Sonntag, 19. Juni 2022

How selfish of you to believe in the meaning of all the bad dreaming

Erkenne keine Wahrheit mehr zwischen Innen und Außen, 
erkenne dass ich schon immer gesehen werden wollte 
aber es ist nicht an dir, meine Gedanken zu lesen 
es ist nur so schwer mich zu zeigen 
und dann bin ich Nichts 
weil nur ich mich kenne 
wenn überhaupt
wenn ich mich verkrieche 
in meine eigenen Untiefen 
und meinen Blick nach Innen und Hinten richte 
mich als alte Bekannte wieder treffe und erschrocken bin 
dass das immernoch ich bin 
Ich meine Worte, meine Texte, meine Lieder, meine Erinnerungen, mein Schmerz und meine Wahrheit bin 
Blick nach Vorne richten 
Wie geht das? 
Akzeptieren und sein lassen und mich selbst nicht verleugnen 
Allein nicht einsam sein sondern immer geborgen 
schwerelos lieben und geliebt sein
Ich lerne das noch




Sonntag, 17. April 2022

Ausdruckstanz

Erkenntnis: Wenn man seltener aufs Handy guckt, kriegt man öfter Nachrichten. Bessere Tipps an mich selber gegen das REINSTEIGERN habe ich derzeit nicht. 

Gestrige Selbstfindungserfahrung: Während alle anderen TeilnehmerInnen in der Abschlussrunde schwärmten, wie geerdet und verbunden mit sich selbst sie sich fühlten, suchten mich Rückenschmerzen vom vielen auf dem Boden sitzen heim und ich wollte nur noch weg - allein sein. Ich hatte mich in der Gruppenüberforderung eher selbst verloren als gefunden. Anstatt die "im Zahnrad der Leistungsgesellschaft" zurückgehaltenen und unerlaubten Emotionen loszulassen, hatte ich auftauchende Gefühle der Anspannung, Scham und das Fehlen eines Gefühls von Verbindung stetig festgehalten und war darin versteinert. Mit einer fremden Gruppe intime Gedanken zu teilen und ihnen eine nicht vorhandene Tiefe durch lautes Atmen und innige Blicke zu verleihen, erschien mir mehr als unauthentisch. Doch die anderen schienen sich genau darin immer wohler zu fühlen.. lautes Schreien und Trommeln auf dem Boden, sich mit der Gebärmutter verbinden und unbekannte Menschen nach jeder Partnerübung umarmen wie einen lange verloren geglaubten Freund. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus und als wir uns 5 Min lang (kam mir vor wie 2 stunden) gegenseitig fragen mussten "Wer bist du?" wusste ich es immer weniger und wäre am liebsten mit dem nächsten Klangschalen-Gong in den Aikidomatten versunken. Im Abschlusskreis legte die Frau mit kurz geschorenen Haaren neben mir ihre Hand auf meine Schulter und ließ sie da liegen, zum Trost? Ich wollte weinen. Und war verwirrt von so viel Berührung durch fremde Menschen und ihrem ständigen Ergriffensein und entspanntem Geseufze, fühlte mich fehl am Platz. Mitleidige Blicke trafen mich, als wir unseren Gruppenaltar auflösten und ich einer Suchenden aus Berlin ihr Amulett zurückgab, OHNE langen Blickkontakt, OHNE Pathos in den Augen, OHNE eine Geste durch eine Verbeugung, Berührung oder langes Ausharren. Ich wünschte ihr stattdessen "Sonne und Lebendigkeit" und klang dabei wie eine Geburtstagsgrußkarte zum 60.  Auch bei der anschließenden Verabschiedung umarmte ich jeden außer das Tantra-Pärchen halb ernst gemeint und wünschte "Schöne Ostern", was wieder von ungläubigen, auch noch suchenden (nach Verbindung?) Blicken begleitet wurde. Ich schied aus dem Kreis aus und ließ meine Energie da, plauderte zum Glück noch auf dem Rückweg mit der ebenfalls nicht GANZ SO spirituellen Psychologin Lisa über weltlichere Themen. Mit nem veganen Döner setzte ich mich dann völlig erschöpft an die Elbe auf der Rückkehr zu meinem Ich. 

Abkündigungen: Das Buch "Der Gesang der Flusskrebse" kann ich derzeit empfehlen! Habe mich tags und nachts durchgeträumt; schien die Geschichte erst durchaus realistisch, erwies sie sich immer mehr als ein schönes Märchen mit vielleicht ein bisschen Verbindung zur Wirklichkeit. Die Mischung aus Biologie (nicht mein bestes Fach), Poesie, Liebes- und Kriminalroman und Familiengeschichte fand ich irgendwie besonders und ergreifend! Lädt auch zum Heulen ein, wenn ihr Bock drauf habt! Und das Lied "Michael row the boat ashore"würde ich gern auch auf der Mundharmonika spielen können! 

Happy Easter meine Bunnys <3 DAS LEBEN TANZT 

Kannst du mein Monster halten?


Mein Monster: fühlt ganz viel Liebe für ganz viele Menschen und möchte sie zeigen. Das Monster möchte zurück geliebt werden und stellt sich in den Mittelpunkt meiner Gedanken. 

Meine Gedanken sind der Mittelpunkt meines Lebens und manchmal gibt es für mich nichts anderes. In meinen Gedanken erzähle ich dir alles von meinem Tag.. Frage mich, ob es dich vielleicht gar nicht juckt. Denke an dich und spiele auf allen meinen Instrumenten und stelle mir vor dass du genau so an mich denkst. Ich lese Zeitung und arbeite und spreche mit Menschen; ich weine über Geschichten und bin unterwegs und alleine und bei alldem sind meine Gedanken im hier und trotzdem irgendwie bei dir. 

Will dir meine Gedanken auf Papier schreiben und dir ins Ohr singen und dir vortanzen. Mit dir am Fenster rauchen und dir zuhören und mich von allen meinen Seiten dir zeigen. Dir nah sein und Dinge von dir lernen und dich angucken, dich im Arm halten, über dein Schnarchen lächeln. 

Und ich hänge im Vergangenen und das Vergangene hängt in mir, ist noch da und ich bin Wärme und geduldig und ungeduldig und kontrollierend. Bin ängstlich klammernd und mutig frei. Fühle mich verantwortlich und suche Halt. Fühle in mir Schmerz und bin zerissen wenn ich nicht loslasse. Hänge mich an unpersönliche Kurznachrichten und mein Herz ziept weil sie so kurz und so lieblos sind. Ich will doch mehr Platz für alles und dir mehr sagen und mehr von dir hören. Aber vielleicht ist dir der Platz zu viel und passt nicht in dein Leben!? 

Ich platze fast davon und das Monster tobt in mir. Es schreit und weint und liebt und sträubt sich, es lacht und tanzt und lebt. Kannst du das Monster halten? 

Mittwoch, 19. Januar 2022

Time to Daughter


 

Alles was ich schreiben wollte schon wieder vergessen 

Dafür heute wiederentdeckt, dass es ja noch eine gute Möglichkeit gibt, sich in bereits bestehende Traurigkeit noch weiter reinzusteigern und sie completely auszuleben - Daughter hören! love it! It's this time of the year again anyway! January - der beschissenste aller Monate, in dem ich normalerweise sowieso resigniert das Düstergrau über mich ergehen lasse und noch nicht mal Kraft habe das alles zu hassen. Lack of Hate, Lack of love, fuck off January und ihr anderen Arschlöcher in meinem Leben grad! Die Arschlöcher sind z.B. mein Hochstapler-Syndrom und absolut nervige Selbstzweifel, die mich an allem hindern. Habe einen Sport angefangen, bei dem man vor anderen singen, sich zum Affen machen und außerdem durchgehend Blickkontakt halten muss. Schlimmer als jede Therapie... aber leider nicht so effektiv. Stattdessen gehe ich mit einem Gefühl von Uncoolness nach Hause, weil ich es nicht geschafft habe wie ein normaler Mensch mit meinem Schwarm zu reden und kein toughes Karate Kid bin wie die anderen. 

Würde gern aus Rache online daten, aber habe schon vorher ein schlechtes Gewissen gegenüber den potentiellen Dates, weil das ist nun wirklich kein guter Grund! 

Gestern mit meinem Exfreund aus der Pommesbude im Kino "Licorice Pizza" gesneakt. Absolut weird der Film. Genau wie mein Leben grade. 

Auf meinen Schultern lastet das Gewicht der Welt, aber dennoch ist mir alles gleichgültig. Ein Kind erzählt mir ICH HASSE CORONA und als ich frage warum: Weil ich immer gepiekst werde! Was mich dazu veranlassen könnte auf eine Corona-Demo zu gehen und zu rufen HÄNDE WEG VON UNSEREN KINDERN, mache ich aber nicht und bleibe stattdessen den ganzen Winter drinnen. 

SOS an meine Friends, wer hat Bock nen Lillet mit mir zu trinken? Mein Neujahrsvorsatz ist es, dieses Jahr mehr Alkohol zu trinken, aber zum alleine trinken bin ich dann doch zum Glück noch zu vernünftig. 

SOS an Leute die mich Daten wollen, bitte schreibt mir dann können wir uns vlt anschließend im RL matchen! Bin bereit for the game! 

Prayers gehen raus an Sinead  

Sonntag, 31. Oktober 2021

Goldener Oktober, Ambivalente Amphibien & other stories

Bin weit weg von allem in Stille und Weite, keine Struktur in mir und um mich und mein Kopf ist leer. Keine Ideen die sich überschlagen, keine Menschen die meinen Kopf bevölkern, keine Pläne und kein nervöser Blick aufs Handy. Keine ständige Reaktionsbereitschaft und News-Geilheit. Das ist es nämlich: Ständig in Erwartung auf neue informationen stehe ich sonst bereit, auf eintrudelnde Nachrichten zu reagieren. Lasse davon wie ferngesteuert meinen Tag bestimmen, was würde ich mir wohl sonst erdenken wenn mein Kopf mal leer laufen würde? Stattdessen wird mein Denken in bestimmte Bahnen gelenkt durch die Bilderflut beim Scrollen, den hottest gossip von meinen Freunden, fremden Leuten die in Podcasts labern und das Rauschen der Stadt. Laufe mit auf Sendung gestellten Antennen durch die Gegend auf der Suche nach dem place to be, den things to do und den peoples to meet. 

Zurück in Big-City eben dieses: alle Menschen die ich kenne rauschen wie automatisch durch meine Gedanken, ohne dass es dafür einen bestimmten Anlass gäbe. Ich weiß sie einfach in meiner Nähe, schätze ich. Physisch sowie virtuell, will am liebsten jede Idee für mögliche Aktivitäten direkt mitteilen. Fabuliere über große Zusammentreffen mit der ganzen Familie, Wochenendtrips mit Freundinnen, fühle mich seltsam verloren in meinem Leben und bin kurz davor, eine Bekannte zu kontaktieren, zusammen zum Herbstmarkt, ins Cafe oder was auch immer. Weiß aber gleichzeitig, beim Treffen würde ich mir doch direkt wieder wünschen, allein zu sein und unabhängig meinen Tag zu gestalten, läuft es bei einem solchen Kaffeetrink-Date doch sowieso immer aufs Gleiche hinaus und mir beim Gedanken daran kalt den Rücken hinunter: Höfliche Gespräche über Jobwechsel, die dann doch nicht vollzogen werden, WAS MAN DENN GRAD SO MACHT, den krankhaft eifersüchtigen Freund und deren kungesunde Beziehung, über die ich mich zwar ehrlich, aber doch nicht ZU direkt äußere, da wir eben nur BEKANNTE sind. Feststellungen, dass man doch UNBEDINGT MAL dies und jenes zusammen machen sollte und Schwelgen in alten Erinnerungen (sollte es sich statt der Bekannten um eine langjährigere Freundin handeln). 


Grade rechtzeitig kriege ich zum Glück noch die Kurve und jogge nach einem Telefonat mit meiner geliebten Blow Jo unter goldbunten Bäumen am Wasser entlang, um mich herum im Gleichschritt trottende Sonntagsspaziergänger. Wenn ich ehrlich bin, fühlt man sich wie auf einem Fließband, nur dass man selber die Füße bewegt. Aber in der Menge dieser unendlich wogenden Masse an spaziergehenden, arbeitenden, liebenden und streitenden, fühlenden, lebenden Menschen erkenne ich nur schwer noch einzelne Gesichter und ich erkenne fast nicht mehr die Landschaft um sie herum. Auf einmal kommt es mir so vor, es wären zu viele auf zu wenig Raum, seltsam unnatürlich drängen sie sich in Schlangen vor Cafes und in der U-Bahn und im Schwimmbad und auf den Spazierwegen, verträumt schlendernd in diesen Gegebenheiten, als würden sie gar nicht mehr merken, wie wenig Raum um sie rum und zum Denken übrig ist.

Wenn meine Texte zu lang werden, kriege ich wieder Platzangst und weiß nicht wie ich sie beenden soll. Irgendwie plättet mich diese Menge an Buchstaben… 


Die Gespräche um mich herum im Cafe in dem ich nun Carrie Bradshaw like sitze beruhigen mich irgendwie, ich frage mich unterdessen warum die Eidechse im hohen Norden letztens steif und frierend um diese Jahreszeit noch über den Bürgersteig gekrochen ist. Vielleicht weiß sie auch nicht was sie will? Trinke noch einen Cappuccino mit Hafermilch. 

Andererseits weiß ich ZIEMLICH VIELES, was ich will. Aber oft auch nur temporär. Wenn ich ganz mutig drauf bin, will ich grade ein Sonnenblumen-umwobenes warmes Haus mit Gemüsebeeten und Obstbäumen im Garten und hohem Gras, Katzen liegen träge in der Herbstsonne und blinzeln vertrauensvoll in die Welt, dabei sehen sie immer so aus als würden sie zufrieden lächeln. Das Haus steht optimalerweise nahe am Meer, ich lebe den Surfer-Lifestyle und bin vom Beobachten und Observieren der Wellen völlig gelassen geworden. Freunde kommen vorbei, um eine Auszeit von ihrem Leben zu nehmen. Wobei ich ihnen natürlich auch ein möglichst entspanntes Leben wünsche, von dem sie gar keine Auszeit brauchen. Ansonsten bin ich natürlich nicht alleine, sondern mit meiner geliebten Person, den Katzen und Kindern? Zum Frühstück esse ich Spiegelei von eigenen Hühnern. Auch sonntags um 16Uhr. In meiner Stadt gibt es leider kein Frühstück mehr am Sonntag nachmittag. Vielleicht doch ein Punkt, der für New York spricht. Los Angeles spricht mich neuerdings auch sehr an, ich führe Beziehungsstreits auf Basis von Wertekonflikten bei „The L-Word“. Anscheinend haben wir sonst nichts worüber wir streiten können? Oder projizieren eigene Probleme auf die Serien-Charaktere. 


Habe lange Listen von Büchern, die ich gerne lesen möchte, Dingen die ich besitzen und mir erarbeiten möchte, Kleidung die ich benötige und andere die ich aussortieren möchte, Wissen dass ich erlangen will und 100 Ideen für meine berufliche Zukunft. Möchte alle Orte der Welt sehen und alle Menschen kennen, um zu VERSTEHEN. Die Frage ist aber WANN und in welchem Ausmaß? Und die weitere Frage ist: Wie privilegiert bin ich eigentlich? Dass ich so viel wollen darf? 


Manchmal denke ich ICH WÄRS und ich hätte das Leben geblickt (so wie Urs in „Die dunkle Seite des Mondes“ aufm Trip-mit der Aussage kann ich relaten), dann wieder merke ich dass ich nur eine von vielen auf einem Fließband bin. Und dass ich Ereignisse und Unterhaltungen und Momente direkt nach dem Erleben vergesse und weiter im Jetzt bin. Im Lebensbuch einfach weiter blättere. Was ja auch gut ist. Aber wofür ist am Ende dieses bunte Bilderbuch? WAS BIN ICH in diesem großen Universum? Es kommt wohl auf die Perspektive an. Ich hoffe, wir können alle unseren Raum finden, in dem wir besonders sein können und unserem inneren Pfad folgen können. 

UFF. Das wurde ja jetzt ganz schön metaphysisch und Melo-philosophisch. 


Was ist grade euer Lieblingslied? Meins das hier: Bohemian Grove 

Fühlt euch geliebt vom Universum.