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Donnerstag, 15. September 2022

there is fiction in the space between

 küssen wir beim Küssen in Wirklichkeit uns selber? 

Küssen wir, um Liebe zu geben oder weil wir geküsst sein wollen? 

Solche Fragen stellt man sich nur, wenn man selbst grad keinen zum Küssen hat. Zumindest keinen, auf den man steht. Wünschte mir mal wieder eine kleine bis große Verliebtheit, stattdessen bin ich rückwärts besessen, halluzinationsverknallt, aber mit weniger Intensität als früher. In alten Songs finde ich mein nächtliches auf verlassenen Plätzen rumhängendes sehnsüchtiges Ich und betrachte es mit nachsichtigem Blick. 

Diese neue Lebensphase bemerken ich und meine Freundinnen auch an der Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Spaß und Menschenmengen. Sind wir Lockdown-geschädigt oder ist es wirklich das Alter? Eng aneinandergedrängt sitzen wir im Seniorentheater, zugedröhnt von Zigarette und Weinschorle, Haaresbreiten entfernt von der nächsten Panikattacke. Doch bleibt uns nichts anderes übrig, als in den weichen Polstern zu versinken und die Unterhaltung auf uns rieseln zu lassen, freuen uns aber insgeheim jede auf ihr Bett danach. 

Wenn es jetzt nicht aufhört, neue Gedanken und Eindrücke und Menschen in mein Gehirn zu regnen, läuft es über. Nichts passt mehr rein. Und doch entdecke ich in den Tiefen immer wieder neues Altes. Ich tauche ein und die Begleiter verschwinden neben mir. Laufen weiter, im gleichen Wald, doch in verschiedene Richtungen. 

Zeit der Entwicklung

ist immer, aber scheint es mir, als wäre sie es jetzt ganz besonders

Sich trennen, vom Alten lösen, fühlen wie es sich ohne das Alte anfühlt, Neues finden

Sein 



Hammer die Frau 


Dienstag, 24. Mai 2016

voll am raven

immer noch am feiern...
diese Band, diese Tage, diese Nächte, diese Leute alle um mich herum. Manche mehr, andere weniger, doch meine Liebe ist allgegenwärtig und die meistgeliebten Menschen kriegen von mir 4 Postkarten auf einmal.
Weitere Punkte auf meiner "No-Go"-Liste für Jungs:

-vorher fragen, ob man sich küsst. Oder es ankündigen. (Hatte ich das schonmal erwähnt?) Najaa also ich bin voll dagegen. Entweder ihr macht es einfach, oder ihr lasst es. Oder ich mach es.

-Seinen Schwanz als Eiffelturm bezeichnen (auch hier wiederhole ich mich glaub ich. Ihr habt es aber anscheinend noch immer nicht gelernt, liebe Männer da draußen)

-Astra-Poster ÜBER SEINEM BETT aufhängen, auf denen ein fetter Mann mit Bier in der Hand zu sehen ist, mit dem Titel "Im Bett bin ich eine Flasche"

-nicht aufräumen, nicht abwaschen und alles vergammeln lassen und zwischen dem ganzen Müll ein Experiment namens "Wie lange kann ein rohes Ei in einer Tasse überleben, bis es anschimmelt" durchführen

-einen NICHT in den Arm nehmen, wenn man traurig ist und heult 

-sich nicht melden und nicht auf Telepathie reagieren

                                                      http://cdn.boldomatic.com/content/post/459935-330810a347278b497f7f770b112f69a08de89f138edac371b34204bab28ec5ec/I-want-to-love-you-but-I-m-growing-old?size=800







Mittwoch, 18. November 2015

fancy shit

Hey giirlz
Heute habe ich feuchte Knutscher von den süßen Babys bekommen und mal wieder bemerkt, wie herzallerliebst sie sind!! Seilbahn fahren ist eine gute Beschäftigung gegen Kälte und Langeweile. Und Heulerei... "Wo ist meine Mama?" Eltern, die ihre Kinder im Wald aussetzen wie Hänsel und Gretel, kleine Jungs die um jeden Preis meine Möpsee streicheln wollen, alles relativ amüsant.
Mein Muskelkater ist weg, ich bin ne arrogante Bitch, was mich aber nicht sonderlich stört.
Der Boy, der meine Lieblingslieder spielen kann, überraschte mich mit Waschmaschinen-Zungenküssen und seinen Tanzkünsten... Außerdem steckte er mir alle 2 Minuten ne Ziese in den Schlund, eigentlich eher unsexy, denn ich rauche nur Shit und ziehe mir keinen Teer in die Lunge rein..nur manchmal. Leider hat die ganze Aktion nichts gebracht, da niemand da war, den ich eifersüchtig machen konnte. Habe heute heimlich Schluss gemacht und deine Bilder von den Wänden genommen. Auch die Postkarte, die du mir geschickt hast. Obwohl sie lustig war...
Und obwohl ich dich mehr liebe als gut für mich ist. Aber was ist schon Liebe? Pure Einbildung.
Eben ist der Limonen-Kaktus-Joghurt meines Mitbewohners mit einem lauten PLOP explodiert und der Deckel flog einmal quer durch die Küche. Weil der schon völlig eklig und angegoren war hmm leckeer ;)
Diggah wie geil wär es, wenn jetzt Sommer wäre?
Will die big citys crashen, nach London New York Paris Kopenhagen, will an nie besuchten Häfen anlegen und die vergessenen Baumhäuser bewohnen, will zwischendurch zugegeben ganz schön viel und sobald ich es ausspreche, verfliegen meine Träume oder werden ganz klein. Aber ich weiß, dass ich zu allem fähig bin!! Zb. einen Schokokuchen innerhalb von 3 Tagen aufessen, jede Nacht auf den Strich gehen ohne ne Nutte zu sein, Salzstangen rauchen, alleine in Clubs gehen und danach nach Hause, immer den Strich entlang. 

Fick dich du Idiot <3 



Probleme

Leute, ich komme glaube ich einfach nicht mehr klar. Alle Gedanken sind so gefangen in ihrem Käfig aus Fleisch und Lust, dass ich gar nicht mehr weiss wo eigentlich oben und unten ist. Meine Gedanken verfahren sich täglich gefühlte tausend mal in Liebschaften, die niemals zu stande kommen werden, und Sexeskapaden, die unrealistischer nicht sein könnten. Die Problematik besteht jetzt darin, dass selbst wenn ich dem Ganzen entfliehen kann, wenn auch nur für einen Augenblick, dann finde ich mich in einer Welt wieder, der es nicht anders geht. Wie kann es denn sein, dass alles sich zu reduzieren scheint auf körperliche Befriedigungen?
Dann kommt mir allerdings auch der Gedanke, vielleicht sehe ich das alles falsch und eigentlich besinnen sich die Menschen endlich auf das Wesentliche - auf die Verbindungen zwischen uns selbst. Nichts ist wichtiger als Zwischenmenschlichkeit. Kann es nicht sein, dass mein eingesperrtes Gehirn das alles falsch deutet und viel zu sehr auf seine eigenen primitiven Gedanken bezieht? Ich fühle mich einfach so umgeben von dem Einen und alles wollen nur das Eine. Irgendwie ekelt mich das einfach so an. Gibt es nicht wichtigere Dinge im Leben? Nichts als Primaten hier! So kulturell zurückgeblieben und völlig uninformiert über die Welt.
Das einen Problem bleibt aber auch wenn ich die Aussenwelt ausblende. Ich selbst. Den gaaanzen Tag nur Gedanken an: Typen, die Lichtjahre entfernt sind. Zeiten, die in hunderten Tagen noch nicht sein werden. Gedanken von anderen über meine Gedanken. Und das ist doch der springende Punkt oder nicht? Wenn man immer alles in Gedanken lebt und an Gedanken fest macht, dann fehlt einfach das Ausgesprochene. Wir definieren uns doch über unsere Sprache. Das ist das Mittel, welches wir Menschen zur Kommunikation gebildet haben. Wir sollten es nutzen. Aber auch hier wieder - man kann sich ja auch "unterhalten", obwohl man auf unterschiedlichen Kontinenten steckt. Mir fehlt da dann aber das von Angesicht zu Angesicht. Ich sag euch, wenn man erstmal in nahezu vollständiger Isolation gelebt hat, dann merkt man, wie wichtig der echte Austasuch mit Meschen eigentlich ist. So mit Wörtern. Um seinen Gedanken mal Raum zu machen. Und Lippen aufeinander zu legen.

Montag, 19. Oktober 2015

the voice that calls me in another life

Ey! ...
Jo, was is?
Komm ma her.
Ugh, warum?
Ich will was machen, weisst du?
Manchmal bist du echt schräg.
Ja ich weiss, gehört sich so.
-
Ein 73 sekündiger Spaziergang zum nächsten Baum beginnt. Sie dreht sich mehrmal um, um zu sehen, dass die Party weiter geht. Heute ist Freitag und sie hatten sich entschlossen auf der Wiese neben dem Wald ein Lagerfeuer zu zünden. Sie will, dass er sich gegen den Baum lehnt, so hat sie sich das immer ausgemahlt. Angeleuchtet wird nun nur sie, vom Feuer. Ist auch gut so, denkt sie sich, dann kann ich nicht immer nur auf seine Lippen starren.
-
Was willst du denn hier machen?
-
Sie zögert. Sie wusste, dass es dazu kommen würde. Aber manchmal, da muss man die Arschbacken eben ganz doll zusammenkneifen.
-
Ok. Ich will dir einen Kuss geben.
...
Ich muss das einfach machen.

...
____________________________________________________________

So, oder so ähnlich, male ich mir das aus. So ist die Realität doch, oder? ODER.oder.UND.und. So viele Dinge, die man machen will, doch aber nicht kann. Warum? Weil ich veststecke in der Kapsel meiner Entscheidungen. Die, die gefallen wurden, die, die fallen und die, die fallen werden, vielleicht zumindest. Sich sehnend nah dem Rausch der legalen Drogen. Ist küssen auch eine Droge? Ich sollte da mal ein Kartell eröffnen. Dann werde ich Milliardär. Und ich kaufe mich im Anti-Herpes-Salben-Geschäft ein, dann wird der Profit noch besser. Naja, egal. Der Typ, dem das gewidmet, ist es BESTIMMT eh nicht wert...

"We yearn to escape the demons of our subjectivity. We yearn to escape our selves, into intimacy. We yearn to sense that we are in absolute touch with things; and we are, of course.
There is in all of us an ache to care for the world. So why do we seem to have such trouble connecting to one another in even the most simple-minded, hand-holding ways? We don't seem able to understand what is generosity and what is selfishness, and in consequence we educate ourselves into two-hearted confusion as we try to define our responsibilities.
We want to know: where are we, and why were we ever born? We want to understand why we need to understand. Something is wrong, part of us is missing, we know it. Do we just dissolve, like light in the evening sky?
 We are very frightened: we are driven to the unending and utterly impossible task of trying to heal ourselves back into whatever it is we understand as holy. We dream of childhood, sex and music and the beauty we can see. We find religion.
People go walking into nature. They say they feel they are becoming part of things. They say they want to be like a stone, or a flower; they say such release from the self is bliss, a kind of religious ecstasy, and they want it over and over.
But you have to wonder. Philosophers argue that we  cannot be aware of ourselves without language. They say we are created by our language, that we live immersed in language and cannot escape; they say language stands as a scrim between us and what we think of as "real", and that we have to name things before we can know them. As a result we can never know what is "actual". All we know is names and stories.
Those are the argumenst. Maybe the people who go for walks are not connecting with anything at all, and find their joy simply by slipping out of the world for a while and refusing to participate. Perhaps that's all I'm looking for as I seek to reinhabit the child I imagine as myself: a way out like a drug.
I hope not. What I am looking for, at least so I tell myself, is a set of stories to inhabit, all I can know, a place to care about."
william kittredge - hole in the sky