtesten Entspannungshits beinhaltet... Das gibt mir irgendwie zu denken.
Eine weitere wichtige Frage: Wie bekommt frau es hin, die Nägel nach dem Lackieren ordnungsgemäß trocknen zu lassen? Ich muss ungefähr 30 sek nach dem Lackieren dringend auf Klo oder aber widme mich einer vermeintlich nägelschonenden Tätigkeit wie lesen oder im Bett liegen (wird meistens zu langweilig). Es ist schlichtweg unmöglich, aber Tippen geht wie ich gerade bemerke.
Genug meditiert, ich schreite jetzt mal zur Tat und befolge die To-Do-List:
-Biomüll raus
-Anti-Schimmel-Farbe im Baumarkt kaufen (ja, ich wohne in einer Gammelbude)
-Vorstellungsgespräch-Termin vereinbaren
-Bad putzen
-Suppe kochen
-Kuchen backen
-vlt zur Bücherhalle, Bücher zum Thema "Basteln mit Senioren" ausleihen (ja, ich bastel mit Senioren)
Spießiger geht's wohl echt nicht... Naja, vielleicht ziehe ich irgendwann ja in den Busch, die Zivilisation langweilt mich gerade. Irgendwann gibt's aber kein Entkommen mehr, ich merke wie ich immer mehr in ihren lähmenden Bann des Alltags reingezogen werde. Irgendwelche Tipps für mich?
Lg
Hier schreibe ich! Und zwar über alles was mich grade interessiert, Begebenheiten aus meinem aufregenden Teenieleben, ganz grosse Gefühle und vieles mehr, denn auch die coolsten Girls haben mal Probleme. Viel Spass beim Lesen, ihr Stalker! Eure Zimtschnecke
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Mittwoch, 6. Februar 2019
Montag, 19. Oktober 2015
the voice that calls me in another life
Ey! ...
Jo, was is?
Komm ma her.
Ugh, warum?
Ich will was machen, weisst du?
Manchmal bist du echt schräg.
Ja ich weiss, gehört sich so.
-
Ein 73 sekündiger Spaziergang zum nächsten Baum beginnt. Sie dreht sich mehrmal um, um zu sehen, dass die Party weiter geht. Heute ist Freitag und sie hatten sich entschlossen auf der Wiese neben dem Wald ein Lagerfeuer zu zünden. Sie will, dass er sich gegen den Baum lehnt, so hat sie sich das immer ausgemahlt. Angeleuchtet wird nun nur sie, vom Feuer. Ist auch gut so, denkt sie sich, dann kann ich nicht immer nur auf seine Lippen starren.
-
-
Was willst du denn hier machen?
-
Sie zögert. Sie wusste, dass es dazu kommen würde. Aber manchmal, da muss man die Arschbacken eben ganz doll zusammenkneifen.
-
-
Ok. Ich will dir einen Kuss geben.
...
Ich muss das einfach machen.
...
____________________________________________________________
So, oder so ähnlich, male ich mir das aus. So ist die Realität doch, oder? ODER.oder.UND.und. So viele Dinge, die man machen will, doch aber nicht kann. Warum? Weil ich veststecke in der Kapsel meiner Entscheidungen. Die, die gefallen wurden, die, die fallen und die, die fallen werden, vielleicht zumindest. Sich sehnend nah dem Rausch der legalen Drogen. Ist küssen auch eine Droge? Ich sollte da mal ein Kartell eröffnen. Dann werde ich Milliardär. Und ich kaufe mich im Anti-Herpes-Salben-Geschäft ein, dann wird der Profit noch besser. Naja, egal. Der Typ, dem das gewidmet, ist es BESTIMMT eh nicht wert...
"We yearn to escape the demons of our subjectivity. We yearn to escape our selves, into intimacy. We yearn to sense that we are in absolute touch with things; and we are, of course.
There is in all of us an ache to care for the world. So why do we seem to have such trouble connecting to one another in even the most simple-minded, hand-holding ways? We don't seem able to understand what is generosity and what is selfishness, and in consequence we educate ourselves into two-hearted confusion as we try to define our responsibilities.
We want to know: where are we, and why were we ever born? We want to understand why we need to understand. Something is wrong, part of us is missing, we know it. Do we just dissolve, like light in the evening sky?
We are very frightened: we are driven to the unending and utterly impossible task of trying to heal ourselves back into whatever it is we understand as holy. We dream of childhood, sex and music and the beauty we can see. We find religion.
People go walking into nature. They say they feel they are becoming part of things. They say they want to be like a stone, or a flower; they say such release from the self is bliss, a kind of religious ecstasy, and they want it over and over.
But you have to wonder. Philosophers argue that we cannot be aware of ourselves without language. They say we are created by our language, that we live immersed in language and cannot escape; they say language stands as a scrim between us and what we think of as "real", and that we have to name things before we can know them. As a result we can never know what is "actual". All we know is names and stories.
Those are the argumenst. Maybe the people who go for walks are not connecting with anything at all, and find their joy simply by slipping out of the world for a while and refusing to participate. Perhaps that's all I'm looking for as I seek to reinhabit the child I imagine as myself: a way out like a drug.
I hope not. What I am looking for, at least so I tell myself, is a set of stories to inhabit, all I can know, a place to care about."
There is in all of us an ache to care for the world. So why do we seem to have such trouble connecting to one another in even the most simple-minded, hand-holding ways? We don't seem able to understand what is generosity and what is selfishness, and in consequence we educate ourselves into two-hearted confusion as we try to define our responsibilities.
We want to know: where are we, and why were we ever born? We want to understand why we need to understand. Something is wrong, part of us is missing, we know it. Do we just dissolve, like light in the evening sky?
We are very frightened: we are driven to the unending and utterly impossible task of trying to heal ourselves back into whatever it is we understand as holy. We dream of childhood, sex and music and the beauty we can see. We find religion.
People go walking into nature. They say they feel they are becoming part of things. They say they want to be like a stone, or a flower; they say such release from the self is bliss, a kind of religious ecstasy, and they want it over and over.
But you have to wonder. Philosophers argue that we cannot be aware of ourselves without language. They say we are created by our language, that we live immersed in language and cannot escape; they say language stands as a scrim between us and what we think of as "real", and that we have to name things before we can know them. As a result we can never know what is "actual". All we know is names and stories.
Those are the argumenst. Maybe the people who go for walks are not connecting with anything at all, and find their joy simply by slipping out of the world for a while and refusing to participate. Perhaps that's all I'm looking for as I seek to reinhabit the child I imagine as myself: a way out like a drug.
I hope not. What I am looking for, at least so I tell myself, is a set of stories to inhabit, all I can know, a place to care about."
william kittredge - hole in the sky
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