Sonntag, 7. Juni 2026

Update

Habe ein neues Fahrrad. Meine Frauenärztin sagt, dass die meisten Probleme glücklicherweise lösbar sind. Habe das seitdem als Mantra verinnerlicht - egal ob es true ist oder nicht. Bisschen Naivität tut immer gut! 

Ich halte es wieder besser aus, Zeit mit mir zu verbringen. Auch mit anderen (den meisten zumindest). Jetzt ziehe ich aber in 2 Wochen aus meiner Wohnung aus und stürze mich in ein Gemeinschaftsleben mit 7 fremden Menschen. Fühle mich beim Gedanken daran allein und ängstlich. Aber immerhin bin ich diesmal nicht in Sachsen. Und hab ja einige Stützen im Leben: Sportkurse, einen fast sicheren Arbeitsplatz, tolle people um mich. Die dann nur auf der anderen Seite des Flusses wohnen. Oder irgendwo ganz anders sind, aber trotzdem da. 

Die KI hat mir life advice gegeben: Mein Nervensystem sei gleichzeitig überreizt und ausgehungert. Wer kennt es nicht? Daher lobe ich mir: kaltes Wasser, kuscheln (würde gern mehr), Langsamkeit, Lebensphase so nehmen wie sie ist, gute Bücher!!!

Ganz große Empfehlung: 

                             Produktbild: Sister Snake | Amanda Lee Koe 

https://www.hugendubel.de/de/buch_gebunden/amanda_lee_koe-sister_snake-52029214-produkt-details.html?utm_source=google&utm_medium=cpc&utm_campaign=21787492227&adCode=320R30K21K10U&utm_term=&gad_source=1&gad_campaignid=21787492227&gbraid=0AAAAADi36RB1CYKTmmmz2DaKeQ2KY8YiA&gclid=Cj0KCQjwrZTRBhDSARIsAHidYfdUxWqfB9DjlNugg_Kiy-DUCe-Vh9G70r0aUlTheN_22pHQxU1dzRwaAsvqEALw_wcB

Freitag, 22. Mai 2026

Wochenfazit

 Sachen die abfucken: 

  • Stadt, stickige Luft, Öffentliche Verkehrsmittel
  • unterfordert und gelangweilt sein bei der Arbeit
  • Zyklus-Stimmungsschwankungen hoch 100, aber mit Menschen arbeiten und emotional verfügbar sein müssen 
  • Dauer-Life-Crisis mit 30 und sich alle 2 Sekunden fragen ob man hier richtig ist: in dieser Stadt, in diesem Land, mit diesen Leuten, in diesem Job --> ständige FOMO
  • alleine sein wenn man's nicht will 
  • Leute, die im Park alle mit ihrer ungeilen Musik zudröhnen
  • Fahrrad ist kaputt und ich prokrastiniere die Problemlösung

Sachen die schön sind: 
  • im kalten See schwimmen 
  • mit Freundin abends im Park sitzen und es ist warm. Mit Fledermäusen, Sternen und Mond
  • Umarmungen
  • bei Freundinnen real sein dürfen und einfach mal losflennen
  • Freunde die einen schon lange kennen 
  • Sport
  • ein Buch lesen und sich entspannen und bei einer Sache sein, ohne dass Gedanken sofort woanders hin springen (versuche ich morgen mal) 

Ich will, dass alles langsamer ist. Ohne dass ich direkt das Gefühl bekomme, das Leben zu verpassen, wenn ich mal innehalte. Zu viel nichts tun löst bei mir so schnell Panik statt Entspannung aus. Das ist mega unpraktisch, wenn man eigentlich so erschöpft ist. Ich will auch mehr schlafen. 
Weekend: einfach mal reinentspannen und go with the flow. Wie soll man in einer Stadt bitte entspannen? 


Dienstag, 19. Mai 2026

Dis/connection part 2

Kein Ende

Wie Perlen auf einer Kette, die nie fertig geworden ist. Viele kleine Momente und Zeit wie ein Band und ein Schimmer, ein Nachglühen, weil du dich in mein Herz gebrannt hast. Das Brandmal verblasst langsam, aber irgendwas bleibt. Und ich vermisse dich dann, wenn die anderen mir mal wieder nicht genügen. Wenn ich das vermisse, was mir kein anderer geben konnte. Wenn ich merke, dass alles vorbei geht. Weil ich das mit dir so gut verdrängen und in der Für-Immer-(oder wenigstens Für-Lange-)Illusion leben konnte. Weil Zeit mir dir zwar auch vorbei gegangen ist, aber sie gefüllt war mit uns. Wenn ich auf meiner immerdauernden Suche zur Abwechslung mal kurz inne halte, vermisse ich dich und denke, vielleicht wär es schön einfach nur zu reden. Vielleicht auch nicht und es wär einfach nur leer. Manchmal war da ein Glühen und dann wieder alles nicht deep genug. Bin so müde vom Suchen. Will einfach nur zusammen liegen und sonst nichts. Vielleicht mit dir, oder wem anders. Hauptsache mich fallen lassen können. Das konnte ich irgendwann ein bisschen mit dir. 

Stören nicht sooo doll. Diese angefangenen DIY-Teile die überall rumliegen. Armbänder, Perlenketten, Häkel-Projekte.. Kann die gut weg ignorieren. Aber im Hinterkopf hab ich sie trotzdem. Und wenn mal eins fertig wird, bin ich irgendwie auch zufriedener. Als wenn ich ständig neue anfange und alte liegen lasse. An manche kann man wann anders wieder anknüpfen und dann ist irgendwie ein besserer Zeitpunkt. Manche anderen sind einfach ein Fail... dann Loslassen auch irgendwie ganz befreiend. 

Dis/connection part 1

Fühl mich erdrückt, verschwinde in mir, verschwinde in Verfügbarkeit für den anderen. Verschmelze mit dem Gegenüber, keine wirkliche connection, bin nur Zuhör-Roboter. Brauche Momente zwischen den Worten, zum Denken, zum Fühlen, doch in all deinen Worten hab ich mich selbst verloren. 

Will weinen, bin so erschöpft davon, mich selbst zurück zu halten, dabei brauche ich grad so sehr jemanden der mich hält, der mich sieht (während ich fleißig alle wegstoße die das vielleicht wollen). Ich nehme nicht teil, reagiere nur, bin dein emotionales Echo. 

Zeige mich nicht, aus Angst in Leere zu fallen und die habe ich eh schon in mir. So lange du bei mir bist, aber auch nicht, kann ich nicht fallen, aber ich hänge lässig am Abgrund, als wär nichts und lächle gequält, um dir Aufmerksamkeit zu signalisieren. Aber 3/4 meiner Aufmerksamkeit sind bei meiner eigenen Leere, bei diesem Hängen, bei Gedanken an Abgrund. Wobei da keine Leere ist. Sondern ganz viel in mir, ein Strudel, aber er wird überlagert von deinen niemals enden wollenden Worten. Ich will dir zuhören, weil ich dich mag, aber noch lieber will ich mit dir in Verbindung sein. Währenddessen am Abgrund, der keiner sein müsste: 

Einfach erschöpft sein von so viel "sozialer" Interaktion - vermutlich eher von den Disbalancen darin, die ich niemals glatt bügeln oder einfach mal aushalten kann. 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Schneekugel

Winter in der Schneekugel verbracht 
es schneit Glitzer 
alles andere bleibt draußen 
Nur das Dorf und der Berg und schrullige, aber liebenswerte Menschen
Immer draußen sein 
immer in Bewegung 
dafür Ruhe in meinem Kopf 
Gespräche plätschern dahin 
der Organismus aus Menschen verändert sich stetig 
alles andere ist fern und nicht Teil dieser Welt 
meiner Welt in einer hübschen kitschigen Glaskugel
Langsam aber sicher tauche ich daraus auf 
taut der Schnee 
kündigt grünbrauner Matsch und Regen den Frühling an 
Aufbruch 
Ein ewig dauernder Moment, der dann doch auf einmal vorbei sein wird
schneller als ich Melancholie sagen kann
War, als wäre die Zeit für einen Winter stehen geblieben in einem besonders schönen Moment
so sehr stehen geblieben, so sehr versunken 
habe fast vergessen, seine Vergänglichkeit zu betrauern

Freitag, 7. November 2025

Patchwork

Ich sammle Worte. Grabe mich durch Seiten und setze sie dann neu zusammen. 

Irgendwie geklaut und mit ein paar neuen, anderen Worten dazwischen gesteckt. 

Einzelne Abschnitte neu zusammenwürfeln und dann an andere dran kleben, nähen, heften. 

Mir meine Gedanken dazu machen und sie einfließen lassen, aber erkennen sie andere darin oder lesen sie 

etwas ganz anderes in meinem Flickenteppich? 

Später noch die Nähte versäubern, damit es trotz Patchwork halbwegs ordentlich aussieht. 

Aber erstmal weiter Worte wiederkäuen. Und sie mit der Welt verbinden. 

Hoffe Kreativität fliegt mir zwischen ihnen wieder zu. Vielleicht müsste ich dazu zwischen den Zeilen lesen. 

Habe bisschen vergessen, wie das geht. Oder mal meine Schreib-Meditations-CD aus der Bücherei hören. 


<33 


Sonntag, 2. November 2025

Safe

Tüllich. Safe. Sicher, ganz sicher 
kann ich schreiben. Kann ich Wahrheiten erkennen und benennen und beschreiben und verständlich machen und umfassend betrachten. 
Ohne Zweifel 
kann ich Worte finden und zusammenbauen und ein ganzes Gerüst an Formulierungen verweben zu einem riesigen Teppich, der ein ganzes Zimmer, eine ganze Wohnung, das ganze Haus ausfüllt. 
Auf dem ich dann herumstolzieren kann, verweilen, mich im Muster verlieren, mit meinen Händen darüber streichen, mich darauf ausruhen. 
Worte wie ein Weg. Die zu etwas hinführen, die Geschichten erzählen. Wahre Geschichten, mit wahren Zahlen und Fakten. Wobei mir Zahlen ja suspekt sind, weil sie so unbewegt aussehen. Aber ein paar Zahlen kann ich als Perlen reinweben. Ansonsten Worte, die im Raum hallen und deren Melodie nachklingt. Kunst machen aus Worten. 
Auf jeden Fall fliege ich jetzt los auf meinem Teppich aus Worten. (Bei mir) unpopular opinion: Ich kann Worte sogar sprechen und singen, nicht nur schreiben. Komme dann wieder, wenn ich genug umher geflogen bin und beweise es. Mit Schreibmaschine jetzt erstmal los auf meinem Teppich. 



Trotz

 Es ist so leise. Zu leise. Draußen ist es zu laut, zu viel Kälte, zu wenig Gefühl. Zu dunkel, zu hell, zu überladen, zu leer. Warte auf die Eingebung, die Rettung, die Erleuchtung, auf Perfektion, auf Erlaubnis, auf Inspiration. Treibe richtungslos vor mich hin und klammer mich an Plastikstrohhalme, anstatt selbst zu schwimmen. Liebe es, mir Gedanken zu machen, aber es sind zu viele und immer die gleichen und sie machen mir schlechte Laune. Dabei ist zur genau gleichen Zeit, zu der die Gedanken meine Chakren verstopfen, ganz vieles auch toll und wenn ich nur kurz die Frequenz wechsle, die Lautstärke hoch drehe, in einem anderen Kapitel lese, das Tempo beschleunige, mit Farbe um mich schmeiße, ist quasi alles möglich. Zum Beispiel Entschlossenheit. Und Freude. Und Dankbarkeit. Und Verbindung. Und Humor. 

Und wenn alles um mich und in mir langweilig erscheint, bewegungslos, von Angst gelähmt, sich duckt und versteckt - werde ich jetzt einfach mal zur Abwechslung laut, aber lieber erstmal alleine. Zusammen ist es manchmal noch lauter. Ein schönes, lebendiges laut. Eine Band. 

1. Hier bisschen Punkmusik (naja fast) für die Energy. Wie nice ist das Album!??!? 

2. Schriftsteller-Inspiration. Falls ihr euch gefragt habt, wie ich heute den Tag verbringe: Spiele, dass ich eine Schriftstellerin bin und werde mit Wörtern um mich werfen. Zwischendrin Spiegelei, Hula Hoop und wütend sein. Bin wütend auf meine Selbstzweifel und aufs leise sein. Aber wütend > traurig! 
 









Montag, 27. Oktober 2025

Selbstfürsorge laut Seneca

 "Kontrolle der eigenen Gedanken, morgendlicher Vorsatz, abendliche Prüfung, Meditation, Lektüre, Memorieren von Sentenzen, Gespräche, Briefeschreiben, um sich wechselseitig Rat zu geben, Konzentration auf nur Eines, Wissen, welche Dinge gleichgültig sind, Vorbereitung auf den Tod, Befolgung von Maximen und immer wieder als wichtigste Aufgabe die Zeiteinteilung für den Tag wie für das ganze Leben." 

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Erlebnispädagogik

Latest News aus dem Job-Hopping: Erlebnispädagogik in der Jugendherberge mit Schnitzeljagd, Lunchpaket und Lagerfeuer. Und strengen Pädagog*innen. Back to wilde Hühner, nur dass mit mittelalten Personen (= alle ab 32 oder Leute die im WhatsApp-Status Fotos von einem Tagesausflug posten) alles nur halb so spaßig ist. Am Anfang war das Wort. Das Wort wird geschrien, laut skandiert oder ironisch ausgespuckt. Flugzeugabsturz, blind vertrauen, heißer Draht. Pädagogischer Einstieg, endlose Team-Aufgaben, Werwolf, pädagogischer Ausstieg. Kindern beim mobben, sich gegenseitig anschreien, rumnerven zuschauen und hinterher alles pädagogisch reflektieren - die Gruppe regelt. Gemeinschaftsbad, Lehrerkaffee, bedürfnisorientiert Pausen machen (aber Lunchpaket erst, wenn Schatzsuche erfolgreich beendet). Hier ist alles wie vor 20 Jahren und es wird am besten nicht rumgeheult, egal wie utopisch sich Soziale Arbeit die Praxis ausmalt. Ich glaube, ich bin keine Pädagogin, die sind mir zu streng und spaßlos. Weil Spiele spielen kann ja jeder - aber dabei auch Spaß haben!?? Das ist schon für Fortgeschrittene. Möchte wieder Therapeutin sein. Von mir aus können wir dabei auch gern professionell auf Bäume klettern. Aber bei Klassenfahrt muss ich zu viele Bedürfnisse ignorieren. Mein eigenes nach Schlaf und Luxus zum Beispiel. Oder das der Kinder nach albern sein und mitbestimmen. Mein Stimmungsring zeigt trotzdem "aktiv" an, top. Zuhör-Thermometer ist auf rot. Ist ja auch langweilig, immer nur zuhören und mitmachen und am unteren Ende der Machthierarchie stehen. Und warum denken Männer eigentlich immer noch, man sei freigegeben zum Flirten nur wegen nett? 

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Liebe das

Vor dem Sonnenaufgang wach sein. Kälte in der Wohnung, aber aus Prinzip noch keine Heizung anmachen. Durch die leuchtende Stadt zur Bib radeln. Rote Wangen vom Fahrradfahren haben. Einzelplatz in der Bib abbekommen. Wohnung umstellen. Radikales Aussortieren. Freunde einladen. In der Sonne häkeln und telefonieren. Barjob machen. Entscheidungen treffen. Mich auf mich selbst verlassen können. Schokolade und Tee am Wasser. Stadtsterne gucken. Mich auf Urlaub freuen. Coworken mit Freundinnen. Dorfgespräche. Halben Ofenkäse essen. Trashtalks zwischen Apfelbäumen. Weiche Pferdenasen. Pflaumen klauen. Morgens Räucherstäbchen. 






Montag, 21. Juli 2025

head in the clouds

Fliege über die Dächer 

drehe jeden Abend meine Runden 

die Wolken brennen heute.

Im Fenster sitzt ein Mädchen 

hat ihren Kopf verloren 

Versunken in abstrusen Abstellkammern 

den Gewölben

In Gewölben niste ich 

aber warum darin denken? 

Gibt es keine schöneren Orte? 

Sehe jeden Abend gleiche und doch andere

Abendbrote, Streits, Abendjoints, Abendküsse auf Balkonen 

Abendbiere, Menschen vor dem Kiosk, Schweigen vor dem Fernseher 

schieße über den Himmel 

übermütig 

tanze ich all dem davon.

Das Mädchen ist nicht übermütig 

schwermütig 

rastlos und träge zugleich

prophezeit was sie sich selbst erfüllt 

keine Träume 

Ängste die in Erfüllung gehen 

weil der Kopf im Gewölbe nistet. 

Gedanken sollen fliegen 

aus dem Gewölbe 

wie die Schwalbenkinder. 

Drehe meine Runden 

Räume und Nester und Gedanken unter mir 

werden kleiner. 




Mittwoch, 16. Juli 2025

Storno

Mein Kopf hakt. Starre die Lavalampe an und heule aus Prinzip und weil alles andere zu anstrengend ist. Schreiben als letztes Mittel der Selbstermächtigung, weil meine Lippen sich zu sehr für meine Gedanken schämen und sich an den Worten verschlucken. 

Würdeloses Schweigen, würdeloses Weinen wie ein Kind, würdeloses Nichtstun. Das Leben vorbei ziehen lassen, ausharren, an die Decke starren, um mich selbst kreisen. Was ich so viele Stunden am Tag am Handy tue? Chatverläufe anstarren als Beweis dafür, dass es die anderen wirklich gibt, auch wenn sie grad nicht bei mir sind. Endlos in Nachrichten zwischen Zeilen lesen und mir Dinge in den Köpfen der anderen ausdenken. Lebenszeit verschwenden. Andere Nachrichten so lange ignorieren, bis die Freunde sauer werden. Aber ich ignoriere die Nachrichten, weil sie aufs Universum bezogen nichtssagend sind. So wie alles. 

Aber im Nihilismus kann ich nun auch nicht verweilen. Wohin also? Ich weiß es grade nicht. Hauptsache irgendwo hin. Und ich muss die Richtung entscheiden. Aber was, wenn alle Richtungen gleich aussehen? Gleich egal, gleich schwer, gleich langweilig, gleich düster? Und was, wenn andere Leute Dinge immer anders machen würden und jeder dazu eine andere Meinung hat? Meine eigene ist mir egal - denke mir lieber die der anderen dazu und lege mir so eigene Hürden auf den Weg, den ich nie antrete. Weiter stehen bleiben wie ein Esel in Schockstarre. Weiter die Lavalampe anstarren. Die Schwalben. Noch einen Moment. Und noch einen. Bis ich in Stress gerate und zu spät komme und mich selbst dafür hasse und (immerhin nur) eine weitere Sache nicht geschafft habe und sie auf den nächsten Tag schiebe. Und den nächsten. Ein paar Sachen schaffe ich immer. Aber um mich selbst bloß nicht raus aus diesem Kreislauf zu bewegen, lasse ich mindestens eine liegen, aus Trotz. Wäre ja noch schöner, jetzt Sachen alle brav zu erledigen und zu funktionieren und normal zu sein. 

Lieber mache ich aus allem in meinem Kopf eine ganz große Sache und verliere den Bezug zur Realität. Liebe es, in meiner eigenen Realität zu sein. Außer die ist ätzend, so wie jetzt gerade und nicht, wie sonst manchmal, auf witzige Art delulu. 

Hasse meine Arbeit und mich in meiner Arbeit, weil ich mich für die gleichen Sachen judge die die Leute mir erzählen, während ich für sie endlos viel Geduld und Verständnis aufbringe. Falsches Verständnis?

Will nicht normal sein und will es doch. Will da sein, bei meinem Gegenüber, egal wer es ist, und nicht in meinem Hirnrauschen ständig. Stattdessen frage ich 100x, wann wir denn jetzt Spieleabend machen und erinnere mich nicht an die letzten paar Monate. Statt beim Gegenüber und im Moment zu sein, drifte ich in depressive Selbstbesessenheit ab, weshalb ich soziale Kontakte abwechselnd als Ablenkung nutze und vermeide. Meine Aufmerksamkeit ist überall verstreut, findet nirgends Halt. In meiner Idealvorstellung liest sie Zeitung, vielleicht auch Wikipediaeinträge, führt Projekte zu Ende und startet neue. Kann sich auf Podcasts konzentrieren und neues Wissen aneignen. Traut sich zu, mal irgendwo zu bleiben und in die Tiefe zu gehen und etwas wirklich zu MACHEN, zu gestalten, zu erschaffen. Eine Bachelorarbeit zum Beispiel. 

Könnte helfen: sich derweil nicht sekündlich fragen, wie es mir und anderen gerade geht und was eigentlich der Sinn des Lebens ist. Oder was ich gerade sonst noch tun könnte außer der Sache die ich mache. 

Alles aufräumen! Es sammelt sich so viel Gerümpel an.. Tagebücher, Fotos, Chatverläufe, Gedanken, Geschichten. Einen Raum zur Zeit. Zum Aufräumen gehört ggf. auch das Abschied nehmen. Nicht einfach wieder gehen und nichts mitnehmen als der Erzählung, dass mich jetzt aus unerfindlichen Gründen alle hassen und schon immer peinlich fanden. 

Menschen brauchen andere Menschen, die beim Zuhören in ihre Gedanken kriechen und ihnen sagen: Du bist nicht verrückt. Du bist richtig so. Du darfst so sein. Ich will das auch und doch wieder nicht. Ich höre euch und höre eine noch lautere Stimme die sagt WHAT'S YOUR FUCKING PROBLEM? Deswegen mag ich meine Gedanken manchmal lieber verpackt in Buchstaben statt in gesprochene Worte. Finde sie peinlich, sobald sie plump aus meinem Mund fallen, nachdem sie darin 100x hin und her gedreht wurden und ich mich nun an ihnen verhasple. 

Die Marie akzeptieren statt gegen ankämpfen - manchmal. Sie ist auch dabei. Und die anderen Male: sie ignorieren und mein Leben leben. 

Morgen jemand anders sein. 

Sonntag, 22. Juni 2025

weg?

 Will weg

will raus 

dahin wo das Wasser klar und nah ist 

dahin wo es weniger als 10 Möglichkeiten von allem gibt 

wo die Momente länger sind, die Blicke tiefer und das Gefühl intensiver 

wo nicht alle Zwischentöne übertönt sind vom immerwährenden grauen Rauschen

vom ständigen Plaudern und Schreien und nüchternem Informationsaustausch 

dem Übermalen der Stille

der schweren Stille 

die nur kurz zum aufatmen ist und einen kurz darauf lähmt

will nicht ständig tausend Blicke auf mir 

nicht noch mehr Bewertung ausgesetzt sein 

nicht immer auf einer Bühne 

auf der alle stehen

weiß nicht wohin und ob es diesen Ort gibt 

wollte von ihm doch einst raus in die nie endende Welt 


Sonntag, 15. Juni 2025

zirkusmüde

 Bin den ganzen Zirkus müde 

Clowns in meinem Kopf 

werfen Gedanken wild durcheinander 

darüber eine Akrobatin 

ohne Sicherheitsnetz in der Höhe schwebend 

Reifen kreisen und Keulen fliegen 

Feuer wirbelt und zischt 

Applaus und Faszination 

Bewunderung und Neid 

und den Atem anhalten 

"du musst auch mal ausatmen"

und eine große große Müdigkeit 




Montag, 31. März 2025

Die Ungewöhnlichkeit der Dinge

 Die Ungewöhnlichkeit der Dinge 

ist der Sinn meines Lebens 

den ich seit Längerem gesucht hatte. 

In Kombination mit magic connections 

die in heutigen Zeiten (nicht zuletzt von mir selber) oft ernüchternd wissenschaftlich betrachtet, kategorisiert, randomisiert und damit entzaubert werden

bilden sie die funkelnden Tautropfen auf dem Spinnennetz meines Alltags.

Sie lassen sie mich verlangen nach mehr Verbindung 

nach mehr Leben, dem richtigen Leben 

ohne zu drängen. 

Eine Erinnerung an dieses flimmernde Gefühl, 

diese vage Ahnung dass noch viel Größeres passieren wird, 

die Aufregung darüber, dass die Zukunft ganz sicher voller Abenteuer ist.

Die Ungewöhnlichkeit der Dinge wartet unverhofft in der Krone eines Baumes, 

in durch Sporthallenfenster brechenden Sonnenstrahlen, 

die den Raum mit Wärme und Licht fluten und mich mit zufriedener Müdigkeit. 

Sie füllen mich mit dem warmen Gefühl von Zuversicht und Vertrauen in das Alles hier.

Das ist vertraut und neu zugleich, weil lange her. 

Die Ungewöhnlichkeit der Dinge wartet in Erwartungen, die nicht erfüllt, 

sondern die überrascht werden vom Anderssein. 

Zwei Freundinnen an der Straßenecke nach dem Training 

Ein süßer Typ am Fahrradständer. 

Ein Gespräch mit einem Freund, in dem wir uns annähern, statt uns gegenseitig und andere noch tiefer in linke, rechte Schubladen zu stecken 

wandernde Schnecken auf Bäumen und ihre glitzernden Wege 

Musik im Kino 

mich erkennen im Anderen 

Perspektiven ausprobieren, wie mit einem Fernglas 

in verschiedene Rollen schlüpfen, wie im Zirkus 

Wie soll es denn sonst gehen? 

Bestimmt nicht immer nur nach Plan, nach Gewöhnlichkeit, nach Vernunft, nach Berechnung, nach Zeit, nach Vorgaben, nach Erwartungen 

auch wenn das manchmal so aussieht.

Ungewöhnliches im Gewöhnlichen schaffen! 


Dienstag, 26. November 2024

Gedanken im Zug

 I want my own love song 

Alle Städte gleich 

Menschen wie Geister 

Bin ein Zahnrad im Getriebe 

Von dem ich schon längst nicht mehr weiß was es herstellt, wo es hinfährt, welches Ziel es verfolgt 

Unverbunden folge ich meinen ausgedachten Plänen 

Beliebigen Strukturen mit denen ich mir Sinn vorgaukle 

Fahre endlos durch Nebel, durchs Dunkel, durch Innenstädte voll bunter Reklame und leuchtender Fahrgeschäfte, stapfe durch Wälder voll raschelnder Blätter

Darin ein bisschen Stille die mir ein kurzes Aufatmen ermöglicht 

Zwischen dem so tun als ob 

Meine Pläne mein Sein mein Handeln 

Irgendeinen Sinn hätten und dazu gehörten 

Dazu was alle 

Anscheinend ganz mühelos machen 

Beziehungsweise genau das Gegenteil, aber dann mit Überzeugung 

Ich bin mir meiner Überzeugung nicht mehr sicher 

Ich bin mir nichts mehr sicher 

Ich traue mir alleine nicht mehr 

Bin müde vom allein sein 

Und frage mich doch ob Verbundenheit, ob Gemeinschaft, ob das zusammen Sein genau so ein Konstrukt ist 

Wie alles andere 

Was zählt dann noch? 

Wenn alles vorbei geht und jeder 

Sogar ich selbst 

Mich allein lässt 

Sonntag, 6. Oktober 2024

Junge Erwachsene

 Bin ich überhaupt noch eine junge Erwachsene? Oder schon eine richtige? 

Kurz vor dem Einschlafen kam mir gestern der Gedanke, dass ich mit fast 30 wohl kaum noch in ein Blog schreiben kann, welches die Überschrift "mein aufregendes Teenieleben" trägt. Da habe ich wohl ein paar Phasen meines Lebens einfach übersprungen oder wollte sie nicht wahrhaben. Und jetzt habe ich gestern so eine Art Krampfader an meinem rechten Schienbein und letztens beim Schminken Falten über meinem Augenlid entdeckt, die nicht sofort wieder weggingen nachdem ich aufgehört hatte, das Auge zwecks Mascara auftragen zusammenzukneifen. 

Manchmal habe ich trotzdem das Gefühl, ich bin im Leben einer 20-jährigen stecken geblieben. Ich habe zwar einen Job und lebe alleine in einer Stadtwohnung, was eigentlich der typischen 30jährigen in New York aus romantischen Komödien oder irgendwelchen Serien entspricht; noch dazu date ab und zu Typen, um was zu erzählen zu haben wenn ich mich mit Freundinnen auf einen Kaffee treffe, heule insgeheim aber immer noch der letzten toxic situationship von vor 2 Jahren hinterher. In den Filmen wirkt es alles irgendwie cool und hip, in Wahrheit ist es aber oft einfach einsam und ich vergleiche mich mit Leuten, die ein Leben leben das sie doch auch nur in irgendeiner Werbung für Bausparverträge oder bei Insta oder in der taz gesehen haben. Warum wirken die trotzdem so, als wäre es genau das, was sie erfüllt; als hätten sie ihren Platz in der Welt gefunden. 

Welches Label passt denn jetzt auf das aktuelle Kapitel meines Lebens? Ich weiß aus Erfahrung, dass man nicht ewig auf den einen Augenblick, auf den richtigen Menschen, die Erleuchtung warten kann sondern selbst dafür sorgen muss. Make yourself happy, jeder kann es schaffen, schallt es neoliberal in meinem Kopf. Seitdem ich unter Sozialarbeitenden weile, kann ich neoliberale Slogans aber nicht mehr so einfach befolgen. So bleiben, wie es ist, kann es aber ja irgendwie auch nicht. Also was tun? Dem Blog einen neuen Anstrich geben oder mich gleich selber neu erfinden? 

Ich besitze seit diesem Jahr eine Salatschleuder, ein Bügeleisen und ein Bügelbrett. Außerdem habe ich häkeln gelernt und lese wieder mehr. Sollte ich mir vielleicht eine Katze holen? Zum Bügeln konnte ich mich noch nicht durchringen. Eine gute Freundin meines Vaters aus Kopenhagen war für mich immer der Inbegriff einer glücklichen Catlady: mit vielen Büchern und einer Katze verbrachte sie ihr Dasein in einer gemütlichen Wohnung, in der sie rauchte und las, sonnige Stunden im Innenhof mit ihren Nachbarn verbrachte, unter der Woche zu ihrem Bürojob radelte und in der Stadt gut vernetzt war. Sie hatte immer Zeit für uns wenn wir zu Besuch kamen und Bock, Ausflüge zu machen und sich mit uns zu unterhalten. Keine Ahnung was sie in der restlichen Zeit machte, aber vielleicht bekomme ich so langsam eine Ahnung. 

Man muss keine Kleinfamilie gründen, um glücklich zu sein. Und man kann das alles und die Monogamie zu Recht kritisieren. Und trotzdem wünsche ich mir Verbundenheit auf die eine oder andere Art, mehr Nähe als die, die ich in spontanen und schönen Momenten in meinem Alltag erfahre und die nicht bis zu meinem Kern dringt. Aber ich bin so genervt von den immer gleichen Gesprächen die ich selbst immer wieder aufs (Online) Dating lenke und es schon gar nicht mehr merke, der Angst die sich um mich und meine single Kolleginnen und Freundinnen gelegt hat. Genervt und manchmal gefangen von der Angst, alleine zu bleiben und dem Vorwurf, es nicht genug zu versuchen, zu anspruchsvoll, zu verzweifelt, zu vermeidend zu sein, nicht genug Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und sich an den eh nicht passenden festzuhalten wegen irgendwelcher Bindungs-und Verlustängste die wir erstmal bitteschön alle zu überwinden haben, bevor irgendetwas weiteres passiert. Ich möchte diese Ängste überwinden mit Menschen, mit denen das anscheinend nicht geht und hab nebenbei keine Kraft mehr für immer neue Kaffee-und Spazierdates. Ich könnte mich ja auch in Gerd aus der Schulzeit verlieben, mit dem ich damals zum Üben manchmal rumgemacht habe und der mir jetzt auf Hinge wieder begegnet ist und nach einem Treffen fragt. Aber ich habe schon damals nichts dabei gefühlt. Vielleicht ist das bei anderen auch so und sie ignorieren es erstmal für eine gewisse Zeit, bis es dann egal ist weil die Verliebtheit ja auch sonst nach längerem nachlässt. 

Das Problem ist aber, ich habe ja schonmal richtige echte Funken fliegen gesehen und sie haben mein Herz getroffen und alles verglüht. Und seitdem finde ich alles andere langweilig. Deswegen ist es vielleicht auch ganz okay, erstmal hier zu bleiben und zu schreiben. Jetzt muss ich gleich etwas seriöseres als ein Internet-Tagebuch schreiben, nämlich ein Lerntagebuch über die Psychologisierung des Sozialen. Viel lieber als mein Arbeitsfeld psychologisiere ich aber in meinem eigenen Leben herum. So - begebe mich dann mal wieder auf die Metaebene. Bis bald ihr Zimtschnecken und danke fürs Zuhören <3 

P.S. Falls sich jemand gefragt haben sollte: Ich benutze fehlende Kommas als Stilmittel. Aber wir sind hier ja auch nicht in einer Deutsch-Klausur. Und wie viele Kommas muss man bitte in der deutschen Sprache setzen?! Ich finds etwas crazy.

Sonntagmorgen in meiner Stadt

Diese Stadt ist freundlich, aufgeräumt (zumindest für eine Stadt) seitdem ich ein halb-einsames Wochenende im brutalen Berlin verbracht habe. 

Die Sonne, die warmen Farben der Blätter, die Linien die drei Möwen auf dem Wasser hinterlassen. Sie drehen gemächlich ihre Kreise und gucken ab und zu neugierig zu mir rüber, kommen näher und entfernen sich wieder, sie scheinen kein Ziel und keine Eile zu haben, sondern auch den Tag auf sich zukommen zu lassen. 

Neben mir und den Möwen tun das auch andere: Am Schachtisch neben der großen Eisenbahnbrücke sitzen ein Mann und eine Frau am Wasser zusammen, beide mittelalt, und spielen Karten, neben sich zwei 0,5l Bierdosen. Er trägt eine orange Warnweste und raucht; sie hat einen schwarzen Anorak an und eine Lederhandtasche dabei. Vielleicht kommt er von der Nachtschicht und sie trinkt mit ihm ein Feierabendbier? 

Ein Obdachloser liegt unter der nächsten Brücke und schläft noch, während ein Pärchen mit einer Brötchentüte und Coffee to go fröhlich plaudernd vorbei spaziert. Seit ein paar Nächten ist der Himmel sternenklar und die Luft schneidend kalt, wenn ich nachts von Partys nach Hause radle.

Eine Gruppe von 20 jungen Menschen (anscheinend keine Morgenmuffel) joggt lauter schnatternd als die Enten vorbei. Eine Frau steht auf dem Steg und begrüßt die Sonne, die sich im glatten Wasser vor ihr spiegelt - nur sie allein und die Sonne und die Stadt um sie herum. 

Drei Boomer absolvieren ihre Sonntags-Laufrunde und es gibt wieder nur ein Thema: "...weil Gender-Sternchen ja das größte Problem sind, das wir haben." Dabei sprechen sie das G von Gender aus wie das G in Gerhard. Ich frage mich, ob aus Spaß oder auf ernst. 

Ein weiterer (bisschen zu alt für Boomer) sitzt allein am Kanal und angelt. Eine Mutter fährt ihre zwei Kinder in einem Lastenfahrrad irgendwohin. Die Kirchenglocken läuten. Ich denke an Sachen, die ich gerne machen würde und frage mich zugleich, ob ich die wirkliche gerne machen würde, weil wenn ja würde ich sie ja tun. Zum Beispiel sonntags in die Kirche gehen, an einem Triathlon teilnehmen, mich im Hallenbad verlieben, meine Kollegin doch nochmal nach einem Date fragen oder auch vielleicht erstmal nach einem harmlosen Treffen, wieder öfter Volleyball spielen, Zeit mit Pferden oder Kindern verbringen. 

Sonntagsblogger

1. Raverboys am Sonntagmorgen an der Spree 

2. Selbsterklärend. Die meisten Dinge kann ich mir kaufen, aber wie finde ich meinen Soulmate?
 
3.+4. Buchempfehlungen: Nachdem eine Kollegin mir einen romantischen easy-to-read Sommerroman ("Fünf Sommer mit dir" von Carley Fortune) ausgeliehen hatte, habe ich die Freude am Lesen for fun (fast wie in der Kindheit, als Lesen noch eine wirkliches Hobby war und man sich nicht ständig selbst dabei unterbrach mit hektischen Blicken aufs Handy) wieder entdeckt und mache nun direkt mit "Haus aus Wind" weiter. Glaube in den letzten Jahren habe ich mich vielleicht ein bisschen zu viel mit Sachbüchern beschäftigt - was ja auch nice und vor allem bildend sein kann, aber auch ein bisschen hölzern, todernst und immer so zielorientiert.  "Haus am Wind" ist zwar schon ein bisschen näher dran an anstrengend-deprimierenden Sachbüchern, die Probleme der wirklichen Welt beinhalten und für Bobos* (Achtung, das ist kein Genderstern) aus Berlin oder jeder anderen hippen Stadt in Deutschland durchaus relatable, was ja beim lese-induzierten Entspannen durchaus stören kann. Aber irgendwie ist es doch nett, sich in das ausgedachte Leben einer anderen Protagonistin zu stürzen und ihr nach Portugal in ein Selbstfindungs- und Surfabenteuer zu folgen, in dem sie auf mega hippe aufgeklärte und individuelle Aussteiger*innen und Locals trifft, die dann auch noch alle ihre Freunde werden, obwohl sie sich selber die meiste Zeit als absolut peinlich wahrnimmt. Es wird viel gegendert und das von Protagonistin Johanna verinnerlichte politisch-korrekte Einordnen von Personen und Situationen kann an manchen Stellen ein bisschen gewollt wirken und nerven (falls du ein Boomer bist, wovon ich eigentlich nicht ausgehe). Andererseits ist es wieder authentisch, wenn man sich als Bobo derselben Generation und Bubble identifiziert und dieses Bewusstmachen der übergreifenden gesellschaftlichen Strukturen und Privilegien eh zu jeder Zeit mitdenkt. Habe nur bisher selten erlebt, dass das in einem Buch so mit benannt wird. 
Mehr verrate ich erstmal nicht (weil ich eh erst halb durch damit bin :P) 


*von meinem Kollegen Michael hörte ich letztens das erste Mal den Begriff Bobo, kurz für Bourgeois-Bohème. Keine Ahnung mehr, worum es in dem Gespräch bei unserer Feierabend-Zusammenkunft ging, aber vermutlich um gesellschaftliche Strukturen in der Stadt und auf dem Land und was das mit der aktuellen Politik zu tun habe. Fazit war, das wir zwar linksgrün und aufgeklärt täten, aber damit auch Bobos seien - die am Ende vielleicht nur eine Fassade von gesellschaftlichen Veränderungen erwirkten. Hier habe ich eine interessanten Artikel entdeckt, der zwar 10 Jahre alt ist, aber damit auch vermutlich dem Wissensstand von Michael entspricht und das reicht uns erstmal: