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Sonntag, 2. November 2025

Safe

Tüllich. Safe. Sicher, ganz sicher 
kann ich schreiben. Kann ich Wahrheiten erkennen und benennen und beschreiben und verständlich machen und umfassend betrachten. 
Ohne Zweifel 
kann ich Worte finden und zusammenbauen und ein ganzes Gerüst an Formulierungen verweben zu einem riesigen Teppich, der ein ganzes Zimmer, eine ganze Wohnung, das ganze Haus ausfüllt. 
Auf dem ich dann herumstolzieren kann, verweilen, mich im Muster verlieren, mit meinen Händen darüber streichen, mich darauf ausruhen. 
Worte wie ein Weg. Die zu etwas hinführen, die Geschichten erzählen. Wahre Geschichten, mit wahren Zahlen und Fakten. Wobei mir Zahlen ja suspekt sind, weil sie so unbewegt aussehen. Aber ein paar Zahlen kann ich als Perlen reinweben. Ansonsten Worte, die im Raum hallen und deren Melodie nachklingt. Kunst machen aus Worten. 
Auf jeden Fall fliege ich jetzt los auf meinem Teppich aus Worten. (Bei mir) unpopular opinion: Ich kann Worte sogar sprechen und singen, nicht nur schreiben. Komme dann wieder, wenn ich genug umher geflogen bin und beweise es. Mit Schreibmaschine jetzt erstmal los auf meinem Teppich. 



Mittwoch, 28. Oktober 2020

normal life

 Hey Folks, 

Trinke grad übelst dekadent nen Nachmittagskaffee mit aufgeschäumter Milch und AGARVENDICKSAFT (fragt nicht), obwohl ich gar keinen Kaffee mag, aber jetzt im Erwachsenenlife irgendwie schon. Es war immer meine konkreteste Vorstellung vom Erwachsensein, Kaffee aus purer Freude zu trinken. Und nun ist es so weit gekommen.  

Außerdem befand ich mich heute zum wiederholten Mal in der Situation, ArbeitskollegInnen außerhalb der Arbeit, aber genau genommen noch im Arbeitsterrain anzutreffen, ohne ihnen begegnen zu wollen. Burgunde, die Fast-Rentnerin mit Steppjacke blondiert seit geraumer Zeit ihre Haare nun nicht mehr, sondern lässt das grau einfach rauswachsen. "Was soll's? Irgendwann ist es ja auch an der Zeit und meine Friseurin meinte auch, es steht mir!" Flötend und beschwingt läuft sie genau in dem Tempo von der Bahn bis zur Arbeit vor mir her, sodass ich ultra langsam gehen muss, um einer Unterhaltung über das Wetter und Coronaleugner aus dem Weg zu gehen, zu der ich früh am Morgen nun wirklich keine Lust habe. Dadurch verliere ich die Minuten, die ich heute endlich mal früher losgefahren bin. Würde ich allerdings schneller gehen und sie sich umdrehen, würde sie ja sehen dass ich hinter ihr her schleiche, ohne nen Schnack zu beginnen (auf den sie wahrscheinlich genau so wenig Bock hat wie ich). Überholen und einfach ignorieren geht ja wohl auch schlecht. 

Auf dem Rückweg genau das Gleiche, diesmal mit Sabine von meiner Station, die mir noch IM KRANKENHAUS nen schönen Feierabend gewünscht hat. Dieser beginnt also dann doch zwangsläufig mit nem unangenehmen Smalltalk auf dem Weg zur Bahn. Ich merke schon, dass wir das gleiche Tempo haben. Nehme eine "Abkürzung" und versuche so unauffällig zu überholen - Fehlanzeige, wir treffen GENAU NEBENEINANDER wieder aufeinander. Ich so: "Naaa, fährst du auch mit der Bahn?" Dementsprechend geht das Gespräch weiter, bis sie mich am Gleis darauf hinweist, dass ich ja vorne einsteigen müsse, dabei weiß sie doch gar nicht wo ich wohne. Puuuh, grade nochmal gut gegangen, sonst wären uns noch die Themen ausgegangen. 

After work heute nen Achsamkeitsspaziergang unterm Regenbogen gemacht und tatsächlich Blätter und Beeren gesammelt für die Herbstdeko. #adultlife 

                                                                    HERBSTLEUCHTEN 






Sonntag, 11. März 2018

I ain't missin you

Irgendjemand Tipps für nen Wochenend-Trip? Muss nächstes WE nämlich mal dringend kurz raus aus diesem Leben. Ich beschwere mich nicht, vielmehr bin ich etwas unorientiert und muss das ganze mal von außen betrachten. Rausche auf Rollschuhen durch die Kanalisation, tausend Gesichter schwimmen vorbei, sind wir stumme Goldfische in Glaskäfigen, die aneinander vorbeifliegen, die sich nicht berühren können durch die dicken Scheiben? Betrachten einander staunend, alles Tiere im Zoo, doch sind niemals auf einer Ebene? Wir reden und reden von Leuten. Wir philophieren den Sinn des Lebens hinfort im Tunnel der Tiefe, du denkst wir unterhalten uns, dabei merkst du nicht, dass ich gar nichts sage. In Wahrheit sagen wir beide nichts, verstecken die Tatsache aber hinter Gerede, belanglosem.
ANGST
überwinden
ZWEIFEL

am eigenen Denken
an der Welt, die ich kenne und doch nicht kennen kann

Frühlingsbedingt bin ich plötzlich Prinzessin, toure in den schwedischen Garten der Sportsrentner und am Fluss entlang mit hunderten Sonntagsspaziergängern. Rufe jeden an außer dich, verstricke mich in Gedanken und Hintergedanken und versuche alleine fröhlich zu sein.
Es klappt nicht.




Mittwoch, 29. März 2017

Dorfidylle

Moinseen allerseits.
Fahre so des Morgens mit dem Fahrrad durchs Dorf. In der Buchhandlung wird ausführlich darüber diskutiert, ob man das Buch so einpacken sollte, dass man beim Auspacken zuerst das Cover sieht oder die Rückseite. Da ich der einzige Kunde bin, hat man Zeit für derartige Luxusfragen.
Als ich die Hauptstraße überqueren will, zur Post und zum Kaufmannsladen (ok Spaß es ist ein Edeka aber war es bestimmt früher), muss ich warten, weil grad Mittagspausenverkehr ist oder sonst was...
Von hinten kommt ein Mann angesprintet und ruft "Jetzt oder nie" und rennt in einer mittelgroßen Autolücke über die Straße. Ich natürlich hinterher, fand ihn herrlich!
Sehe Leute, die man dauernd trifft aber nicht kennt und trotzdem grüßt, alle kennen sich aber irgendwie auch nicht. Abends rolle ich mit dem Skateboard in die Felder, Sonnenuntergang gucken und ich denke mir an diesen ersten Frühlingstagen, wie wunderbar es doch hier bei uns ist! In unserer gemütlichen Ecke, so viele liebe Leute so nah beieinander. Trotzdem Bock auf die City, man kann dann ja vielleicht mal jeden Tag nen Baum an der Bushaltestelle umarmen. 
hehe
#sentimental#wie#ne#omi#läuft



Donnerstag, 15. Dezember 2016

Wenn man zu lange mit niemandem redet, vergisst man den Unterschied zwischen der Wirklichkeit und seinen eigenen Gedanken

                                           http://s2.favim.com/orig/35/blonde-blue-eyes-carrie-bradshaw-carry-on-cold-Favim.com-287579.jpg

Wintertime... Meine neue beste Freundin ist Carrie Bradshaw und ich spiele mit dem Gedanken, in Zukunft wie sie eine Karriere als Sexanthropologin anzusteuern. Mein derzeitiger Aufenthaltsort ist eine tiefe Bildungslücke, was ich unter anderem daran merke, dass ich Filme auf Englisch gucke und sie nicht witzig finde. Das wiederum könnte möglicherweise daran liegen, dass ich sie nicht verstehe. Oder aber daran, dass ich Bridget im Moment einfach nur deprimierend und zu null Prozent witzig finde. Die ganze Story ist komplett unrealistisch (natürlich im kompletten Gegensatz zu sämtlichen Sex and the City-Folgen.), die Alte nervt irgendwie mit ihrer tüffeligen Art. Jaa ich weiß, dass soll süß und sympathisch wirken und außerdem Identifikationspotential für mittelattraktive, nicht sonderlich selbstbewusste Frauen im mittleren Alter, die wir alle sind, bieten. Aber ich meine, kann die sich vielleicht mal zusammen reißen? Die ist doch gar nicht so blöde wie sie tut. Und ihr derzeitiger Freund, Marc Darcy ist ein langweiliger Schnösel, der überhaupt keinen Humor hat und der sich vor seinen Anwaltskollegen für sie schämt. Was will sie bloß von dem? Also da gibt es doch wirklich coolere Typen.
Zurück zu Carrie und ihren Gürlz. Da meine eigenen Freundinnen in der Weltgeschichte rumstudieren, also Besseres zu tun haben als mit mir mehrmals die Woche Vernissagen oder die Fashion Week zu besuchen, Cocktails zu schlürfen und dabei die angesagtesten Männer der Stadt zu angeln, muss ich mich in der Zeit wohl oder übel um meinen eigenen Berufsweg kümmern. Hochkonzentriert sitze ich also vor dem Fernseher und versuche, die aufwendig recherchierten Informationen über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen nachzuvollziehen.
Ansonsten habe ich diese Woche schon die letzte Staffel von "Türkisch für Anfänger" beendet, "Endlich Samstag!" (jaa ich weiß, das lief auf KiKa und ist für ungefähr 12-14 jährige Kinder gedacht...) fast durchgeguckt und bin jetzt wie gesagt bei "Sex and the City" angelangt. Bietet sich allerdings auch wenig andere Beschäftigung an. Ich muss ein arbeits- sowie feierbedingtes Burnout auskurieren, liege krank und unsexy im Bett rum, habe das Gefühl, es wäre mitten in der Nacht, doch ein Blick auf die Uhr überzeugt mich vom Gegenteil. Es ist gerade mal halb fünf Uhr nachmittags und bereits finster wie sonstwas.
Ich warte also punschtrinkend auf den Weihnachtsmann und singe aus vollem Hals "ALL I WANT FOR CHRISTMAS IS YOUUU". Als ich mich umdrehe, steht da aber nur der einsame Rentner, der seit Neustem jeden Tag kommt, in der Tür und lächelt mich selig an. "Nein, dich meinte ich doch nicht mit YOU!!!", denke ich verzweifelt und nehme seine Bestellung auf. Kurz darauf fragt er wieder, ob ich mit ihm einen Kaffee trinken gehe. Lange kann ich diese hoffnungsvollen Blicke nicht mehr abweisen - zu Weihnachten darf doch keiner alleine sein! Andererseits ist er ein bisschen die Bridget-Heulsuse in männlicher Form. Darf er aber auch sein, schließlich ist er alt und alleine und krank. Aber Weihnachten ist doch ein Mythos. Ein Fest für Kinder, die wir nicht mehr sind. Eine erwartungsdurchtränkte, sentimentale Zeit des Jahres, in der alle plötzlich voll auf dem (Nächsten)liebestrip sind. Finde, man sollte Liebe regelmäßiger dosiert auf das ganze Jahr und auf alle Menschen verteilen. Aber nun gut, das würde jetzt zu weit führen.
Desweiteren habe ich in letzter Zeit zwei echt gute Bücher gelesen, welche ich gerne weiterempfehlen möchte:

Widerfahrnis - Bodo Kirchhoff
Einsamer Mann wird von einsamer Frau freiwillig nach Italien entführt und adoptiert dort schließlich gemeinsam mit ihr ein stummes Flüchtlingsmädchen, es bleibt bis zur letzten Seite auf angenehme Weise spannend, unvorhersehbar und kein bisschen kitschig. Fand es super schön und ganz ungewöhnlich geschrieben!

The Girls - Emma Cline
Summer of 69: Ein junges Mädchen aus relativ normalen Verhältnissen gerät in den Bann einer fragwürdigen Hippiesekte, angeführt von einem ruhm-und gewaltbesessenen Mann, dem alle im Rausch gehorchen, bis die Stimmung auf der Ranch kippt und immer deutlicher wird, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch hier fand ich es bis zum Ende hin super spannend. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und ist wirklich gut erzählt!

Sonntag, 20. März 2016

daydreamin' thru the city


 

 lasse mich daydreamend durch die city treiben. 
Im flow, treibende Seelen, Gesichter, hinter denen man so Vieles vermuten kann. Gesichter, die flüchtig lächeln beim Anblick von spielenden Kindern in der U-Bahn, die schreiend und kreischend herum laufen und sich nicht um Rücksichtnahme auf Langweiler kümmern.
Lächeln bei dem Anblick so schön und echt, ohne es zu merken.
Staunend stehen Pendler auf dem Bahnsteig, beobachten die Szene unterhalb des Bahnhofs:
Unzählige Skater tanzen ein anscheinend perfekt aufeinander abgestimmtes Balett. Lässig und unglaublich leicht fahren sie die Schrägen hoch und vollführen Drehungen, springen hoch in die Luft, bremsen elegant ab oder stehen nach Stürzen tapfer auf, als wär nichts gewesen. In ihrer eigenen Welt - ich könnte den ganzen Abend noch hier stehen und ihnen zugucken.




Donnerstag, 23. Mai 2013

In allen Farben des Regenbogens

Schade...wenn die eigene Mutter dich fett nennt und danach ankommt, sich dafür entschuldigt,dass sie gemein zu dir war und dir Schokolade andrehen will.

Schön...wenn die Freundin dich besucht, wenn du krank bist und dir Sachen in den Briefkasten steckt! :)

Geil...wenn du drei gute Klausuren in einer Woche zurückbekommst.

Befreiend...statt in der Schule zu sitzen, vormittags durch die Felder zu laufen und neue Lieblingsplätze zu entdecken, während die Sonne scheint und die Blätter rauschen.

Scheiße...wenn der für süß befundene und aus der Ferne beobachtete Typ plötzlich ne Freundin hat und du es auf Facebook erfährst.

Entwürdigend...wenn die ca. 1,40 m große blondierte Freundin meines Bruders mir eröffnet, ich solle mir einen Freund suchen.

Traurig... dass manche Leute sich nur gut fühlen, wenn sie über andere lästern und sie verurteilen, nur weil sie ein bisschen anders sind.

Zauberhaft...eine schwarze Katze mit einem einzigen weißen Punkt auf der Straße kennenzulernen und neben ihr zu sitzen, während sie sich genussvoll im Straßenstaub wälzt.

Herrlich...total unanspruchsvolle und verdummende Bücher zu lesen bzw. Fernsehsendungen zu verfolgen. Lese zur Zeit "Ich hasse den Sommer" von Sibylle Weischenberg und zieh mir des öfteren "Berlin Tag & Nacht" und "Köln 50667" rein.

Witzig...wenn der Lehrer in deiner Englischklausur als Anmerkung schreibt: "it sounds a bit like you shouldn't care about rules at all" und du am liebsten ein fettes YES darunter schreiben würdest.

Superkalifragilistiexpialigetisch... wenn du echt fame und cool und angesagt bist, die tollsten Freunde der Welt hast, gern so wild wie die wilden Kerle wärst und es auch schon fast geschafft hast, und machst was du willst (also demnächst ausreißen!).



Mittwoch, 1. Mai 2013

Orientierungslos

Kennt ihr das Gefühl, wenn man denkt, dass man sich grade so richtig, RICHTIG blamiert? Hatte ich heute zum wiederholten Mal bei einem Faustballturnier für Jedermann. Unsere Mannschaft, die "Ghettobitches", hatte diesen Sport noch nie zuvor ausgeübt und machte nur mit, weil wir von meiner werten Freundin Lieselotte dazu angestiftet wurden. Also stellten wir uns auf den Platz und los ging der Spaß. Von halbstarken Besoffenen, die ihre Agressionen an unschuldigen Mädchen wie uns ausließen bis zu den "Uschis" (Ihr "Jagdruf"lautete: Auch wenn wir sonst nichts können, nackt sehen wir geil aus!...) war alles dabei. Wir gaben unser Bestes und gewannen am Ende sogar EINS VON SECHS SPIELEN!! Dafür wendete ich sogar die kürzlich erlernte Japanrolle an und wurde unter schnurrbärtigen Männern im Tarnoutfit begraben. Von denen ich mir auch noch anhören musste, ich würde im Weg sitzen! Halloo, kein Grund, sich der Länge nach auf mich drauf zu werfen!
Da wir leider überhaupt keine Ahnung vom Spiel geschweige denn irgendwelchen Regeln hatten, kam ich mir vor wie das letzte Opfer. Trotzdem fand ich uns cool, Bitches, denn wir stehen dazu! Und außerdem durften wir Honig für Winnie Puuh, noch mehr Essen und einen Sonnenbrand mit nach Hause nehmen! Wenn das kein guter Tag war!
Ist es nicht wunderschöön, alles blüht, die Sonne strahlt am blauen Himmel und wir haben frei?
>Herrlich ♥

Sonntag, 25. November 2012

gonna take some time to do the things we never had...

Der Inhalt des letzten Eintrags weicht von der Realität ein wenig ab und ist im humoristischen Sinne gemeint, wie ihr hoffentlich erkannt habt. Nichtsdestotrotz war dieses Wochenende ziemlich viel los bei mir und ich hatte meinen Spaß. Hat es dazu beigetragen, dass sich etwas verändert? Vielleicht. Ist plötzlich nichts mehr wie's mal war? Nein. Geht nächsten Monat die Welt unter? Ja! Also was bis dahin noch auf meiner To-Do- Liste steht:
 
Apfelkuchen backen
Verkehrsinselpicknick
Den Club der toten Dichter gründen
Laterne laufen
ein Konzert vor Real geben
über Wasser gehen
eine Bank überfallen
durch die Kanalisation kriechen
im Iglu übernachten
ausreißen
auf einem Seepferdchen reiten