Hier schreibe ich! Und zwar über alles was mich grade interessiert, Begebenheiten aus meinem aufregenden Teenieleben, ganz grosse Gefühle und vieles mehr, denn auch die coolsten Girls haben mal Probleme. Viel Spass beim Lesen, ihr Stalker! Eure Zimtschnecke
Montag, 7. Juni 2021
Sonntag, 6. Juni 2021
what if
Manchmal, wenn der Sommer so richtig dolle ist, aber irgendwie trotzdem so dass man sich fragt IST DAS JETZT DER SOMMER, wird mir ganz schlecht und ich kann auf einmal nichts mehr essen und meine Haut, die mich von der Welt um mich herum trennt scheint ganz dünn und durchlässig zu werden und ich bekomme eine seltsame allgegenwärtige Furcht, eine unerklärbare Ernsthaftigkeit.
Der intensive Geruch nach See und in der Sonne getrockneten Holzbohlen weht durch die Straßen und die Erinnerung an lässige Karo-Hemden und Sorglosigkeit, Longboards, Lagerfeuer, und Volleyball kommt wieder hoch. Und ich befinde mich wieder in der Mitte der Welt, der Insel im See und gucke von da auf die Welt und warte darauf das irgendwas passiert, warte auf ein Zeichen, warte auf den einen Moment.
Naja das tue ich glücklicherweise nun nicht mehr. Solche intensen Feelings gibts ja heutzutage gar nicht mehr ;) Aber eine vergessen geglaubte Wehmut kommt dann doch auf und ich frage mich nur ein kleines Bisschen, was passieren würde wenn wir uns wieder sähen. Denn manchmal glaube ich, ich würde in 1000 Scherben zerspringen wenn du mich nur ansiehst. Und ich frage mich nur ein kleines Bisschen, ob alles hätte anders kommen können und will so sehr, dass du mich trotz allem magst. Was eine hypothetische Annahme ist, denn das Du und Ich von damals gibt es nicht mehr. Aber ganz tief vergraben ist noch ein Stück davon in mir und das bereitet mir jetzt wieder dieses sich zusammenziehende Gefühl in meinem Bauch, wenn sie deinen Namen sagen. Und dann wünsche mich eine Schulter zum Anlehnen und möchte nur ein bisschen weinen oder sowas.
Sonntagmorgen, ich höre Balladen, die Luft ist schwer und riecht nach Sommerregen, der seit gestern über der Stadt hängt und genau wie die Wolken warte ich auf den einen Moment der Erleichterung, vielleicht weil es keinen Anfang und kein Ende gab? Denn ansonsten könne ich ja mal einfach weiterleben. Mache ich ja auch. Aber trotzdem grad diese Unterströmung in meiner Gefühlswelt. Und gleichzeitig so viel Liebe für die tolle Welt um mich herum, für die lieben Menschen, die Natur, die Musik, die Bewegung. That's just too much for me
-es ist wieder Nacktschneckenzeit!
Montag, 22. März 2021
Mein Corona-Jahr
Es war vor nun nicht mehr als einem Jahr, als plötzlich, an mir zunächst komplett vorbeigegangen, das Zeitalter der Pandemie eingeläutet wurde. Durch regelmäßige gemeinsame Lernsessions hatte ich die Monate zuvor nicht nur sowieso zumeist brav drinnen verbracht, sondern auch von der "Welt da draußen" nicht viel mitbekommen und hielt das ganze erstmal für einen schlechten Scherz.
Mitten im Umzug und Examen wurde der Notstand ausgerufen, auf einmal war der Kontakt zu anderen homos sapiens potentiell gefährlich, einziges Highlight blieb der wöchentliche (oder tägliche) Supermarktbesuch sowie GNTM -und Streichpartys mit den Noch-Mitbewohnis. Zudem machte es ganz am Anfang noch richtig Spaß, sich möglichst umfassend mit dem Corona-Virus zu befassen, um mit seinem Wissen vor anderen prahlen zu können und suspekte Informationsquellen an Bekannte und Freunde weiterzuleiten. Schnell führte dies jedoch zum Eklat und um ein Haar wären Freundschaften auseinandergegangen, Verwandtschaften gekündigt worden. Daraufhin wurde das ein oder andere Mal meinerseits der politische Kurs geändert, es machte bald weniger Spaß, alle mit dem Thema zu belästigen oder belästigt zu werden. Ich traf mich jeden Tag mit einer anderen Person zum obligatorischen Spaziergang (war ja so erlaubt, aber wahrscheinlich nicht so gemeint), lebte back im Elternhaus und erreichte desöfteren Bildschirmzeiten von 6 Std. am Tag. Außerdem ergab sich eine kurze Phase des Online-Shoppings bei Kleiderkreisel.
Kurz darauf fing mein Arbeitsleben in einem kleinen Krankenhaus an, welches zuvor schon umfassend vom Virus befallen worden war und stürzte mich mitten ins Geschehen. Gleichzeitig zog ich vorübergehend in eine Mutti/Coole Architektin-WG in einem spießigen Stadtteil ein und fühlte mich bei beidem überwiegend fehl am Platz.
Fortwährend hieß es 6 Stunden am Tag Maske tragen, mal MNS, mal FFP, welche sich nun während der immer wieder heranrollenden Wellen durchsetzte. Tja, die 100%ige Keimfreiheit gab leider dann doch nicht, was mir spätestens im November klar wurde, als nach und nach Kolleginnen verschwanden und in Quarantäne gesteckt wurden. Eines Morgens saß ich plötzlich alleine da und sollte die potentiell nicht infizierten Patienten "einfach nochmal behandeln", am nächsten Tag hieß es Betten umschieben, Stationen wurden dichtgemacht, im Dezember das ganze Haus. Ich hatte 1-2 Monate unerwartet frei, hatte ich mir zuvor schon heimlich gewünscht, auch mal in Quarantäne zu müssen angesichts der nicht so chilligen Arbeitsatmosphäre. Nun gewöhnte ich mich ans Nichtstun, arbeitete anschließend aber auch nur entspannte 2-4 Stunden am Tag aufgrund des immer noch nicht voll belegten Hauses. Fortan ging das Stäbchen-in-Mund-und-Nase-Gestecke los, mein Kollege Bernie mokierte sich zuverlässig weiterhin über die Masken und die Maßnahmen-Konformität und zeigte uns Youtube-Videos, was immer eine gern gesehene Abwechslung war.
Zwischendrin gab es noch die große Impfdiskussion und einen Impfflirt, eine ausgefallene Silvesterparty und viele Essensbestellungen. Zum Schluss legten wir uns sogar noch ein Corona-Haustier zu und sind wahrscheinlich mittlerweile so sehr gealtert, dass wir auch gleich eine Familie gründen können. Wenn in 30 Jahren die Clubs wieder öffnet, werden wir eh zu uncool sein um hinzugehen.
Zurzeit bin ich schon wieder halb ins Nichtstun abgerutscht aufgrund vermeidbarer Verletzungen bei der Frühstückszubereitung und anschließender Erkältung. Tja sehr arbeitsintensiv kann man das letzte Jahr nicht nennen, irgendwie crazy times die sich mittlerweile fast normalisiert haben.
Mal gucken, was noch kommt. Vielleicht wird der Sommer ja wieder nice! Aber in schweißtropfenden Partykellern sich an fremden Körpern zu reiben wird wohl sehr lange, wenn nicht gar für immer, ein zuletzt im Winter 2019/2020 gern erlebtes Phänomen bleiben.
Lebensweisheit des Tages
" 'Wenn es nicht ab und zu dunkel würde, könnte man sich über das wiederkehrende Licht nicht freuen'.
...ich brauche auch den Wechsel der Jahreszeiten in jedem Jahr. Schönen Schnee brauche ich ebenso wie warme schwüle Sommertage. Ich fliehe nicht vor schlechtem Wetter wie viele Menschen im Zeitalter des augenblicklichen Überflusses... lieber wie die Ölsardinen in Spanien am Strand als den grauen November hier verleben.
Jede Zeit hat schöne Seiten. Natürlich kann man im Herbst keine Frühlingsblumen erwarten. So ist es auch mit dem Lebenslauf. Wer Wunder erwartet, macht sich lächerlich.
Jeder muss wohl seine eigenen Fehler im Leben machen und daraus lernen. Ein Patentrezept, welches von Generation zu Generation ganz einfach übernommen werden kann, gibt es leider nicht. "
-kluge Worte von Oma
Mittwoch, 28. Oktober 2020
normal life
Hey Folks,
Trinke grad übelst dekadent nen Nachmittagskaffee mit aufgeschäumter Milch und AGARVENDICKSAFT (fragt nicht), obwohl ich gar keinen Kaffee mag, aber jetzt im Erwachsenenlife irgendwie schon. Es war immer meine konkreteste Vorstellung vom Erwachsensein, Kaffee aus purer Freude zu trinken. Und nun ist es so weit gekommen.
Außerdem befand ich mich heute zum wiederholten Mal in der Situation, ArbeitskollegInnen außerhalb der Arbeit, aber genau genommen noch im Arbeitsterrain anzutreffen, ohne ihnen begegnen zu wollen. Burgunde, die Fast-Rentnerin mit Steppjacke blondiert seit geraumer Zeit ihre Haare nun nicht mehr, sondern lässt das grau einfach rauswachsen. "Was soll's? Irgendwann ist es ja auch an der Zeit und meine Friseurin meinte auch, es steht mir!" Flötend und beschwingt läuft sie genau in dem Tempo von der Bahn bis zur Arbeit vor mir her, sodass ich ultra langsam gehen muss, um einer Unterhaltung über das Wetter und Coronaleugner aus dem Weg zu gehen, zu der ich früh am Morgen nun wirklich keine Lust habe. Dadurch verliere ich die Minuten, die ich heute endlich mal früher losgefahren bin. Würde ich allerdings schneller gehen und sie sich umdrehen, würde sie ja sehen dass ich hinter ihr her schleiche, ohne nen Schnack zu beginnen (auf den sie wahrscheinlich genau so wenig Bock hat wie ich). Überholen und einfach ignorieren geht ja wohl auch schlecht.
Auf dem Rückweg genau das Gleiche, diesmal mit Sabine von meiner Station, die mir noch IM KRANKENHAUS nen schönen Feierabend gewünscht hat. Dieser beginnt also dann doch zwangsläufig mit nem unangenehmen Smalltalk auf dem Weg zur Bahn. Ich merke schon, dass wir das gleiche Tempo haben. Nehme eine "Abkürzung" und versuche so unauffällig zu überholen - Fehlanzeige, wir treffen GENAU NEBENEINANDER wieder aufeinander. Ich so: "Naaa, fährst du auch mit der Bahn?" Dementsprechend geht das Gespräch weiter, bis sie mich am Gleis darauf hinweist, dass ich ja vorne einsteigen müsse, dabei weiß sie doch gar nicht wo ich wohne. Puuuh, grade nochmal gut gegangen, sonst wären uns noch die Themen ausgegangen.
After work heute nen Achsamkeitsspaziergang unterm Regenbogen gemacht und tatsächlich Blätter und Beeren gesammelt für die Herbstdeko. #adultlife
HERBSTLEUCHTEN










