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Freitag, 16. Dezember 2022

Surrounded by nothing but the nothing's surrounded by us

 Kennst du solche Tage, an denen du alles was Worten aus deinem Mund kommt mit den Ohren der anderen hörst? Und du dir selber zuhörst und dir denkst: Klingt ja irgendwie ganz schön traurig. Also traurig im Sinne von armselig. Oder weird. Oder unverständlich. Oder alles auf einmal. Wenn diesen Worten so ein leerer Nachhall folgt und sie nicht mal annähernd das beschreiben was du eigentlich sagen willst. Und aus Verwirrung über diesen Widerspruch selber nicht mehr weißt, was du denn eigentlich sagen wolltest. Und vielleicht liegt es am Tag oder den Leuten denen du die Worte sagen willst und dass sie sie nicht verstehen. Oder es liegt an dem Schleier zwischen dir und der Welt oder an der Beschallung mit Weihnachtsliedern schon den ganzen Tag lang. Und du faselst Satzfetzen und wirfst Meinungsbrocken hin und sagst zu viel von dem einen und zu wenig von dem anderen. Und erntest Lacher, betretenes Schweigen, fragende oder mitleidige Blicke. Und du magst deine eigene Stimme nicht mehr hören und freust dich dass du endlich allein zuhause bist mit Schneeflocken draußen im Straßenlaternenlicht und einem schönen Lied, an dessen Worte du dich dankbar klammerst und sie zu deinen eigenen machst. 

Soziale Interaktion ist anstrengend 

Donnerstag, 24. November 2022

The Tribe

 


Das ganze Leben läuft immer wieder aufs Gleiche hinaus: Autonomiebedürfnis, Nähebedürfnis und die Balance dazwischen. In der "Psychologie Heute" (meine Dozentin verachtet diese Zeitschrift, aber naja dies ist ja keine wissenschaftliche Arbeit) habe ich ein neues Wort gelernt: Ostrazismus. Eine Situation, in der jemand ausgeschlossen oder nicht beachtet wird. Im alten Athen wurde1x im Jahr per Tonscherbe (=ostrakon) darüber abgestimmt, wer am meisten nervte und anschließend für 10 Jahre in die Verbannung geschickt wurde. Krass oder? Das Gefühl kennen wir aber alle. Heute beschrieb mir ein Patient das Gefühl der Einsamkeit: man ist nichtmal zwingend physisch alleine, aber fühlt sich als wäre da niemand. als würde niemand zuhören. btw tut das sogar nachweislich körperlich weh (Quelle: Psychologie Heute). Paracetamol hilft, die Studienlage diesbezüglich ist allerdings noch vage.  

Ich persönlich verwandle mich innerhalb von Stunden und Sekunden vom coolsten Menschen der Welt zu jemandem, der bei einem Vortrag rot anläuft und 12 Jahre alt ist. Nur aus Angst vor dem fucking Ostrazismus und werde wild hin und her geschleudert zwischen beiden oben genannten Extremen. Das Außen bestimmt mein Innen, die Anderen bestimmen mein Ich. Ohne euch bin ich nichts. Fremd-vertraute Leute die nicht zurücklächeln befördern mich in tiefste Selbstzweifel, ich vergesse die tribal geltenden Normen oder kenne sie noch nichtmal, fühle mich fremd. Will ich zum Stamm gehören oder doch zurück zum Wolfsdasein? Ich bin höchst verwirrt von den rätselhaften Signalen der anderen. Aber vielleicht stellen sie sich genau so ständig die gleiche Frage? 

Bin ohne Basis, bin meine eigene Basis und die ist manchmal wenig stabil. Aber immer wieder wird das Fundament erneuert.

ONDA 

Mittwoch, 5. Oktober 2022

book clubbing

 latest book recommendations: 

"Das mangelnde Licht" - Nino Haratischwili: Tausend Geschichten in einer. Über Krieg und Liebe, das Gute und Böse im Menschen, einen Ort und eine Zeit die ganz weit weg scheint und gleichzeitig genau hier sein könnte und so die Verbindung von früher zu heute, von dir zu mir, von uns allen zueinander ist.

"Das Ministerium der Träume" - Hengameh Yaghoobifarah: Gesellschaft und Ausgrenzung, Zusammenhalt und Zugehörigkeit unter Freunden, Fremden und in der Familie, tiefgründiger Humor und sympathisch-besondere Charaktere. 

"Das Buch der Begegnung" - Jorge Bucay: Irgendwie genau das richtige und genau das falsche Buch nach einer "Trennung", in jedem Fall aber sehr weise und mindblowing. Jorge kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, er weiß wie es geht! 



Sonntag, 31. Oktober 2021

Goldener Oktober, Ambivalente Amphibien & other stories

Bin weit weg von allem in Stille und Weite, keine Struktur in mir und um mich und mein Kopf ist leer. Keine Ideen die sich überschlagen, keine Menschen die meinen Kopf bevölkern, keine Pläne und kein nervöser Blick aufs Handy. Keine ständige Reaktionsbereitschaft und News-Geilheit. Das ist es nämlich: Ständig in Erwartung auf neue informationen stehe ich sonst bereit, auf eintrudelnde Nachrichten zu reagieren. Lasse davon wie ferngesteuert meinen Tag bestimmen, was würde ich mir wohl sonst erdenken wenn mein Kopf mal leer laufen würde? Stattdessen wird mein Denken in bestimmte Bahnen gelenkt durch die Bilderflut beim Scrollen, den hottest gossip von meinen Freunden, fremden Leuten die in Podcasts labern und das Rauschen der Stadt. Laufe mit auf Sendung gestellten Antennen durch die Gegend auf der Suche nach dem place to be, den things to do und den peoples to meet. 

Zurück in Big-City eben dieses: alle Menschen die ich kenne rauschen wie automatisch durch meine Gedanken, ohne dass es dafür einen bestimmten Anlass gäbe. Ich weiß sie einfach in meiner Nähe, schätze ich. Physisch sowie virtuell, will am liebsten jede Idee für mögliche Aktivitäten direkt mitteilen. Fabuliere über große Zusammentreffen mit der ganzen Familie, Wochenendtrips mit Freundinnen, fühle mich seltsam verloren in meinem Leben und bin kurz davor, eine Bekannte zu kontaktieren, zusammen zum Herbstmarkt, ins Cafe oder was auch immer. Weiß aber gleichzeitig, beim Treffen würde ich mir doch direkt wieder wünschen, allein zu sein und unabhängig meinen Tag zu gestalten, läuft es bei einem solchen Kaffeetrink-Date doch sowieso immer aufs Gleiche hinaus und mir beim Gedanken daran kalt den Rücken hinunter: Höfliche Gespräche über Jobwechsel, die dann doch nicht vollzogen werden, WAS MAN DENN GRAD SO MACHT, den krankhaft eifersüchtigen Freund und deren kungesunde Beziehung, über die ich mich zwar ehrlich, aber doch nicht ZU direkt äußere, da wir eben nur BEKANNTE sind. Feststellungen, dass man doch UNBEDINGT MAL dies und jenes zusammen machen sollte und Schwelgen in alten Erinnerungen (sollte es sich statt der Bekannten um eine langjährigere Freundin handeln). 


Grade rechtzeitig kriege ich zum Glück noch die Kurve und jogge nach einem Telefonat mit meiner geliebten Blow Jo unter goldbunten Bäumen am Wasser entlang, um mich herum im Gleichschritt trottende Sonntagsspaziergänger. Wenn ich ehrlich bin, fühlt man sich wie auf einem Fließband, nur dass man selber die Füße bewegt. Aber in der Menge dieser unendlich wogenden Masse an spaziergehenden, arbeitenden, liebenden und streitenden, fühlenden, lebenden Menschen erkenne ich nur schwer noch einzelne Gesichter und ich erkenne fast nicht mehr die Landschaft um sie herum. Auf einmal kommt es mir so vor, es wären zu viele auf zu wenig Raum, seltsam unnatürlich drängen sie sich in Schlangen vor Cafes und in der U-Bahn und im Schwimmbad und auf den Spazierwegen, verträumt schlendernd in diesen Gegebenheiten, als würden sie gar nicht mehr merken, wie wenig Raum um sie rum und zum Denken übrig ist.

Wenn meine Texte zu lang werden, kriege ich wieder Platzangst und weiß nicht wie ich sie beenden soll. Irgendwie plättet mich diese Menge an Buchstaben… 


Die Gespräche um mich herum im Cafe in dem ich nun Carrie Bradshaw like sitze beruhigen mich irgendwie, ich frage mich unterdessen warum die Eidechse im hohen Norden letztens steif und frierend um diese Jahreszeit noch über den Bürgersteig gekrochen ist. Vielleicht weiß sie auch nicht was sie will? Trinke noch einen Cappuccino mit Hafermilch. 

Andererseits weiß ich ZIEMLICH VIELES, was ich will. Aber oft auch nur temporär. Wenn ich ganz mutig drauf bin, will ich grade ein Sonnenblumen-umwobenes warmes Haus mit Gemüsebeeten und Obstbäumen im Garten und hohem Gras, Katzen liegen träge in der Herbstsonne und blinzeln vertrauensvoll in die Welt, dabei sehen sie immer so aus als würden sie zufrieden lächeln. Das Haus steht optimalerweise nahe am Meer, ich lebe den Surfer-Lifestyle und bin vom Beobachten und Observieren der Wellen völlig gelassen geworden. Freunde kommen vorbei, um eine Auszeit von ihrem Leben zu nehmen. Wobei ich ihnen natürlich auch ein möglichst entspanntes Leben wünsche, von dem sie gar keine Auszeit brauchen. Ansonsten bin ich natürlich nicht alleine, sondern mit meiner geliebten Person, den Katzen und Kindern? Zum Frühstück esse ich Spiegelei von eigenen Hühnern. Auch sonntags um 16Uhr. In meiner Stadt gibt es leider kein Frühstück mehr am Sonntag nachmittag. Vielleicht doch ein Punkt, der für New York spricht. Los Angeles spricht mich neuerdings auch sehr an, ich führe Beziehungsstreits auf Basis von Wertekonflikten bei „The L-Word“. Anscheinend haben wir sonst nichts worüber wir streiten können? Oder projizieren eigene Probleme auf die Serien-Charaktere. 


Habe lange Listen von Büchern, die ich gerne lesen möchte, Dingen die ich besitzen und mir erarbeiten möchte, Kleidung die ich benötige und andere die ich aussortieren möchte, Wissen dass ich erlangen will und 100 Ideen für meine berufliche Zukunft. Möchte alle Orte der Welt sehen und alle Menschen kennen, um zu VERSTEHEN. Die Frage ist aber WANN und in welchem Ausmaß? Und die weitere Frage ist: Wie privilegiert bin ich eigentlich? Dass ich so viel wollen darf? 


Manchmal denke ich ICH WÄRS und ich hätte das Leben geblickt (so wie Urs in „Die dunkle Seite des Mondes“ aufm Trip-mit der Aussage kann ich relaten), dann wieder merke ich dass ich nur eine von vielen auf einem Fließband bin. Und dass ich Ereignisse und Unterhaltungen und Momente direkt nach dem Erleben vergesse und weiter im Jetzt bin. Im Lebensbuch einfach weiter blättere. Was ja auch gut ist. Aber wofür ist am Ende dieses bunte Bilderbuch? WAS BIN ICH in diesem großen Universum? Es kommt wohl auf die Perspektive an. Ich hoffe, wir können alle unseren Raum finden, in dem wir besonders sein können und unserem inneren Pfad folgen können. 

UFF. Das wurde ja jetzt ganz schön metaphysisch und Melo-philosophisch. 


Was ist grade euer Lieblingslied? Meins das hier: Bohemian Grove 

Fühlt euch geliebt vom Universum. 

Sonntag, 17. September 2017

#nichtvegan

Warmes Eigelb rinnt durch meine Finger
in meinem Hals sitzt eine Hexe mit einer Pfeffermühle
würde gern deine Gedanken essen, wenn ich könnte
würde würde würde gern
eine ganze Menge
und fremde Laternenpfähle abschlecken
anstatt immer zum Altbekannten zurückzulaufen
wenn das nicht so viel einfacher wäre
ej wer steht auf wen und wer mit wem
Ich bin ein fliegendes Blatt im Wind
ein hilfloses Kind
Nirgends zuhause und trotzdem tanzt es in mir
wir haben alle ein paar Federn verloren
von unseren schönen Kleidern
doch sind unsere Flügel längst nicht gestutzt
möchte manchmal nicht ich allein sein
kommst du mit weg?
kannst du ein Teil von mir sein bitte? 







                                                                    J♥ 






Sonntag, 18. Juni 2017

Liebes Tagebuch

Geben Menschen das weiter, was sie erfahren?
Strahlen sie das aus, was ihnen passiert ist?
Lernen wir nur aus dem, was schon ist?
Fragen, die sich mir beim Lernen mit der dreibeinigen Katze stellten.
Hab heute alte bunte Fotos wieder entdeckt und ein Tagebuch aus der 2. Klasse. Und mich gefreut, was für wunderbare Leute ich kenne und in welch einer Unbeschwertheit ich groß geworden bin. 

Ich möchte am liebsten, dass ALLE fröhlicher sind!
Und sich weniger Sorgen machen
und mehr Sonne abbekommen.
Denn im Sommer muss man doch braun werden und Eis essen und alles tun, wovon man in endlosen dunklen Winternächten geträumt hat. 




Ich habe den Sommer nicht erkannt
manches fühlt sich an wie aus Plastik
und mein Körper wie jedes Jahr wie fehl am Platz,
wie ausgesetzt in einer fremden Umgebung
Bräunungsgrad entspricht nicht der Fortgeschrittenheit der Jahreszeit
Warme Nächte bleiben draußen ausgesperrt
ungenutzt und unbemerkt
und gibt es die Sterne noch? 



Montag, 15. Mai 2017

Whyyy

...wenn deine Mitbewohnerinnen eine Mexican Night machen und um 1:30 irgendwelche Lieder grölen, obwohl du schlafen willst.
Dann äääh kann man ja auch nochmal bloggermäßig was mitten aus dem Leben posten. Dazu möchte ich als erstes dieses Video weiter empfehlen: 





desweiteren das Drama nicht so ernst nehmen, sondern lieber im JLo-Kleid sonntag morgens Wäsche abnehmen, beim Kanu fahren Autoscooter spielen, James Blunt hören und sich deshalb deep fühlen, Tagebuch schreiben wie eine 16jährige,  mit Joggerfreundin Blow aberwitzige SMS-Konversationen führen, den Spielplatz nun auch zum ins Telefon heulen missbrauchen, die Nachbarn und ihre Katzen stalken und Bibi und Tina - Holgers Versprechen hören (ebenfalls SEHR zu empfehlen!!)
 Gute Nacht ihr Nachteulen


Donnerstag, 13. April 2017

Love comes and goes



Manchmal gibt es Sachen, die ich noch nicht mal meinem Tagebuch erzählen kann. KRASS oder? Es weiß sonst wirklich ALLES! Aber das nicht. Weil ich keine Worte finde, die gut genug wären. Ich ringe nach Worten, den ganzen Tag.Ich frage mich, wie sehr mein Kopfkino die Realität beeinflusst oder ob sie dadurch nur weiter verschwimmt. Kennt ihr das? Man lernt neue Leute kennen, macht sich ob mit Absicht oder automatisch früher oder später sein eigenes Bild von ihnen, findet sie sympathisch oder scheiße oder interessant, stellt sich sofort vor, was alles möglich wäre.
Und alles ist doch möglich, oder etwa nicht?
Was wäre wenn und man denkt immer weiter, stellt sich die nächsten Tage, Monate Jahre vor und sich selbst. Kopfkino als mentales Training ist vielleicht ganz gut, solange Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen. Und was wäre wenn nicht? Dann wird man verrückt

Mittwoch, 29. März 2017

Dorfidylle

Moinseen allerseits.
Fahre so des Morgens mit dem Fahrrad durchs Dorf. In der Buchhandlung wird ausführlich darüber diskutiert, ob man das Buch so einpacken sollte, dass man beim Auspacken zuerst das Cover sieht oder die Rückseite. Da ich der einzige Kunde bin, hat man Zeit für derartige Luxusfragen.
Als ich die Hauptstraße überqueren will, zur Post und zum Kaufmannsladen (ok Spaß es ist ein Edeka aber war es bestimmt früher), muss ich warten, weil grad Mittagspausenverkehr ist oder sonst was...
Von hinten kommt ein Mann angesprintet und ruft "Jetzt oder nie" und rennt in einer mittelgroßen Autolücke über die Straße. Ich natürlich hinterher, fand ihn herrlich!
Sehe Leute, die man dauernd trifft aber nicht kennt und trotzdem grüßt, alle kennen sich aber irgendwie auch nicht. Abends rolle ich mit dem Skateboard in die Felder, Sonnenuntergang gucken und ich denke mir an diesen ersten Frühlingstagen, wie wunderbar es doch hier bei uns ist! In unserer gemütlichen Ecke, so viele liebe Leute so nah beieinander. Trotzdem Bock auf die City, man kann dann ja vielleicht mal jeden Tag nen Baum an der Bushaltestelle umarmen. 
hehe
#sentimental#wie#ne#omi#läuft



Montag, 12. Dezember 2016

reasons why?

say more talk less
walk alone

lose your friends
kick the floor to the rhythm

cause floors don't have feelings
and no one believed it
if you told them the reasons
why
people who touch you
you cannot touch
nothing you do is ever enough
to forget the stupidness sadness and madness

that follows you sometimes
that you wear like a fair dress 
why 
you are always dancing alone
and not finding your soul
in the night of pure black

why tales that've been told
will never be back
 

touch everything and make it gold
become a new person 
and try to grow old





Freitag, 17. Juni 2016

la vida loca

Another night at the bus terminal... befinde mich seit einer Woche auf spontaner Reise nach woandershin und habe in Barcelona erst nach einem Tag gemerkt, dass die da Katalanisch sprechen und mich gewundert, wieso alle mich komisch angucken und ich niemanden verstehe. Habe die nächsten drei Tage mit niemandem geredet, obgleich ich mich nun in bekannter Sprachumgebung befinde. Erst gestern ging dann die Party und hab mich mit echt vielen Leuten unterhalten, wirklich niedlichen Leuten die mir Bananen und Zigaretten geschenkt haben und mir Gregs Tagebuch abgekauft haben und mich zum schlafen in der Ecke eingeladen haben. Dauerte allerdings keine 2 minuten bis ein Polizist uns da weggejagt hat. Mussten also auf unbequemen Stühlen in der Bahnhofshalle pennen. Bin auf der Suche nach wilden Leuten und hab gehört, hier gibt es welche hrhrrr

Mittwoch, 8. Juni 2016

Blasen in der Öffentlichkeit

...natürlich nur Seifenblasen. Machen die Leute auf der Straße in Seoul, sie essen gemeinsam aus einem Topf und sind fröhlich und freundlich, hiphoppen unterm Sternenhimmel, tragen kurze Röcke, aber immer ein weißes Tshirt unter Kleidern mit Trägern und niemals schulterfrei. Sie bauen tagsüber ihre Zelte in Parks auf, in denen sie Karten spielen und laufen mit Regenschirm durch den sonnigen Tag, um ja nicht braun zu werden. Eine magische Stadt voller Leben und Energie!
Liege neben meinem boy (spass meine abf) in einem hotel mit meerblick in einem kleinen, schlafenden Fischerdorf, welches aber trotzdem eine Stadt ist. Im Gegensatz zur Hauptstadt ist hier nichts los, außer Tonnen an riesigen Krebsen und Tintenfischen, die hier in Restaurants verkauft werden und vorher zusammen gequetscht in Aquarien vor den Läden chillen. Irgendwie deprimiert mich der ganze Ort des Todes und ich vermisse die Anwesenheit von vielen Menschen um sich herum und außerdem dem mexikanischen Drogenboss in meinem Bett.

Sonntag, 17. April 2016

I wanna do something! -What you wanna do? -DANCE!


OMFG ich raste völlig aus, ich schwebe auf Wolke 7, ich bin mal wieder zutiefst beeindruckt von dieser Band, denn sie sind die geilste Band auf diesem Planeten und wissen, wie es geht! Sie haben's einfach verdammt nochmal drauf, zu entertainen, zu flirten, abzugehen, innerhalb von Sekunden den Laden zum Ausrasten zu bringen, nehmen sich selbst nicht so ernst, sind die coolsten Menschen der Welt! Bin unsterblich verliebt, und zwar in JEDEN von ihnen! ♥
Hatte zuerst nicht sooo hart Bock, in dem stickigen Club sauerstoffunterversorgt 3 Stunden zu verbringen und keinen Platz zum Tanzen zu haben. Wollte weit vorne sein, aber die Leute standen schon bei der Vorband soo dicht gedrängt, dass man sich wirklich kaum bewegen konnte. Das änderte sich aber schlagartig, als Kakkmaddafakka nach der Anfangshymne mit "Touching" die Party eröffneten. Alle sprangen rum und hatten Spaß und es war plötzlich egal, dass es zu warm und zu eng war. Später drängelten Noelle und ich uns einfach noch weiter in die Menge, mitten in die Gangstercrowd, die heftig am Pogen war, worauf ich auch ziiemlich Bock hatte. Fanden uns also im nächsten Moment zwischen schweißnassen Jungs-Tshirts wieder und wurden rumgeschubst wie beim Autoscooter. War geil! Hat auch keinen gestört, dass alle aneinander klebten.
Alterrr, man wollte einfach nicht, dass es vorbei geht, ich liiiebe diese Menschen einfach nur mit ihrer positiven Energie! Was für ne geile Pardyyy!!
Mein Bruder hielt sich während der Party eher im Hintergrund auf und kippte einmal vor Freude aus den Latschen, was wir in unserem Flow leider überhaupt nicht mitbekamen. Anschließend schleppte ich ihn noch stundenlang durchs Parkhaus im Ghetto, wo wir die Frauenparkplätze einfach nicht fanden. Parkhäuser nachts sind unheimlich! Geisterbahnen auf'm Dom auch! 
...and then we sandwich on the dance floor! ♥♥♥
SPREAD THE KAKK SPREAD THE LOVE 


                        http://digitalkonfetti.de/wp-content/uploads/Kakkmaddafakka_oct14_EirikLande-DSC_9729-2.jpg


Mittwoch, 16. März 2016

NO-GOs für Jungs 2.0

Sachen, die sich Jungs/Männer einfach sparen können:

1. Sämtliche Kommentare über angeblichen Winterspeck, der noch bis zum Sommer verschwinden muss. HALLO? Vielleicht will nicht jeden Mädel unbedingt jederzeit abnehmen und ist dauernd unzufrieden mit ihrer Figur!? Vielleicht ist es dieses Jahr mein Wunsch, einfach mal fett im Bikini rumzulaufen? Stört doch keinen...
JUNGS.HABEN.GEFÄLLIGST.KEINE.(NEGATIVEN).KOMMENTARE.ÜBER.MEINEN.KÖRPER.ZU.MACHEN.
Nein, ich will nicht nur Honig ums Maul geschmiert bekommen und nur ständig Komplimente anstatt Kritik hören. Aber da ich nicht übergewichtig oder so bin, ist es einfach unnötig, schlichtweg unangebracht. tzzz ehrlich ey. Finde Aussehen ja auch nicht unwichtig, aber man muss dazu einfach nicht ständig was sagen. Kann sich doch jeder angucken, wie die anderen so aussehen und sich seinen Teil dazu denken!?

2. Perverse Sex-Kommentare, während ich im Aschenputtel-Style auf dem dreckigen Küchenfußboden knie und die Schränke schrubbe. Will mit ekligen alten Säcken absolut nicht über die Farbe meines BHs oder Doggy Style oder Schwänze reden, vor allem wenn es sich dabei um meinen Chef handelt.


 






Montag, 1. Februar 2016

and you're thinking this is the life

Beste Aussage, die mein Mitbewohner je von sich gegeben hat: "Ich bin eher so der Abtrockne-Typ", nachdem er meinte "Es soll ja Leute geben, die das gern machen. Ich gehöre nicht dazu." Es ging natürlich mal wieder ums Abwaschen. Was sonst? :'D
HAHA. Als würde jemand bei uns in der WG jemals abtrocken.. Wir haben ein Abtropfdingensss.. wo die Sachen so lange chilln, bis sie trocken sind.
Haben zsm Pfannkuchen gegessen und halb-politische Diskussionen geführt. Hab ihn schon n bisschen lieb, trotz mangelnder Hygiene. Und auch, obwohl er versucht,  ALLES mit seinen (manchmal nicht grade sehr plausiblen) soziologischen Theorien zu erklären.

...war auf meiner ersten Party unter neuen Leuten. Naja vielleicht wars nicht die erste, aber zumindest kannte ich keinen. Außer ein paar Leuten, die ich echt ätzend finde. Die anderen waren ganz okay. Aber eigentlich wollte ich erzählen, warum ich "Partys" kacke finde. Ich glaube es liegt vielleicht am meisten daran: Es ist Winter. Ich hab schlechte Laune. Bin nicht in Partystimmung. Hasse Menschen. Habe meine Partychicks nicht dabei auf den Partyys. Und weil dies alles grade zutrifft, fällt mir dann auf, dass Partys immer gleich ablaufen und nichts, was man tut, etwas bedeutet.
Man trifft Leute, die man noch nie zuvor gesehen hat. Das Standardgespräch...
A: "Und, woher kennst du den/die Gastegeber/in?"
B: "Aus der Schule", "von der Arbeit" "Uni", "Festival", "vom Feiern" "von Freunden"
A: "Ah, cool." Gegenfrage.. usw.

B:"Und, was machst du so?"
A: "Studiere blablabla irgendwas"
B: "Aah, cool" (Ich bin in diesem Fall Person B und heuche eigentlich immer noch etwas Interesse, nur aus Höflichkeit, d.h. weitere persönliche Fragen raushauen wie z.b. "Und in welchem Semester?" "Und, wie ist das so?" "Wie bist du darauf gekommen?" "Was willst du danach machen?" (nur für Planer, Achtung!) "Wo wohnst du?" "Was ist dein Lieblingstier?" "Willst du noch mit in mein Bett?" (warn spaß. Aber man kann doch wirklich ALLES fragen, damit sich der andere interessant fühlt. Oder halt begehrt. :'D aber auch hier ist Vorsicht geboten. Die "Bettfrage" ist bei mir schonmal schief gegangen ;))
A:(Antwort auf alle möglichen gestellten Fragen)"und du?
B: "Arbeite in einem Waldkindergarten"
A: "Ah, cool".
SChwöööre das ist dann immer die wenig interessierte Antwort meines Gegenübers. Gespräch beendet. Hab dann auch kb mehr.


Jaa okay, es können sich daraus auch interessante Gespräche ergeben. Über Haustiere, über's Skaten (auf der Party, um die es sich handelt, fand ich mein Mitbringsel plötzlich in einer heißen Diskussion über Tricks auf dem Skateboard mit einem anderen coolen Skaterboy wieder.), andere Hobbies, Träume, Beziehnungen, Weltanschauungen usw. Man kann zsm saufen, rummachen, irgendwas total Verrücktes tun. Das stimmt schon. Kann sich alles ergeben, wenn man dafür offen ist.
Bin ich aber im Moment offenbar einfach irgendwie nicht. Bzw. finde die Leute schon beim Standardgespräch (das ich am Liebsten direkt ausfallen lassen würde) schon so bescheuert, dass ich keine Lust habe, mich auf sie einzulassen und mich weiter mit ihnen zu unterhalten. Die meisten sind eh so benebelt, dass man keine intelligente Unterhaltung führen kann. So können sie sich keine Informationen merken und antworten selbst nach wiederholter Erwähnung mit ungläubigen "Echt, ist ja cooool". You know what i mean? 




liebe diese Blauheit



Sonntag, 13. Dezember 2015

Sadnessesary


Vor meinem Fenster der Dezemberregen
glitzert auf den längst toten Blättern
Will zu dir und traue mich nicht
Stehe auf dem Berg mit einem Anderen, Unbekannten
ein Fremder und ich
unter uns die Stadt
die graue, hässliche Stadt
ohne Seele
und er küsst mich
ohne Seele
kann nichts fühlen 

außer dass du fehlst


Freitag, 16. Oktober 2015

a lot of people spend their time just floating

...me for example:
Heute morgen habe ich so getan, als würde ich verschlafen. Dabei hatte ich nur keine Lust, aufzustehen und hab mit Absicht und bei vollem Bewusstsein weitergeschlafen und mir dabei ins Fäustchen gelacht!! Anschließend bin ich in den Regenwald gefahren, um den Vormittag in einer kleinen dunklen, kuscheligen Hütte zu verbringen. Habe Bücher vorgelesen und den Kindern ihr Essen weggegessen :D
Gaanz wunderbar! Werde ein Volleyballprofi, außerdem ein Profi darin, möglichst viel Schokolade am Tag zu essen.. Das beides in Kombination ist irgendwie irrational, deswegen steige ich um auf Tiefkühlpizza. Keine Angst, sonst ernähre ich mich eigentlich immer biologisch korrekt und habe gestern sogar Hühner aus Freilandhaltung gestreichelt!
Manche Leute tun soooo krass auf Öko, dass sie dabei total scheinheilig und ungenießbar wie Fliegenpilze werden. Habe absolut nichts gegen Veganer, Leute denen unsere Umwelt wichtig ist usw finde ich auch total gut. Aaaaber diese komischen Erwachsenen, die uns da manchmal behandeln, als wären wir im Kindergarten und nicht im Ernst des Lebens... die kommen mir nicht in die Tüte!! Selbst wenn es eine biologisch abbaubare braune Papiertüte ist.
Manchmal schreibe ich verrückte und gefühlsgetränkte Briefe an meinen (un)heimlichen Lover und schicke sie nicht ab, was eigentlich ganz und gar nicht meine Art ist. Schon seitenlang ist das Gesülze... Weiß nichts damit anzufangen, aber es muss aus meinem Kopf... auf Papier.
Manchmal will ich es genießen, allein auf einer Brücke hoch über dem Kanal zu stehen und dann mit nem geilen Song in den Ohren auf meinem Citybike diese riesige Brücke wieder runterrasen und am besten noch laut mitsingen. Das Schlimmste, was in solchen Momenten passieren kann: Mr. Neunmalklug aus dem Nachbarwald kommt auf seinem Rennrad hochgestrampelt, trägt einen Fahrradhelm auf seinem inhaltsschwangeren Kopf und geht davon aus, dass wir unseren Weg gemeinsam bestreiten. So ein Nervlon, aber was soll man tun...
Immerhin dann mit der neuen Ghetto-Girlsgäng in Erdlöchern rumgekrochen ♥
"Genau so fühlt es sich an, ein Regenwurm zu sein"
-wertvolle Erfahrungen für mein Leben- ...

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald...

Das Dunkel kommt und frisst uns alle auf.. dachte ich.
Aber stattdessen möchte ich mehr schlafen und mache das einfach, was ziemlich geil ist, denn ich träume manchmal, dass ich auf Giraffen reite, die ununterbrochen Bananen essen.
Außerdem sitze ich in Cafes rum und fühle mich hip, während ich ne Männerzeitschrift lese, Selfies auf dem Klo mache, dessen vier Wände- warum auch immer- alle verspiegelt sind, bei strömendem Regen hilft ein Flirt mit dem Schuhverkäufer, denn was auch immer grade scheiße ist: Es wird wirklich besser dadurch, dass man Glitzer drüber streut!!
Oder sich neue Sportklamotten kauft, zusammen in der Küche Tee trinkt, in der Mittagspause Seilbahn fährt und davor schnell die Kinder in den Schlaf singt. Was für ein Leben! 

Mein Freund der Leguan hat mich last friday night begleitet - unter verrückten Leuten mit Ratten als Haustieren waren wir die einzig normalen, auch wenn er nicht mit in den Ranzschuppen gekommen ist, wo Lederjackenträger unsere Tanzmoves mit hungrigen Blicken verfolgt haben. Die Menschen hier sind blass und ausgehungert vor Kälte, vor Einsamkeit? Es sieht so aus. In der Räucherbar bin ich dann schnell von dannen gezogen, genau wie am nächsten Abend auch. Ich wollte eigentlich nur zu dir. Man hat mir gesagt "Du musst zu Hause hinter dir lassen!" und mir einen Kurzen ausgegeben.
L. Leguan hat mir gesagt wir müssen das Leben genießen und er hat so recht. Ein cooler Typ. Cooler als ich vielleicht, als ich mit den Uschis Kältezigaretten auf dem Balkon inhaliert habe und dabei fast zu Eis erstarrt wäre.
HEL ♥ 

#heutewiedermeinentamponimwaldvergraben
#primadonnagirl
#musskackenabermeinmitbewohnersitztnacktaufdemsofanebenan



Mittwoch, 12. August 2015

Die Stadt

 
kurzhosiges Mädchen fährt am Abend einsame Industriestraßen am Kanal entlang und hat ein bisschen Angst vor unsichtbaren Gefahren
über Bahnschienen im Wald, Militärgelände, unter Autobahnbrücken durch
Gänse, die mit ihren Federn den ganzen Park zudecken und mit dem Gras konkurrieren
Michelle die Hafenbraut mit ihren Ankertattoos und zu vielen Piercings, direkt unter der Haut
Nicole mit den 10 Geschwistern redet beim Essen mit Vegetariern ungeniert wie Gelantine von ihrer Arbeit in der Fleischerei und wie sie da manchmal Schweineknochen durchsägen musste.
Lenno der Leguan hat mir ein Ladekabel mitgebracht heute morgen. Und zweisam in der Kuschelecke des Kindergartens geschlafen. Blaue Augen hat der Typ, solche wo man nicht genau weiß, ob sie schön sind und traurig oder beides oder einfach nur müde...
Habe mit jemandem Volleyball gespielt, der nur eine halbe Hand hatte. Also die eine, die war irgendwie... nur halb!! Da hatte er nicht mal so richtige Finger und das ganze habe ich erst heute bemerkt, obwohl ich schon gestern mit ihm gespielt habe... War völlig überrascht und beeindruckt, dass er sich davon nicht von einem solchen Sport abhalten lässt!
Wohne jetzt in der Stadt, in einem Streichholzschachtelhaus mit Luftschutzkeller und Innenhof.
Kann aus dem Küchenfenster rauchen, nackt durch die Wohnung rennen, ohne dass es jemanden stört. Soviel Pizza essen, wie ich will und fast platzen. Den Müll einfach nicht runterbringen (obwohl ich da schon eher der reinliche Typ bin, im Gegensatz zu meinem werten Mitbewohner, welcher es nicht für nötig hielt, sein eigenes Geschirr abzuwaschen, bevor er wochenlang verschwand)
Manchmal vergesse ich auch, dass ich in einer Stadt bin und es an jeder noch so kleinen Straße eine Ampel gibt. Fahre also einfach lebensmüde und gedankenversunken rüber und werde erst von den hupenden Autos geweckt.
Frohes Sternschnuppen fangen meine lieben Freunde!

Freitag, 12. Juni 2015

Des Nachts im feuchten Gras

Manchmal muss man so tun, als ware man jemand anders.
Man muss so tun, als ware man jemand anders, um Sachen zu machen, für die man normalerweise nicht genug Arsch in der Hose hätte. Die Sachen, vor denen man zurückschreckt und sich hinter Hecken versteckt, daumenlutschend und mit dem Teddy fest in der anderen Hand.
In Zeiten, in denen man denkt, nichts auf die Reihe zu kriegen und sich in Auswegen und Ausreden verläuft, die sich in den Sofaritzen festsetzen und Heimlich doch für alle Ewigkeit bleiben.
In solchen Zeiten muss man sich in den Arsch beißen, den man ja gar nicht in der Hose hat, an den man allerdings ansonsten auch nicht mit den Zähnen rankommen würde. -Egal- das muss man zumindest machen oder alternativerweise einen Vielsafttrank brauen, um sich in eine andere Person zu verwandeln.
Die Ausreden sind nämlich "Lieber nichts riskieren, dann passiert mir auch nichts" oder "Andere können das viel besser als ich" und deswegen bleib ich lieber bei dem, was ich sonst immer gemacht habe.
Vielleicht zerrt die Zukunft grad an einem, sie zieht an deinem Arm, will dich aus der Gegenwart reißen, ungeduldig, wie ein quengelndes Kind tippt sie dir immer wieder mit dem Finger von hinten auf die Schulter, will dich ablenken, von dem was du grade tust. Macht dir gleichzeitig Vorwürfe wie deine Eltern, dass du nicht vernünftiger bist, nicht zielorientierter lebst. Und deswegen wirst du zu der Person, die lieber früh schlafen geht und tagsüber die To-Do-Liste abarbeitet, was eigentlich immer so anstrengend ist, dass man abends nicht mehr viel Zeit hat, höchstens für ein Schwarzbrot mit Leberwurst und laktosefreier Margarine. Also schnell danach die Zähne putzen und ab ins Bett, um morgens wieder zu funktionieren.
Obwohl man eigentlich insgeheim lieber jemand wäre, der durch die Nacht tanzt und weich auf nach Heuherberge duftenden Wiesen landet, um neue Sternbilder zu entdecken. Wenn man die ganze Zeit nur einen einzigen Stern anguckt und nicht aus den Augen lässt, verschwinden alle Sterne um ihn herum. Und wenn man in eine schwarze Lücke zwischen den Sternen guckt, verschwinden alle Sterne und es ist plötzlich nicht einmal mehr ein einziger zu sehen. Eigentlich dürfte es gar keine schwarzen Lücken zwischen irgendwelchen Sternen geben, denn wenn es unendlich viele Sterne gibt, dann müssten überall welche sein und nirgends am Himmel wäre mehr Dunkelheit. Er würde glitzern und funkeln, der Himmel, würde strahlen wie der pailletenbesetze obere Teil meines zu engen, weinend auf dem Fußboden liegenden Ballkleids.
Ging ganz leicht, sich in die Sternenfängerin zu verwandeln. Ich habe mir Smokey Eyes gemacht, ein paar traurige Lieder gehört und bin aus der Terassentür geschlichen. Dann habe ich das mit den Sternen ausprobiert. Und mit den Sternen waren irgendwann auch alle Geräusche verschwunden: Der rauschende Wind in den Blättern. Neue Kleider tragen die Bäume, stolz und vor jugendlicher Vitalität strotzend flattern sie in der lauen Sommernacht. Und solange man ganz still da liegt und sich nicht bewegt, kann man sich vorstellen, es wäre nicht kalt. Man kann das eigene Blut in den Ohren nicht mehr unterscheiden vom Rauschen der Blätter. In diesem Zustand- blind und taub, kann man sich leicht einbilden, dass man keine Angst vor den Monstern im Gebüsch hat. Auch wenn das in echt nicht stimmt. Denn spätestens, wenn man ganz genau weiß, dass da ein Mann im Dunkeln steht, der einen einfach nur beobachtet und der vorher noch nicht da war.. und dann merkt dass es nur der Mülleimer neben der Bank ist.. da kann man sich dann selbst nichts mehr vormachen. Was im Allgemeinen fast immer eine ganz schlechte Idee ist.
Tja, der innere Teddybär entlarvt einen am Ende eigentlich meistens und dann muss man einsehen, dass man nicht so cool wie das Mädchen mit den nur im Fernsehen verrucht aussehenden Smokey Eyes und den zerissenen Klamotten ist.
So ist es genau jetzt, denn ich mache mich selbst lächerlich und zum Affen, gebe mir die Blöße, pseudophilosophische Schriften öffentlich vorzutragen anstelle eines literarisch anspruchsvollen, intellektueller klingenden Werkes. Habe verzweifelt nach einem bedeutenden THema, nach einem attraktiven lyrischen Ich gesucht, sogar im Abstellraum unter der Treppe. Aber Worte, genau so wie Tage, Momente, Leute gewinnen dadurch an Bedeutung, dass man sie ihnen schenkt. Worte zeigen Wirkung, in dem man sie schreit, sie herausschleudert anstatt zu flüstern. Hatte geplant so zu tun,  als wäre ich in der Lage, ein kontrovers diskutiertes Thema überraschend aus einem völlig neuen Blickwinkel zu beleuchten und damit alle Erwartungen zu übertreffen. War ich aber nicht, aber dann habe ich gedacht, scheiß drauf und mir vorgestellt, wie ich meinen Text mit der Stimme einer erfahrenen Autorin vorlese. Deswegen hab ichs dann einfach gemacht.
Und ich hoffe, dass es niemals so viel Licht auf der Erde geben wird, dass man keine Sterne mehr sieht. Dann gäbe es nicht mal mehr dunkle, leere Löcher zwischen den Sternen. Sondern gar nichts mehr, der Himmel wäre nicht mehr da.
Je nachdem, welche Person man dann wäre, würde die Welt mit dem Himmel verschwinden oder neu erfunden werden wollen. Für welche Rolle wir uns entscheiden und wie gut wir sie spielen, liegt an uns.